Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 17 (24.4.1914)
- Date
- 1914-04-24
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Das jüdische glatt ■ Nr. 17 deren Vorzüge und Fehler, kam der Redner auch auf die hiesige Israel. W a i s e n a n st a l t zu sprechen und führte nach Mitteilung in den Zeitungen in bezug auf dieselbe das Folgende aus: „An dieser Stelle drängt sich mir unwillkürlich das Bedürfnis auf im Vorbeigehen mit einem herzlichen Worte auch der hiesigen Israel. Waisenanstalt Erwähnung zu tun. Sie erhält ihre Zöglinge meist aus ländlichen Gemeinden der drei Frankenlande, Schwabens und der Rheinpfalz, also aus den verschiedenartigsten Herkunftsverhältnissen. Während die Knaben gewöhnlich die isr. Realschule besuchen, werden die Mädchen meist der städtischen Volksschule zugewiesen. Hier ist nun der unter den Kindern allenthalben wahrnehmbare Geist heiterer Gemütsart und froher Zufriedenheit mit besonderer Genugtuung hervorzuheben. Als langjähriger Schulhausnachbar und als' Leiter zahlreicher weiblicher Zöglinge seit geraumer Zeit stehe ich zu der Anstatt in einem innigen, wenn auch stillen Freundschaftsverhältnisse. Rach dieser meiner eigenen vieljährigen Erfahrung darf angenommen werden, daß in den zuständigen Schulhäusern kaum jemals ein israel. Waisenkind angetroffen wird, das dem Klaßlehrer in disziplinärer Hinsicht auch nur die geringste Schwierigkeit bereitet hätte. Im Gegenteil, die Kinder geben fast ohne Ausnahme in bezug auf Strebsamkeit und Wohlanständigkeit der ganzen Klasse ein leuchtendes Vorbild. Dabei möge noch erwähnt sein, daß die allerdings von den Glaubensgenossen gut unterstützte Anstalt jedes Kind, auch wenn es seinem Alter nach schon früher zur Entlassung kommen könnte, mit aller Mühe bis das für es erreichbare Lehrziel bringt. Möchten alle armen des Lichtes und der Liebe bedürftigen Anstaltszöglinge sich gleicher Fürsorge erfreuen!" Nürnberg. Dem fränkischen Kurier entnehmen wir folgende Mitteilung: Tagung der israel. Kultusgemeinden. Gestern haben hier die Vertreter der israel. Kultusgemeinden Ansbach, Bamberg, Bayreuth, Gunzenhausen, Ichenhausen, Kissingen, Kitzingen, Neustadt a. S., Nördlingen und Treuchtlingen getagt. Einstimmig haben sich diese Gemeinden gegen die Äustrittsmöglichkeit, die Proporzwahl und die Zentralkasse ausgesprochen. Nur eine Gemeinde wollte die Austrittsmöglichkeit in Großgemeinden zugestehen. Eine Anzahl weiterer Gemeinden wird sich der gefaßten Resolution anschließen, auch viele Private. sWir begrüßen diese Tatsache zum mindesten als ein Zeichen dafür, daß endlich die Gemeinden und die Mitglieder derselben ansangen, sich mit den Fragen der Revision zu beschäftigen. Daraus dürfte sich allmählich ein klarereres Bild ergeben, als es bisher der Fall war.j Preußen. Berlin. Auf die wiederholte Auslobung des D.I.G.B. betr. „M ethodik des jüd. Religionsunterrichts" sind drei Bearbeitungen bei dem Preisrichterkollegium eingelaufen, von denen zwei den Bedingungen nicht genügt haben. Als Verfasser der dritten mit dem halben Preise gekrönten Schrift hat sich Herr B. Gottschalk,' Berlin, Braunsbergerstraße 7, ergeben. Das Urteil lautet wir folgt: „Die Schrift mit dem Kennworts „Adonai zidkenu" ist die Arbeit eines begeisterten Lehrers von tiefer Religiosität, von umfassender allgemeiner und religionswissenschaftlicher wie pädagogischer Bildung, der die Kindesseele kennt und weiß, was reifere Schüler in religiöser Hinsicht bewegt. Der Verfasser bekundet eine genaue Kenntnis und sorgsame Erwägung der den Religionsunterricht überhaupt betreffenden Fragen, sine tiefe Auffassung der Aufgabe und der