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Das jüdische Blatt · 1914-05-22 · 21 (22.5.1914) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
21 (22.5.1914)
Date
1914-05-22
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Da» Mische glatt Nr. 21 darisch erklären, ein System aus der Judenverfolgung gemacht hat und eine beständige Regierungsaufgabe. Die jüdischen Abgeordneten, die sich der Pflichten bewußt sind, die der hohe Beruf von Volksvertretern ihnen auferlegt und die sechs Millionen Juden vertreten, erachten es für eine Notwendigkeit, daß diesmal der Protestschrei eines vergewaltigten Volkes gehört werde, und erklären, daß sie das Budget einer Regierung ablehnen, die eine derartig judenfeindliche Politik führt. 1! Korrespondenzen. ü Müs. - Gllaß-Lot1»rirrqerr. - 0lia Der Präsident des Israelitischen Konsistoriums des O^r-Elsaß, L. Manheimer. und die Gemeinderalswahlen. Nachdem die Verhandlungen zwischen dem unter der Leitung Vlumenthals und Weiteres stehenden Einigungskomitee und Herrn Bankier L. Manheimer, Präsident des Israelitischen Konsistoriums des Ober-Elsaß, gescheitert sind und infolgedessen Herr Manheimer in die Liste des Einigungskomitees nicht ausgenommen wurde, bekämpfen sich die früheren Freunde jn Flugblättern, in denen sie sich gegenseitig manche Wahrheit sagen. Der „Elsässer Kurier" veröffentlicht am 14. Mai 1914 folgenden artigen Artikel gegen Herrn L. Manheimer: Warum Hr. Lucien Manheimer sich nicht aus der Einigungsliste befindet! Wie wir erfahren, bemüht sich Hr. L. Manheimer mit der Zusammenstellung einer „wilden Liste", welche dazu bestimmt ist, leine persönliche Kandidatur zu betreiben. Da Hr. Manheimer durch unsere Freunde über 25 Jahre in den Gemeinderat gewählt worden ist, sind -wir es der Oeffentlichkeit schuldig, zu erklären, warum wir ihn diesmal nicht mehr auf unsere Liste übernehmen konnten. Hr. Manheimer hat sich in den letzten 6 Jahren als unzuverlässiges Fraktionsmitglied erwiesen. Er ist sogar soweit gegangen, im letzten Konsistorialrats-Wahlkampf zum Zwecke der Täuschung seiner israelitischen Konsistorialrats-Wähler feine Fraktion insbesondere in einer israelitischen Wählerversammlung in Mülhausen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen auf das ausdrücklichste zu verleugnen. Die angewandten Kunstgriffe bestanden in folgendem unredlichem Manöver. Bekanntlich hat die „Freie Presse" infolge der Indiskretion eines verärgerten Fraktionsmitgliedes die Möglichkeit erhalten, das bekannte Fraktionsstatut zu veröffentlichen. Es befanden sich darunter die Namen von 18 Gemeinderatsmitgliedern, dabei natürlich auch derjenige des Hrn. Lucien Manheimer. Nun gelang es Hrn. Manheimer vermöge seiner guten Beziehungen zu unseren Gegnern, in der Straßburger Druckerei und Verlagsanstalt Filiale Colmar (Elf. Tagblatt), welches das Statut mit den Namen aus der „Freien Presse" nachgedruckt hatte, eine neue Auflage dieses Statutenabdruckes unter Auslassung seines Namens Herstellen zu lassen! Mit diesem in der angegebenen Weise gefälschten Dokument ging nun Hr. Manheimer bei den israelitischen Wählern, bei welchen ihn seine Gegner in den Konsistorialratswahlen als „Klerikalen" bekämpft hatten, hausieren, um in „authentischer Weise" darzutun, daß man ihn fälschlich als Unterzeichner des Statuts „angeschwärzt" hätte. Insbesondere wurde in der mehrerwähnten Mülhauser Versammlung die falsche Urkunde als schlagender Beweis