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Das jüdische Blatt · 1914-03-27 · 13 (27.3.1914) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
13 (27.3.1914)
Date
1914-03-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13. Das Mische Matt 7 war zwei Tage vor ihrem Tode nach 22 jähriger Abwesenheit in Amerika heimgekehrt. Saargemünd. Am 29. März trat die bekannte Künstlerin Frl. Jda S ch e l l e n b e r.g im Neuen Theater auf, um den jüdischen Mitgliedern der Gemeinde die in anderen Städten schon bekannten Jargon-Vorträge, Rezitationen und Gesänge vorzutragen. Frl. Schellenberg hat alle Erwartungen übertroffen; wahre Beifallsstürme erntete die Künstlerin, man muß sie erst gesehen und gehört haben, sowohl in ernsten als in heiteren Szenen. Ich möchte Frl. Schellenberg für alle jüdischen Vereine empfehlen, sie zu einem Vortrag zu gewinnen. In Paris, London, New-Pork sind solche Vorträge immer sehr begehrt und besucht. A. Kahn, Oberkantor. Saargemünd. Der Oberzeugmeister der städt. freiwilligen Feuerwehr, Herr W. Weil, erhielt vom Bürgermeister folgendes Schreiben: „Namens der Stadt spreche ich Ihnen für die mustergültige Arbeit, die Sie der Stadt im verflossenen Jahre in Ihrer Eigenschaft als Zeugmeister der freiwilligen Feuerwehr geleistet haben, den wärmsten Dank aus." Saarlouis. Hier wurde ein Gabriel-Rieser-Verein ins Leben gerufen. Etwa 100 Mitglieder meldeten sich sofort. Es sollen noch in nächster Zeit einige namhafte Redner gehört werden. Kayern. Gunzenhausen. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hielt am 22. März dahier eine auch aus der Umgebung gut besuchte Propagandaversammlung ab. Der Referent, Herr Rechtsanwalt Dr. Holländer-Berlin, legte Ziele und Zwecke des Zentralvereins nach vier Seiten dar: Erziehungsfrage (Beseitigung der Indolenz weiter Kreise), religiöse Fragen (Bekämpfung der Angriffe auf die Ehre der Religion, Schechitah, Sonntagsruhe), politische Fragen (Eintreten für Gleichberechtigung), und endlich wirtschaftliche Fragen (Besiedelung des Landes). Die Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft. Der Rabbiner aus Ansbach verlangte, daß in bayerischen Angelegenheiten der Zentralverein allein nicht tätig sein solle, und betonte, daß die religiösen Interessen bei den rechtsstehenden Parteien der Parlamente sehr gut aufgehoben seien; es fei verfehlt, die Stellung zu politischen Fragen und Parteiungen generell regeln zu wollen; das politische Glaubensbekenntnis sei ebenso Heiligtum des Innenlebens wie das religiöse. In seiner Erwiderung betonte der Referent die Sympathien für das Zentrum. Auch die zionistische Frage wurde auf Anregung von Frl. Wolt erörtert. Viele von den Anwesenden traten dem Zentraloerein bei. Nürnberg. Der Rechenschaftsbericht des Talmud-Thora-Jnstituts in Schwabach gibt uns in seinem Vorwort über die ersprießliche und segensreiche Tätigkeit der altberühmten Anstalt eine kurze Information. Das Vermögen des Instituts beträgt 40 490 M, eine kleine Summe im Hinblick auf die großen Anforderungen, welche an die Anstalt gestellt werden. Es wäre zu wünschen, daß der Kreis der Gönner und Freunde sich immer noch weiter ausdehne, damit das Institut allen Wünschen gerecht werden könnte. Nürnberg. Alles schon dagewesen. Man verbreitet jetzt von München aus mit einer gewissen, nicht zu verkennenden Absichtlichkeit, daß die Gegner der Revisionsbestrebungen — nervös und psychopathisch veranlagt wären. Ach wie nett. Und man hat es verstanden, diese Gutmeinung in die Kreise des provisorischen Komitees der A. I. in Frankfurt hineinzutragen, so daß man auch dort lustig mit diesem Gedanken operiert. Ist das nicht wunderschön? Kaden. Konstanz. Der Jüdische Jugendverein besteht jetzt fast ein Jahr. In der kürzlich stattgefundenen Generalversammlung wurde der alte Vorstand: Herr Stadtrabbiner Dr. Chone, Herr Oskar Picard, Herr Handelslehrer A. Diedelsheimer und Frl. Gretel Lion wiedergewählt. Als Kassier wurde an Stelle des Fabrikanten Herrn Albert Schwab aus Kreuzlingen, der sein Amt Arbeitsüberhäufung halber abgab, Fabrikant Oskar Weill aus Kreuzlingen gewählt. Die Mitgliederzahl ist von 57 auf 139 gestiegen. Im Laufe des Winters wurden 11 größere Vorträge abgehalten. Außerdem eine Chanukkahfeier. Am Sonntag, den 8. März, sprach Herr Rechtsanwalt Deutsch aus Freiburg im I. I. V. über Zwecke und Ziele der jüdischen Jugendvereine. Der Vortrag war sehr gut besucht. Es entspann sich eine rege Diskussion. Am Sonntag, den 14. März, veranstaltete der hiesige jüdische Iugendverein eine Purimfeier, die geradezu einen glänzenden Verlauf nahm. Nachdem Herr Handelslehrer A. Diedelsheimer die sehr zahlreich Erschienenen herzlichst begrüßt hatte, wurde das Programm in flotter Weise abgewickelt. Besonders zu erwähnen sind die von drei Technikern gespielten russischen Lieder, ferner eine humoristische Sitzung im Iüd. Jugendverein und als Glanzpunkt und Schlußnummer ein Tangotee in Konstanz. Das Pensionat Wieler hatte, wie immer, ebenfalls eine gute Sache, „Hotelbetrieb" genannt, gebracht. Darauf folgte ein Ball. Mit diesem Fest hat der Jugendverein alles bisher in Konstanz Gesehene und Gehörte überboten und er darf stolz auf seine Leistungen sein. 1 Wochenkalender. 1914 5674 Sabbat 28. März 1. Nissan Enn mi. snnn 'd •Nnp^i Sonntag 29. „ 2. „ Montag 30. „ 3. „ Dienstag 31. „ 4. „ Mittwoch 1. April 5. „ Donnerst. 2. „ 6. „ Freitag 3. „ 7. „ Gebetszeilen. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Ansbach . 7 U. 30 Bafel . . -. 7 u. 34 Fürth . .. . . 6 1t. BO 7 U. 20 Mülhausen. . . 6 U. 30 7 U. 30 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . . 6 U. 15 7 U. 20 Strahburg: Synagoge Kleberstaden . . „ Kageneckerstraße . . 6 U. 30 . . 6 U. 30 7 U. 30 7 U. 30 Stuttgart. 7 U. 2b (Amtswoche: Stadtrabb. Dr. Kroner, Kirchenrat.) Für die hungernden Kinder in Jerusalem. Herr Gustave Levy-Buchsweiler 2 dl. Herr Sekretär Joseph Weill-Buchsweiler 4,30 dl. Ungenannt Lausanne 10 di. Herr

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