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Das jüdische Blatt · 1914-04-03 · 14 (3.4.1914) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
14 (3.4.1914)
Date
1914-04-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Das jüdische Matt. Nr. 14. Dieser Art Züge sind häufig an Eliahu hervorgehoben, sogar eine Art Jovialität und Humor sind von der erhabenen, manchmal strengen und herben Gestalt nicht fern gehalten. Der Verfasser hat alles, was die Bibel im ersten und zweiten Buch der Könige an Ereignissen, Reden und Bemerkungen mitteilt, erschöpfend und klug benutzt und so ein recht anschauliches Bild von der ganzen Regierungszeit des Königs Ahab und der Königin Jsebel geschaffen. Er hat auch die Ausführungen des Talmuds und des Midrasch zu den betreffenden Kapiteln der Königsbücher benützt und wirklich treffend in fein Gedicht verwebt. Wenn man bedenkt, wie andere Dichter biblische Stoffe und Personen zu Zerrbildern verunstaltet haben, wie sie falsche und dem Judentume geradezu entgegengesetzte Charakterzüge, Reden und Gedanken den biblischen und geschichtlichen Personen andichten und in den Mund legen, so ist es doppelt erquickend, sich bei dem vorliegenden Gedichte auf jüdischem Boden zu fühlen, selbst wenn ab und zu einmal ein moderner Frankfurter Ton aus den Reden und Szenen herauszuklingen scheint. Treffend ist König Achab gezeichnet als Freigeist, der an Thora und Gott nicht zu glauben vorgibt, später aber mit einstimmen muß in Ruf und Glauben „Haschern ist Gott". Wohl ausgeführt ist die talmudifche Bemerkung, daß Achab ein gutherziger König ist. Seine Gutmütigkeit geht sogar im Gedichte so weit, daß sein Weib, die syrische Königstocher Jsebel, ihn verachtet und ihm die Erfüllung des Gattenrechtes weigert; auch diese lenkt am Ende des Stückes um. Schön ist der jüdische Zug dargestellt, wie auch der König unter dem Gesetz steht, wie die „Untertanerr" aufrechte stolze Männer und Frauen sind und ihrer persönlichen Würde und der Ehre des Hauses und des Gastrechts vom König nicht zu nahe treten lassen. Durch das ganze Stück zieht sich der Widerstreit zwischen Thoragläubigkeit und Heidentum, zwischen Freigeisterei und Gottesglauben, nicht in Diskussionen allein, sondern in Handlungen. Wunderschöne Szenen wechseln mit Auftritten voll Spannung und dramatischer Kraft. Die Sprache ist schön und voll dichterischen Schwunges; das ganze Drama in fünffüßigen Jamben abgefaßt. M. K. in M. -- Sprechsaar. Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Reda!t on) keine Verantwortung.) An den Herrn Hagodaul. Hätten Sie, Herr „Hagodaul", etwas länger gewartet, hätte ich Ihnen vielleicht eine Antwort auf meinen ersten Artikel erspart. Ich habe ja geschrieben, ich werde später angeben, wer nach meiner Meinung am ersten daran schuld ist, daß die jungen Leute so schwer Stelle finden, wo sie Existenz finden und frei haben. — Ich will nun deutsch mit dem Hagodaul sprechen; Erwartet habe ich mir eine solche Antwort von gewissen Seiten, die einen mit schönen Worten abspeisen: Tauroh Jiroh, bitochen, Emunoh! Es fällt mir ein ein; Es kam ein junger Mann zu einem großen Geschäftsinhaber, um eine freie Stellung bei ihm zu verlangen, und erklärte, wie schwer es fei, eine solche zu erhalten; er könne doch nicht Hungers sterben. Der Geschäftsmann antwortete ihm, es fei bei ihm nichts frei, und mahnte den jungen Mann, daß man für die Religion Opfer bringen muß. Es steht „Paß bemelach taucheil, Majim bimschuro tischte, alhoorez tischon . . ." Der junge Mann fiel ihm ins Wort und endigte selbst den Satz: „. . . Im ato! auseh kein, aschrecho wetaufloch." — Mit eizaus sind wir versehen. — Auch wußte ich, daß man