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Das jüdische Blatt · 1914-03-20 · 12 (20.3.1914) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
12 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■Rdcb und Ausland: Leltungsprelsltlte. Vayern: Leitungsnummer 54S. Geschäftsstelle: - M. DuMont Schauberg, Stratzburg i. Elf. - Vertretung für Bauern und Württemberg: Max Eichinger, König!. Hofvuchhändler, AnSbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle: außerdem in Ttrastburg durch die Elfässtsche Aktiengesellschaft vurm. A. Ammel. In Basel durch I. Nordmann. Socin^iraße 36. In Zürich durch 41. Schneider, Badenerstraße 123. Bezugsbedingungen: Pro Luartal per Posl 7b Pfg. (exkl. Zusiellungsgebühren), per Streifband M. 1.25. In Frankreich unter Streifband 2.30 Fr. dar Vierteliabr. 10 Fr. das Jahr. In der Schweiz per Poll 4 Ir. das Iavr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. das Jahr. I« Oesterreich per Bost 4 Kr., per Streifband 9 Kr. das Jahr. I« England 2 Schilling. Amerika 50 Cents ver Vierteljahr. - Ins 0 cate nach Tarif. - Abonnements nimmt jede gdottanttalt entgegen. V. Zabrgang. Ltratzburg, 20. /Därz 1914, 22. Adar 5674. Mr. l2 Inhalt. Leitartikel: Der Staatsgedanke und J'rael. — Aus aller Welt. — Korrespondenzen. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Familiennachrichten. — Rätsel-Ecke. — Briefkasten. — Vermischtes. — Sprechsaal — Sederplauderei. — Inserate. Z» ms "D. Aer Staatsgedanke und Israel'. Selbst König Salomo, der in die tiefsten Geheimnisse des Webens von Natur und Geist eingedrungen war, vermochte das Rätsel nicht zu ergründen, welches in parschas poroh beschlossen liegt; derselbe Stoff, der den Unreinen befähigte, das Heiligtum wieder zu betreten, verschloß dem bisher Reinen zeitweilig die Pforten desselben. Das wird auch uns ungelöste Frage bleiben. