Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 18 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18. Das jüdische Matt. 11 Blanc 11. — Pension Rosenblatt, Luzern, Frankenstr. 7. — Hotel Maison Blanche, Montreux, Avenue Nestle. — Restaur. Abr. Wassermann, St. Gallen, Goliathg. 28. — Hotel Edelweiß, St. Moritz. — Hotel Waldegg, Wengen. Htätset-Gcke. Sendungen für diese Rubrik nur an - Dr. Bloch-Barr erbeten. - 1. Silbenrätsel. Von Madleine, Marcel u. Lucien Weil, Rosheim, ab, as, bal, bern, berg, del, di, e, e, e, es, fei, ga, gru, glo, i, ka, li, 11, Ion, mum, phi, ra, ri, sa, ta, za. Aus obigen Silben sind 11 Wärter von folgender Bedeutung zu bilden- 1. berühmte Orakelstätte. 2. jüdische Vereinigung. 3. israel. Richter. 4. franz. General aus dem Krieg 1870. 5. großer Prophet. 6. heißer Wind. 7. Schriftgelehrter in Israel. 8. Berg in Afrika. 9. schönes Städtchen im Elsaß. 10. Festung in Schlesien. 11. Verwandter Davids. Sind die Wörter richtig gefunden, so ergeben die Anfangs¬ und Endbuchstaben — letztere von unten nach oben — das größte Weltereignis aller Zeiten. 2. Zahterrratset. Von Oberrealschüler Louis Klein, Mülhausen. 123456759 Schülerfest. — 2 0 2 7 Urmensch. — 3 2 1 11 1 2 5 2 Jüdische Provinz. — 429 12 6 13 42 Jüdischer Freiheitsheld. — 5 14 2 Urmutter. — 6 7 5 9 Maß. — 7 6 15 5 15 Gottesmann. — 5 0 5 16 Garten. — 9 2 7 6 17 18 Stad in Gad. — Anfangsbuchstaben erstes Wort. Rütsellssmrgen aus Uv. 18.71«. 1. Gut; Uhr; Tat; Jahr; Ost; Most; Tausch; Onkel; Vater „Gut Jomtov." 2. Sederabend; Eden; Debora; Erde; Rabbiner; Adar^ Baesa; Ebro; Nissan; Dan, Richtige UatseUösrmgerr: Ein Rätsel: Georg Wahl, Dörnach. — Roger Schwöb, Paris 3, rue kodier. — Rosa Revel, z. Zt. Straßburg. Zwei Rätsel: Julius Raphael, Mittelbronn. — Louis Klein, Oberrealschüler, Mülhausen. — Siegfried Berghei-ner, Untertertianer, Breisach. — Lucien Baer, Eugene Schwartz, Marcelle, Baer, Barr. — Renee u. Lucie Simon, Reichshofen. Drei Rätsel: Julius, Fanny u. Dora Mach, Merzweiler. Für die hungernden Kinder in Jerusalem. Anonym-Jngweiler 5 Ji. Sprechsaal'. Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion) keine Verantwortung.) Kalendarisches. In den nächsten drei Jahren fällt außer dem Versöhnungstag kein Feiertag auf Sabbat, dann auch wieder wie in diesem Jahre der 1. und 8. Tag des Pesachfestes. Wücheröesprechung. Arterienverkalkung des Herzens und des Gehirns. Ursachen, Verhütung und Behandlung m i t besonderer Berückst chtigung der Lähmungen und des Schlagflusses von Dr. Honcamp und Dr. Walser. 10. Ausl. Hvf-Verlag von Edmund Demme, Leipzig. (0,50 M.) Abgenutzte, unbrauchbare, vom Organismus nicht aufnehmbare Stoffe suchen sich überall da festzusetzen, wo ihnen der Organismus den schwächsten Widerstand bietet, mehr oder minder große Schädigungen der gesamten Lebensverrichtungen sind die Folge. Eine dieser Schädigungen schwerster Art ist die in ihren Grundursachen noch immer nicht ganz feststehende, dafür aber nach ihren äußeren Merkmalen nnd nach ihren Beschwerden um so bekanntere, in der Jetztzeit leider besonders stark verbreitete Arterien-Verkalkung oder Verhärtung, d. i. die chronisch verlaufende Form der Arterien-Entzündung, mit erschwertem Kreisläufe des Blutes in den Schlag- oder Pulsadern. Der 80 jährige Arzt Sir