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Das jüdische Blatt · 1914-05-22 · 21 (22.5.1914) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
21 (22.5.1914)
Date
1914-05-22
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Nr. 21 Das jüdische Matt. Mlsek-Kcke. Sendungen für diese Rubrik nur an _ Dr. Bloch-Barr erbeten. - l. Clsaeade. Von Norbert Lehmann, Dauendorf. Setze Lea umgedreht Hinter mich, Leier, sprich, Welcher Engel draus entsteht. 2. Zahleaealsel. Von Sekundaner Robert Weill, Altkirch. 1 2 3 4 1 5 König von Juda. — 2 1 6 7 1 König von Israel. — 3 8 5 1 Mädchennvme. — 4 6 7 1 4 1 Prophet. — 19 5 8 Jüdischer Monat. — 51 10 1776 König von Juda. — Obere Reihe — Anfangsbuchstaben der Wörter. Ualsettösimgen ans Uv. 19. 1. Mazzenbaeckcr. 2. Scrubabel;Emmaus; Rüben; Ural; Bern; Amsel; Beresina; Eleasar; Luise. Richtige RatseUSsnngen: Ein Rätsel: Clementine Wollenreich, Fürth i.B., Kohlenmarkt 1. — Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf. — Denise Blum, Rosheim. — Sekundaner Arnold Wolf, Colmar. ^tuei Rätsel: Susanne Bloch, Epfig. — Nelly Cahn, Hatten. — Sylvain Gugenheim, 1. Synagogendiener, Mülhausen. — Leopold Lehmann, eleve du College scientifique, Lausanne. — Henri u. Hugo Kahn, Paris. — Georg Singer, Jsr. Knabenwaisenhaus, Hagenau. — Gaston Müller, Realquintaner, Colmar, Bäckergasse 17. Drei Rätsel: Heinrich Sulzbacher, z. Zt. Fürth i. B. Briefkasten. R. in L. Sie müssen zunächst angeben, an welchem Tage die Kewuro stattgesunden hat. Dann erst kann Ihre Frage beantwortet werden. An mehrere Bewerber um Stellen des Anzeigenteils: Wir sind nicht in der Lage, den Bewerbern die Namen der Auftraggeber mitzuteilen. Wir geben die Bewerbungen an den Auftraggeber weiter. Auf diese Vermittelung beschränkt sich unsere Arbeit. lienischen jüdischen Gemeinden statt. In Petersburg hält sich gegenwärtig Prof. Hermann Cohen auf, um Vorträge über die Ethik des Judentums zu halten. Von Petersburg wird er sich zu gleichem Zwecke in andere bedeutende jüdische Zentren begeben. Aeber die Juden in Jerusalem entnehmen die „Petrus- Blätter" einem Briefe aus der genannten Stadt folgende interessante Einzelheiten: Immer mehr scheint sich der Traum von einem neuen jüdischen Jerusalem zu verwirklichen; heute bilden die Juden bereits zwei Drittel der Einwohnerschaft; fast der ganze Handel liegt in ihren Händen. Jeden Freitagabend und vor allem Samstags scheint die Stadt wie ausgestorben. Fast alle Magazine bleiben geschlossen, selten rollt ein Wagen über die holperigen Straßen, das sonst so belebte Jaffator ist vereinsamt; nur ab und zu sieht man da einen Muselman sein Pfeifchen rauchen oder ein Täßchen Tee schlürfen. Samstags enthalten sich die Juden jeglicher Arbeit. Totenstille herrscht in der Stadt. An den andern Tagen ist der Jude unermüdlich; für wenige Pfennige flickt er die ausgetretensten Schuhe, die abgetragensten Kleider, richtet alte Hüte auf und verkauft diese Stücke wieder als wahre Gottesgabe den armseligsten Kreaturen, an denen die Stadt keinen Mangel, besonders unter den Juden, hat. Alle modernen Schulsysteme Europas haben sie in ihren Schulen in Jerusalem bereits eingeführt, von der gemischten Schule bis zum Gymnasium, vom Schulbad bis zu den Schulspaziergängen. „Unsere Jungens." Da kenne ich zwei stramme Burschen, unberufen so von der Art, wie sie Mabberton in Helenens Kinderchen schildert. Die waren jüngst an einem Sabbatnachmittag etwas lebha'ft, so daß die vielgeplagte Frau Mama sich genötigt sah, dieselben in die Einsamkeit des Schlafzimmers zu verweisen. Da wurden nun finstere Rachepläne geschmiedet, so ganz im Stil moderner Strikeideen. Endlich war der Clou gefunden: „Weißt du was, heute abend halten wir aber sicher die Hafdolohkerze nicht." — Schade, daß die Mutter vor der Türe horchte. -^- „J’accuse.“ Am □^““pOT T$y rQGtf wurde vor jüdischen Jünglingen und Jungfrauen in der Jugendgruppe der Agudas Jisroel zu Frankfurt a. M. ein Vortrag über dieses Thema von einem bekannten Dozenten gehalten. Sowohl ein Herr des Vorstandes als der Vortragende selbst schnitten mir die Gelegenheit zu einer Diskussion desselben ab. Daher flüchte ich mit einigen kritischen Bemerkungen in die Oeffentlichkeit, obwohl mir alle persönlichen Anzapfungen in jüdischen Dingen leid sind und gerade ich gerne allen originellen Abhandlungen und Forschungen, wenn sie gehaltvoll sind, das Ohr neige. In der einleitenden Bemerkung wurde das Hohe Lied im Sinne unserer Tradition als ein allegorisches Gedicht anerkannt. Da aber bei einer Allegorie viele Deutungen möglich sind, so wurden, besonders am Schlüsse die „Damen und Herren" aufgefordert, daß sich jeder seine Allegorie selber dazu mache. Hingegen wurde der sonst in Stil und Vortragsweise recht anmutende Inhalt fast gänzlich der Rekapitulation des verstorbenen christlichen Theologen Ewaldschen Werkes gewidmet, des vermeintlichen Rahmens für unsere große diesbezügliche Midrasch-Literatur. Ewald will hier ein dramatisches Gedicht vorfinden. Im ersten Teile bis 2,7 hält die von einem Könige gewaltsam unter den Hoffrauen zurückgehaltene Hirtin Salome ein Zwiegespräch mit demselben. Im zweiten bis 3,5 hält sie einen Monolog teils wachend, teils träumend, voller Sehnsucht nach ihrem wirklichen Geliebten, einem Hirten. Im dritten bis 8,4 käme erst ein gewaltsamer Brautzug des Königs, dann seine liebesträufende Beschwörung im Brautgemach, dann der Ausbruch der erwachenden Salome aus dem Palafte auf der Suche nach ihrem Geliebten und im vierten ihre endliche Vereinigung mit demselben und dem Angebinde ihrer Treue, ihres „Weinbergs", ihrer bewahrten Unschuld für denselben (= Salomo 8, 12). Ganz ähnliche Gedanken brachte vor Jahresfrist ein anderer Dozent frömmster Marke vor, der s. Z. in den Blättern dem Rabbiner Raphael Breuer eins auswischte über dessen freie Deutung des Hohen Liedes und ganz ebenso lieh mir der Nachlaß Zevi Verein da-

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