mich an die Sabbatfreunde und Freie Vereinigung, Agoudoh, verweist. Run gerade unter diesen finde ich die Hauptschuldigen. Recht hat Hagodaul, wenn er sagt, daß es noch Geschäfte gibt, die frei geben. Aber sehen Sie die Geschäfte von vielen der Mitglieder dieser Vereine an. Wie sieht's darin aus? Lehrlinge nehmen sie wohl, aber wenn diese Lehrlinge ausgelernt haben, machen sie es wie dieser bekannte Bankier in F. Sie rufen sie ins Bureau, gratulieren und bemerken; „Jetzt haben Sie ausgelernt, jetzt sind Sie Kommis, aber nicht bei mir." — Oder geben ihnen einen winzigen Salär, die Hauptposten aber sind besetzt durch Nichtjuden und Poschim. — Andere Mitglieder von Trennungsgemeinden oder Agoudoh nehmen einen Hausknecht oder sonstigen Arbeiter als sogenannten Teilhaber, machen auf an — Andere gründen Aktiengesellschaften, werden Direktoren, somit können sie unter ihrer Direktion das Geschäft am pQjy öffnen. Diese Herren, die selbst nicht am Sabbat arbeiten, werden dann ganze Antisemiten. Juden, die am Sabbat arbeiten, wollen sie nicht, und solche, die den Sabbat beobachten wollen, können sie, angeblich, nicht engagieren. Ich glaube, daß diese Herren Geschäftsinhaber oder Direktoren eher Opfer bringen können als der arme Stellensuchende. Lau Hamidrosch hoikor elo hamaaseh. — Was nützen die Vereine, Verbände letauvas. Emounoseinou, wenn von den Mitgliedern und Anregern das gute Beispiel nicht kommt. Noch ein Wort „Hagodaul"; Wenn die jungen Leute keine Emounoh hätten, würden sie keine am Sabbat freie Stelle suchen. Es kommt mir sehr oft vor, daß ich Stellen für solche jungen Leute zu suchen habe und ich spreche aus Erfahrung. — Haben etwa die Leute die Tränen vergossen, weil sie keine am Sabbat freie Stelle finden können, keine Emounoh? Soll man diesen Emounoh, Tauro predigen und nicht vielmehr den Prinzipalen, die sie nicht angestellt haben??! — Diese Fälle habe ich schon manchmal miterlebt. — Was geschieht aber, wenn ein junger Mann Ausdauer zeigt und sich wegen des Sabbat schwer und ärmlich durchdrückt? — Findet er die nötige Würdigung und Ermunterung bei den Thorapredigern. Ein solcher junge Mann müßte die Hochachtung der wahren Jehudim finden. Ich sehe aber, daß ein reicher Posche immer noch mehr gilt als ein armer Zadig — sogar bei unseren Orthodoxen. — Es sieht daher sehr schlimm aus für die Zukunft und man kann diesen einigen großen Firmen, die in Wirklichkeit alles aufbieten, um den zahlreichen jungen Leuten und Familienvätern dazu verhelfen, in ihren Geschäften den Scrbbat zu halten, ohne daß sie Sorge für ihre Existenz zu haben brauchen, nicht genug Hochachtung und Dank entgegenbringen. Diese isolierten Firmen tun mehr fürs Judentum als alle Agudas und Vereine, deren Mitglieder diese Firmen nicht nachahmen. — Al tehi birchas Hediot Kaloh beeinecho. „Hakotaun" -^---. Hedakjah. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Sie waren wieder vereinigt, nur zwei fehlten, Dinah und der Edle, der Reine, dessen ganzes Leben eine fortlaufende Kette selbstloser Taten war und dieser Verlust ließ keinen Laut der Freude über die überstandene Gefahr aufkommen. Es lag ein Schmerz in den Herzen der Beteiligten, der sich nicht beschreiben läßt. Jeremia hatte wie ein Kind bei der Leiche Gedaljahs geweint, und die Krieger erinnerten sich mit Schauer an diesen Anblick. Jochanan und Zippora waren ganz zerstört, der Schlag schien an die Wurzel des Lebens gegangen zu fein. Jsmael hatte nicht den Todesstoß erhalten, er lebte noch einige Stunden, es waren aber Stunden, davon eine einzige hinreichend zur Strafe eines ganzen Verbrecherlebens gewesen wäre,

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