Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 28 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9052070-9097324-9053368--1313-9053378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
10 Das jüdische Klatt Nr. 28 Gebelszeilen. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Ansbach. . . 7 U. 15 9 U. 12 Basel . - -. 9 U. 17 Fürth. . . 7 U. 30 9 U. os Metz. 9 U. 35 Mülhausen. Nürnberg: . . 7 U. oo 9 U. 15 Synagoge Essenweinstraße Skratzburg: . . 7 U. 30 9 U. 13 Synagoge Kleberstaden . . . . 7 U. oo 9 U. 20 „ Kageneckerstraße . . 7 U. 30 9 U. 25 Stuttgart. 9 U. io (Amtswoche: Stadtrabb. Dr. Kroner, Kirchenrat.) Htälsel-Kcke. Sendungen für diese Rubrik nur an - Dr. Bloch-Barr erbeten. - 1. Uatsel-Inscheifl. Von E. B. Sch.-Ivo; OS.-OKB. KTAM.4I.us. 2. Zatzlenratsel. Von Georg Dreyfus, Schlettftadt. 1 2 3 4 5 6 7 Männlicher Vorname. — 2 8 9 Richter. — 345 4 3 Prophet. — 4028 11 290 Weibl. Vorname. - 5 9 7 12 11 1 9 Jüdischer Monat. — 6 11 8 4 3 0 Deutscher Dichter. — 7 4 8 13 14 13 König in Israel. — Erstes Wort Anfangsbuchstaben der übrigen. _ RiLlseUösungerr aus Ue. 2<>> 1. Serubabel; Samuel, Nambam, Bethel, Bremen, Lukano. 2. Tilsit; Iller, Laban, Sisra, Isonzo, Thirza. Richtige RatseUosuugeu: Ein Nätscl: Fr. Berthe Goetschel. Luzern. — Juliette Levy, Straßburg i. E,, Spießgasse 38. Zwei Nätscl: Tertianer Adolf Ettlinger, Frankfurt a. Main, RUckertstr, 45. — Eäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf. — Helene Marx, Ellingen (Bayern). Bier Nätscl: Leopold Lehmann, eleve du College scientifique, Lausanne. Sprechsaak. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Zwei Briefe.*) 1. B i s ch h e i m, 29. 6. 14. Mein lieber H r. W e r t h e i m e r! Mit meiner Jugend habe ich folgendes Moschol gehört: Eime Gemeinde suchte einen Rabbiner, dem zur einzigen Bedingung gemacht würde, er müsse in seiner nachmittags )roscho in der Khalsstube einen Teil der Gemeinde zum Lachen, den andern Teil zum Weinen bringen. Niemand selbstredend wagte zu kandidieren, bis ein Magid kam, der es unternahm und auch fertig brachte, gewählt zu werden. *) Wir schließen damit diese öffentliche Korrespondenz. Red. (Wie er es tat, will ich hier nicht wiedergeben; ich bin aber bereit, dieses, wenn es verlangt wird, kostenlos!!! mitzuteilen.) Nun, nach Ihnen, m. lieber H. W., wäre ich auch fähig gewesen, eine solche Stelle zu erhalten. Sie schreiben nämlich, ich hätte meinen letzten Sprechsaalartikel in Wut und doch witzig geschrieben. — Witzig habe ich schon öfters geschrieben. — In Wut noch nie. — (Nicht einmal Ihre persönlichen Angriffe bringen mich in Wut.) — Beides zusammen in einem so kleinen Artikel wäre eine Kunst. — Sie schreiben, Sie hätten keinen Bericht über die Einweihung gemacht; nun was ich von dieser Einweihung wußte, als ich schrieb, war aus ihrem Berichte. — Sie schreiben ferner, es sei die erste orthodoxe Synagoge in Paris. — Jedermann weiß, daß feit Jahren orthodoxe, polnische und aschkenasische Synagogen in Paris existieren. — Sie wollten jedenfalls sagen, daß es die erste im Range sei: also die orthodoxeste. Als ich nun am Anfänge las, daß man zur Einweihung der Synagoge einen Warschauer Chasen für 3000 Frs. kommen ließ, — dachte ich, daß Herr Rabb. Herzog in Paris keinen Chasen gefunden hat, der neben dem Chasaunes auch die nötige Frömmigkeit besäße, und war ich nicht wenig erstaunt, daß man zur Einweihung einer so orthodoxen Synagoge 3000 Frs. ausgab, nur wegen Chasaunes, und die Religiösität in letzter Linie kam. — (Ich habe auch schon vor Jahren nach Stimmgabel Atteste eingeholt.) — Ich halte daher alles, was ich betr. Rue Cadet gesagt habe, aufrecht. — Betreffs Schechitah und Metzger, oder vielmehr wegen Passeln oder Käschern wollen Sie in meine Feder legen, daß ich die Pariser konsistorialen Verhältnisse diesbezüglich gutheiße. Ich bin nicht befugt, eine Erklärung hierüber offiziell zu geben. — Wer mich kennt, weiß, was ich davon halte und daß ich mich im Hause meines Bruders Dr. med. Klein, sowie in letzter Zeit mich sehr dafür interessierte. — Sie werden mir doch nicht erzählen wollen, was sich in Schechitah-Angelegenheiten zugetragen hat. Sie sind Lehrer und haben Sie die Aufgabe, die „Kleine" zu unterrichten, aber wenn einer davon auf Ihre Belehrung in dieser Hinsicht verzichten kann, ist es Ihr Jules „Klei n". 2. Sehr verehrterHerr Klein! „In meiner Jugend habe ich folgendes Moschol gehört": Ein Rabbiner zitierte in seiner Schabbos-Nachmittags- Droscho einen £n-j£ zur laufenden Sidroh und erzählte dann weiterfahrend atemlos eine (Geschichte) nach der andern. Dies wirkte langweilig und einige Leute wollten sich gerade durch die Seitentüre ins Freie retten. Darob geriet der Rabbiner in große Wut und lanzierte ins Auditorium die Bemerkung: riDD) Off nnrQ □'JW nWöDH (Off. Niemand mußte weinen, ja, ein Spaßvogel rief dem Rabbiner sogar zu: „Sie haben Ihren Ausgangspunkt vergessen! nff^DH -) piy ff.^OH" Herr Klein, ich würde Sie also für befähigter halten für diesen Rabbinerposten, Ihnen aber gar nicht so mir nichts dir nichts ein Rabbiner-Diplom für die von Ihnen angezogene Gemeinde ausstellen. Denn wer hat j e geweint, selbst wenn Sie in Anwandlung höchster „Wut" etwas gesagt oder geschrieben haben. Jedenfalls habe ich Ihren ersten Brief gleich richtig beurteilt und die Leserwelt wird Ihnen für Ihr freimütiges Zu- und Eingeständnis, wonach Sie nur schreiben, um Lacherfolge zu erzielen, Dank wissen, denn man weiß