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Das jüdische Blatt · 1914-03-20 · 12 (20.3.1914) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
12 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Nr. 12. Das jüdische Klatl. sprechend mit der Spenderliste des Erez-Jsrael-Bureau, Mülhausen, an die von ihnen angegebene Adresse in Newyork 94 th Street abgeschickt worden. Erez-Jsrael-Bureau, Mülhausen. si a Parnoso henn on de Schawes halte kenne, das müsset am erschte gsorigt sei, die Kender wore onseri schpätere Balbatim. Hakötaun. Ein Psalmbuch enthält die erste gedruckte Erwähnung des Mannes Lolumbus. Bei einer Ausstellung hebräischer Handschriften und Frühdrucke, welch? der Jahresversammlung der amerikanischen Society of biblical Literature and Exejjesis aus den reichen Schätzen des Jewish Theolo<>ical Seminary in New-Pork, in dessen Gebäuden die Tagung stattsand, vorgelegt wurde, erregte die Genueser Ausgabe der Psalmen aus dem Jahre 1516 besonderes Interesse. Diese enthält außer dem hebräischen Text eine griechische, ein? arabische und eine aramäische Uebertragung. Dazu tritt ein lateinischer Kommentar, in dem u. a. von der Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus die Rede ist. Dieses ist die erste in einem gedruckten Buch sich findende Erwähnung des großen Ereignisses. Daß man si? gerade in einem Kommentar zu den hebräischen Psalmen feststellen konnte, wird n.ues Wasser auf die Mühle derjenigen führen, die dem Columbus jüdische Abstammung zuschreiben. ----— - Sprechsaar. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Liewer Rausch Hakrohol (7ch glaab, ich derf schreiwe)? Am Atang wie ich aili Artikel als gelese ha, Hab ich geglaabt, es esch an alter Parneß wie ebbes gelernt Hot; schau lanz awer esch mer der Sechel komme, aß es a Rewe sei miiß. On was for a Reue? a Rewe wü viel mey waas as die heitigi Rabbone n messe müen (a geischtlicher Rosch Hakohol senn er, haw ich recht?) — Ihr messe gilt, ja ganz güt, was en der Welt vorgeit en der Jedischkeit. - Recht henn er met dem Melischschokolate. — Onsri Jede senn ze viel Aulem hasse Kender. Sie welle alles ha, sie welle alles metmache. — Sie mün ihr Jvntefdeck Eis, ihri Jontefdecki Bremset ha. — Jhri Kaffi on Tan'jkränzlich onter Ofsicht. - s'get saugar Plätz wü sie s'Flaasch kauschergemacht ens Haus bekomme. Z'letscht Hab ich a Mamsell gseie vom a saue Ort, sie esch Kalle gewen, ou Hot net ge veßt, aß sie dau wü sie ane kommt, s'Flaasch tauscher mache muß. Sie Hot gemaant, wenn der Kazes es brengt, kämers ofstelle zum koche, sie Hot nex geweßt vom Auverflaasch, sie esch frau gewenn, wie ich 's ere gsaat Hab, denn es esch a recht from Madle g'.wen. - Ich ha a alter Freind ghet, er esch ka Aschkenes gewen, er Hot awer alleweil of hochdeitsch gsaal: „Besser ist oft ein Feind vom Guten", s'word sich zu viel met Ehalaumes anstatt ernschti Sache abgewe. S'wore Vereine, Verbäud, Agudes for Männer on Weiber, Madlich on Jonge gegrend. - S'wore Versammlonge gemacht en alli Ecke. Mer scheckt Missionäre min hoaulom adhocalom herom, mer hängt alles Geld an die Eisebahne, on mer laßt „der liewe Schawes kaudesch dahin gehen Wer z'erscht schold dra esch, an andersmaul: Was soll aus onsri Kender worre!!! wi s'ene schier onmeglich esch, a Platz ze send', wü Sederptauderei. Wenn Purim mit seinem ausgesprochenen heiteren Gepräge