Thomas Crosby sagt: Achten Sie vor allem auf ihre Arterien! Ein Mensä) ist genau so alt wie seine Arterien. Wenn sie degenerieren, schoppt sich das Blut im Gehirn oder sonstwo an, und man ist fertig. Wie diese Krankheit entsteht, wie sie verhütet und behandelt wird, lehrt das billige Büchlein. Gin Sliimmmgsöitd. n'oxn ann nx Tins? Der Frühling hält seinen Einzug. Frühling! An wen, kann dieser Gottesbote spurlos vorüberziehen? Muß ihn nicht jeder erleben im tiefsten Innern bewußt oder unbewußt? Pulsiert nicht jedem das Blut rascher? Nehmen wir nicht mit all unfern Sinnen wahr, wie es rauscht und pocht, wie es keimt und sproßt, wie alles zu neuem Leben erwacht? Es grünt so saftig und frisä) und we^n die Sonne mit ihren Strahlen das junge Leben erwärmend kost, wenn der Himmel in zartem Blau über der jungen Welt sich ausspannt und die Vögelein mit Anbruch des Tages ihr Hallelujah hinausjauchzen, können wir denn da anders, als in den Jubelgesang mit einstimmen? Und ob wir auch jedes Jahr das Wunder der Wiedergeburt alles scheinbar Toten miterleben, immer von neuem wirkt dies Werden so reinigend und erhebend. Es erwacht die Sehnsucht in uns nach allem Großen, Schönen, Guten, hier, wo wir das göttliche Walten so greifbar vor uns sehen. Doch es bleibt nicht bei dem Verlangen, Begehren, das sich auf Fernliegendes, Unerreichbares erstreckt und in Depression endet. Der Wille, selbst tätig zu sein, alles, was in unfern Kräften steht, einzusetzen zur Verwirklichung unserer Ideale wird gestärkt und gestählt, wenn wir des Lenzes Wundermacht verspüren. So eine freudige Vorahnung von dem Schönen, das das Leben uns noch bringen wird, hält uns im Bann, die Freude zieht ein in unser Gemüt, die alles Gute, dessen wir fähig sind, zeitigt. Wir wollen unserm Menschheitsziel zustreben, wollen das Kalte, Leere fernhalten von uns, wir wollen uns ganz ausfüllen lassen von dem Reichtum, den wir als Juden, weil wir Juden sind, als kostbarstes Kleinod besitzen. Wir wollen Menschen werden, die diese in Sonne gebadete Natur zur schönsten Harmonie ergänzen. Von solchen Gefühlen und Gedanken beseelt erwartete ich die Tagung der 7. badischen Landessynode. Lang vor der festgesetzten Zeit fand ich mich mit vielen andern Ungeduldigen auf der Tribüne der zweiten Kammer ein, in der die Verhandlungen stattfanden. Die Sitze der Synodalabgeordneten waren noch vereinsamt. Die grünbeschlagenen, für den Oberrat reservierten Tische zauberten mir das Bild vor, das ich mir in meiner Schulzeit in Gedanken von dem gefürchteten Konferenzsaal gemacht hatte. Und hier saßen schon einige Abgeordnete, die sich eifrig Notizen machten. Nur von Zeit zu Zeit blickten sie auf, um bald hier, bald dort» einem bekannten Gesicht zuzunicken. Allmählich erschienen auch die anderen Deputierten. Da schüttelten sich treue Gesinnungsgenossen die Hand, in stillem Gelöbnis fest zusammenzuhalten, dort begrüßten sich politische Gegner, hier sitzt eine Gruppe ins Tagesprogramm vertieft. Wie interessant, aus den Charakterköpfen, dem Blick, dem Auftreten der Gestalten die 'Mediziner, Juristen, Kaufleute herauszustudieren! Auch die Galerien, Journalistenlogen füllten sich. Enggedrängt saß da und stand da gemütlich plaudernd die Karlsruher Judenheit, Wißbegierige und Neugierige dicht beieinander. Plötz-