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Das jüdische Blatt · 1914-06-19 · 25 (19.6.1914) · p. Seite 13

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
25 (19.6.1914)
Date
1914-06-19
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 25 Das jüdische Klatt 13 Nach ein paar Wochen schon scholl ihr Lachen, klang ihre Helle Stimme wieder ^urch das Haus, unterbrochen und auch übertönt von einer noch helleren, einer schreienden, kreischenden, der ihres Knaben. Voll stürmischen Temperaments, wie sie war, warf sich Regi mit der ganzen Kraft ihres heißblütigen Herzens auf die neue süße Pflicht. . . . Das Kind war ihr ein und alles. Sie spielte wie mit einer Puppe mit ihm, tanzte und sprang wie sinnlos im Zimer mit ihm umher und liebkoste das kleine Wesen so wild- und maßlos, daß es ein Wunder war, wenn das Kind keinen Schaden nahm. Und so verdroß es die junge Mutter, daß der Vater sich viel ruhiger und kühler benahm, ja, ihrer Meinung nach ganz gleichgültig. Josef war geschäftlich sehr in Anspruch genommen, fand demzufolge wenig Zeit, sich mit seinem Erstgeborenen zu beschäftigen; dann hotte er auch eine fast ängstliche Scheu, ein kleines Kind anzufassen, und ein wimmerndes oder gar schreiendes raubte ihm vollends allen Mut. Als Regi ihm eines Tages mit Gewalt den Knaben aufzwang, hielt ihn Josef so ungeschickt, sah dabei so verängstigt und unglücklich aus, wie das Bübchen selber, nur daß dieses, aufrichtiger und selbständiger, sein Mißbehagen durch ein ohrenzerreißendes Geschrei kundgab. Aber bei der übergroßen Liebe zu ihrem Kinde bewegte Regi noch etwas anderes, etwas, das mit ihren Muttergefühlen nichts zu tun hatte: Sie betrachtete ihr Kind als einen Bundesgenossen, als eine zweite, unwiderstehliche Kraft gegen die allmächtige Schwiegermutter. .... Und nicht nur Gleichgewicht, ein Uebergewicht wollte sie mit Hilfe ihres Kindes bei ihrem Manne über dieselbe gewinnen. Und doch hätte die junge Frau nicht angeben können, welche Fehler sie an der Mutter ihres Mannes auszusetzen, welches Unrecht sie ihr antat. Se war aber eifersüchtig und das verdunkelte alles, vergiftete alles. Und vielleicht war noch eines mit dabei: das unbewußte, dumpfe Gefühl der Auflehnung eines minder Bewerteten gegen den, der ihm in jeder Weife überlegen war. Aber auch die doppelte Macht erwies sich in diesem einen Punkte als erfolglos, und so zog sich Regi auf jenen Verteidigungs- > punkt zurück, den ihr keiner streitig machen konnte: auf ihr | Mutterrecht. In betreff des Kindes ließ sie sich nicht das geringste dreinreden, am wenigsten von Frau Schlesinger. Sie beachtete nicht nur die Anordnungen und Ratschläge, die ihr die erfahrene Frau gab, nicht, sie tat meistens das Gegenteil und hatte dadurch dem Kleinen schon manche Unpäßlichkeiten zugezogen, die glücklicherweise ohne allzu bösen Folgen vorübergingen. (Fortsetzung folgt.) -——-- Geschäftliche Mitteilungen. Die Pension Rosenblall in Luzern hat im alpinen, weltbekannten Engelberg die Villa Sonnwendhof-Pension Rosenblatt übernommen und wird dieselbe als Hotelpension betreiben. Die Villa Sonnwendhof liegt in geschützter, sonnenreicher Lage und ist vorzüglich und neuzeitlich eingerichtet. gPfT’ Wir ersuchen unsere geschätzten Leser in Hotels und Restaurants das Jüdische Blatt zu verlangen. Beim bevorstehenden Quartalswechsel ersuchen wir unsere geehrten Postabonnenten, die ihr Abonnement noch nicht erneuert haben, sich schleunigst wieder aus Das Jüdische Blatt zu abonnieren, damit in der Zustellung des Blattes keine Verzögerung eintrete. Der Bezugspreis für ein Vierteljahr beträgt nach wie vor nnr 0,75 Mk. ausschließlich Bestellgeld. Neue Abonnenten erhalten die Nummern bis l. Juli aus Verlangen gratis zugesandt. Im Laufe dieses Monats werden wir die Abonnementsgelder der Abonnenten des Auslands für das 1. und 2. Quartal sowie die noch etwa rückständigen Abonnementsgelder aus früheren nenten, im Interesse einer regelmäßigen Lieferung des jüdischere Blattes unserer Aufforderung Folge zu leisten. Expedition des Iüd. Blatts. Pension Rosenblatt LUZERN Frankenstrasse 7 ENGELBERG Villa Sonnweudhof MMMMWMWWW WWWWW Rote Radler EUGEN 2188, Elektro-Installations-Gescliäft STRASSBURG i. Brandgasse 24 Telephon Nr. 319. Ecke Pergamentergasse. Telephon Nr. 319 besorgen alles billig und zuverlässig. Telephon 600 r Colmar i. Cts. Schulplatz 7. Ausführung von elektr. Licht-, Klingelu. telephonanlagen Größte Auswahl in elektrischen Beleuchtungskörpern Metalldraht- und Kohlefadenlampen in jeder Kerzenstärke UW- Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich, insbesondere nicht hinsichtlich des rituellen Charakters der empfohlenen Maren. Soeben erschien: Die heilige Schrift Urtext mit deutscher Uebersetzung uon Philippson, Landau u. Kaempf. -Zwei Bände Elegant in Leineh ged. M. 7.— Zwei Halbfranzbände M. Ö.— Einzig« vollrttändige hebräische Bibel mit deutscher ITebersetzung. J. Kauffmann, Verlag Frankfurt a. ti. _Schillerstrasse 19 S&Au/nvaltn 'nacfvMafiu, Slefiaraü'en ‘in&c&d&r. Colmar Vau banst r. 19 2elephonG87

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