vorüber ist, die Megillorollen wieder auf ein Jahr in den Schrein gestellt werden, beginnt für uns eine Zeit, in der das menschliche Gemüt im Bewußtsein des herannahenden Frühlings freudig erregt wird. Der Frühling naht — und wir nähern uns dem Pesachfeste. Wir feiern mit Pesach die Erinnerung an unsere körperliche und seelische Befreiung vom Sklavenjoche Aegyptens. Zum Andenken daran, daß unsere Vorfahren durch die im Anblicke der Leichen ihrer Erstgeborenen kopflos gewordenen Aegypter aus dem Land? gejagt wurden und dadurch nicht einmal mehr Zeit hatten, den Teig des zur Reife bestimmten Brotes säuern zu lassen, denselben vielmehr ungesäuert mitnehmen und essen mußten, ist uns als ewiges Gesetz der Chomezgonuß während ganz Pesach verboten. Nicht nur, daß wir den Chomez nicht essen dürfen, auch in unseren Häusern darf es sich am Pesach nicht v o r f i n d e n. Es dürfte wohl kaum eine echt jüdische Hausfrau geben, die nicht schon gleich nach Purim mit dem gründlichen Reinmachen ihrer Behausung beginnt. In diesen vier Wochen wird das Oberste zum Untersten gewendet und umgekehrt; es wird nichts als gescheuert, geputzt und gerieben. Die Herren der Schöpfung finden es das ganze Jahr hindurch nicht so ungemütlich,.als in dieser Reinigungszeit und wissen nicht, in welcher Ecke der Wohnung sie Ruhe finden können. Aber tröstet Euch, Ihr Männer! Mit Anbruch des 14. Nifsans habt Ihr es wieder gemütlich in Eurem Heime, welches Euch während der Sfederabende noch einmal so traut wie sonst erscheint. Ja, wie schön, wie herrlich schön ist es, wenn man den Sseder im Kreise seiner Lieben feiern kann. Es dürfte wohl kaum im Jahre auch nur eine Stunde geben, in der ein in weiter Ferne weilender, jüdisch denkender und empfindender Jüngling so sehr die Fremde fühlt, als gerade am Pesach, speziell während der Sfederabende. Wie viele solche dürfte es wohl geben, die das Eintunken der Kräuter in Salzwasser für überflüssig finden, wird doch das Einzutunkende — wenn sie an die Sfederabende, die sie bei ihren Lieben verbrachten, zurückdenken —, durch das sie unwillkürlich beschleichende Heimweh schon von ihren Tränen gesalzen. Mein väterlicher Freund, der bei mir wohl eine derartige wehmutsvolle Stimmung ahnen mochte und diese im Keime ersticken wollte, lud mich vergangenes Jahr ein, die ersten Pesachabende im Kreise seiner lieben Familie zu verbringen. Daß ich dieser Einladung mit Freuden Folge leistete, wird man sich wohl denken können, ebenso braucht es wohl nicht erst erwähnt zu werden, daß mein liebenswürdiger Gastgeber und seine als gastfreundlich bekannte Gattin das erdenklichst mögliche taten, mir das Weilen in ihrer Mitte recht heimisch zu machen. Wir feierten den Sseder in gehobener angenehmer Stimmung und, nachdem der vorgeschriebene Teil der Hagodoh gesagt und vom Hausherrn wunderschön erklärt worden war, wurde das beste der Küche'aufgetragen. Wir waren beim letzten Gang des wirklich hervorragend guten Diners angelangt, als ich mich plötzlich vor Schrecken einer Ohnmacht nahe fühlte! Ja, was war das? Sehe ich recht oder ist es nur ein Traum? Man stellte Butter auf den Tisch! Butter bei einer fleischigen Mahlzeit! Und dies > muhte ich im Hause der mir als gewissenhaft und streng religiös i bekannten Familie, die selbst die kleinste Vorschrift mit gleicher Z>

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