seiner „Unschuld" vorgelegt. Daß eine Partei, welche nicht auf jede Selbstachtung verzichtet hat, ein derartiges Parteimitglied nach dem oorgefallenen nicht mehr zu einem Ehrenamt Vorschlägen konnte, wird wohl jeder anständige Wähler begreifen. Und wir zweifeln auch gar nicht daran, daß unter den gegebenen Umständen für niemanden der Wunsch besteht, den Namen des Hrn. Manheimer auf seine Liste zu bringen oder die Liste des Hrn. Manheimer mit seinem eigenen Namen zieren zu lassen. Abgesehen von dem oben dargelegten, allein schon ausreichenden Grund hat auch das sonstige überaus zweideutige politische Verhalten des Hrn. Lucien Manheimer es unseren Freunden schon längst nahegelegt, sich von Hrn. Manheimer zu trennen. Die wegen des Verhaltens des Hrn. Manheimer gegen ihn angewachsene Abneigung war so weit gediehen, daß eine Reihe von Personen eine Kandidatur auf der Einigungsliste nur unter der ausdrücklichen Bedingung angenommen hatten, daß der Name des Hrn. Manheimer sich auf dieser Liste nicht befinden dürfe. -i- ->- * Man darf gespannt sein, wie Hr. L. Manheimer, Präsident des israelitischen Konsistoriums, sich gegen so schwere Vorwürfe die ihn besonders in seiner Würde als Präsident des israelitischen Konsistoriums treffen, verhalten wird. Gemeinderalswahlen. Beim ersten Wahlgang am letzten Sonntag wurden gewählt: Barr: Elie Weill; Brumath: Nathan Heller; Buchsweiler: Max Weill; Colmar: Dr. Lehmann; Courcelles: Leon Levy; Diedenhofen: Isidor Salomon; Düttlenheim: Charles Levy; Erstein: E. Weil; Forbach: Felix Barth; Gebweiler: Dr. Weill; Gerstheim: Abr. Eberhard; Grafenstaden: Achilles Baumann; Hagenau: Leon Moch und Dr. L. Weill; Jttersweiler: Leopold Weill; Lingolsheim: Laz. Oppenheimer und Laz. Heymann; Markirch: Maurice Dreyfus; Metz: Leiser und Tuteur; Neuweiler: Nathan Beer; Osthosen: Leopold Weill; Reichshofen: Jacques Strauß; Rosheim: Lazare Blum; Saarburg: Sylvain Berr; Saargemünd: H. Cahen; Schlettstadt: Albert Bloch; Thann: Leo Schwab und Alfred Spira; Weißenburg: Alfred Cers und Dr. Sal. Levy; Weitersweiler: Abraham Samuel; Westhofen: Michel Weil; Zabern: Dr. Cromback. Grußenheim: H. Picard. Slraßburg. Laut Verfügung des Oberschulrates vom 4. Mai d. I. ist den auswärtigen Schülern der höheren Schulen, deren Eltern darum nachsuchen, der Samstag vor Schevouot freizugeben. Hagenau. Die Verwaltung hat 600 Mark bewilligt zum Neubaufonds des Zufluchthauses. Hochfelden. Annähernd 50 Jahre find es, daß unser verehrter Kantor, Herr Leopold R o o s, im Amte sich befindet. 37 Jahre fungiert er, allseitig geachtet und geschätzt in unserer Kehillo. Herr Roos ist einer derjenigen, die treu dem traditionellen Judentum anhangen; er verfügt über eine prächtige Stimme, die, verbunden mit den althergebrachten Neginaus, besonders an den Jomim Nauroim, sehr erhebend wirkt. Möge Herrn Roos, der sich in allen Kreisen hiesiger Bevölkerung allgemeiner Hochachtung und Wertschätzung erfreut, beschieden sein, noch lange in voller Rüstigkeit seines Amtes zu walten. Lingolsheim. Folgende vier Lose: 794, 795, 815, 920 haben in der Tombola anläßlich unseres Jugendfestes vom 25. April d. I. noch gewonnen. Die Gewinne können bis spätestens am 1. Juni beim Vorsitzenden abgeholt werden, sonst verfallen sie dem Verein. Wetz. Der von den letzten Jomim Tauvim gegründete Talmud-Thora-Verein hat bis jetzt regelmäßig Samstag nach Mincha

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