meisten Zweige des jüdischen Religionsunterrichts und zeigt unter kritischer Berücksichtigung der methodischen — auch minder bekannter — Schriften — und unter nachdrücklicher Betonung der religions-pädagogischen Forderungen — für einige Zweige des Unterrichts — den rechten Weg. Er verfehlt aber diesen aus dem Gebiete des hebräischen Unterrichts und verfolgt auf dem der Religionslehre einen solchen, der zur Trennung von Zusammengehörigen führen muß. Sodann geht er auf den Religionsunterricht an den höheren Schulen, deren Berücksichtigung in dem Preisausschreiben ausdrücklich gefordert ist, nicht genügend ein. Aus diesen Gründen ist seiner Arbeit nur der halbe Preis zuerkannt worden. Berlin im März 1914. Holzmann, Hochfeld, Galliner, Vogelstein, Tachau." Den Bearbeitern der beiden andern Preisschriften wird vom Büro des D.I.G.B. das Urteil des Preisrichterkollegiums über ihre Arbeiten auf Wunsch zugestellt werden. Bingen a. Rh. Durch die radikalen Reformen in der hiesigen Synagogengemeinde sahen sich mehrere steuerkräftige Mitglieder veranlaßt, ihren Austritt aus der Gemeinde zu erklären und sich der orthodoxen Religionsgesellschaft anzuschließen. Wie nun verlautet, will die Gemeinde die Neuerungen nicht eintreten lassen, damit die erwähnten Mitglieder wieder zurückgewonnen werden. Einer der Herren soll auch schon daraufhin seinen Eintritt wieder angemeldet haben Unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Mitgliedschaft bei der Religionsgesellschaft, -c.- Euskirchen. Am 1. April wurde die Isr. Lehranstalt seitens der Schulbehörde einer Revision unterzogen. Wie sehr die junge, aufblühende Anstalt das Vertrauen rechtfertigt, das ihr aus weiten jüdischen Kreisen entgegengebracht wird, beweist der Umstand, daß ihre sämtlichen Zöglinge in die nächsthöhere Klassen versetzt worden sind, worunter 17 Schüler, die das städtische Gymnasium besuchen. Den 5 Schülern der Untersekunda wurde auf Grund ihrer Jahresleistungen das Reifezeugnis für den Einjährig-freiwilligen Dienst zuerkannt. Köln. Tie in der Zeit vom 12. bis 19. April ds. Js. für den Jüdischen Nationalfonds eingegangenen Spenden betragen 9043,22 dl. Hiervon entfallen auf Rußland 3650,58 dl, auf Deutschland 2013,05 dl, Galizien 1311,14 dl, Holland 703,43 dl, Südafrika 557,75 dl, Palästina 407,39 dl, Argentinien 127,17 dl, Diverse Eingänge 272,71 dl. Posen. Am bevorstehenden 3. I j a r (29. April), dem Todestage unseres hochverehrten Herrn Gemeinderabbiners Dr. Wolfs Feilchenfeld wird hierorts eine Jeschiwa (Lehranstalt zur Förderung der Thorakenntnis) eröffnet. Das provisorische Komitee besteht aus den Herren: Rabbinatsassessor L. Krause, Rabbiner Dr. M. Silberberg, Kaufmann S. Gellert, Kaufmann A° Pinczower und Kaufmann A. Rzeszewski. Der Unterricht ist unentgeltlich. Meldungen sind bis spätestens 1. Siwan (26. Mai) an Herrn Rabbinatsassessor Krause (Posen, St. Adalbertstr. 161) zu richten. Vorbedingung für die Aufnahme^ ist ein streng religiöser Lebenswandel. Kaden. Karlsruhe. Dem israel. Religionslehrer Herrn Isidor B a e r in Offenburg wurde vom Großherzog Friedrich II. das Verdien st kreuz vom Zähringer Löwen verliehen, -c- Schweiz. Zürich. Unsere Agudas Jisroel Jugendgruppe bemüht sich nicht nur unter der schulentwachsenen Jugend die Kenntnis des Judentums durch Kurse und Vorträge zu verbreiten, sondern zählt es zu ihren vornehmsten Aufgaben, auch die schulpflichtige Jugend für das Studium der Thora anzueifern. Letzten Purim hat die Jugendgruppe für diejenigen Schüler hiesiger Unterrichtsanstalten, die bis zum Pesachfeste 16 Blatt lernen und ohne Buch geläufig aufsagen und erklären können, Prämien aus-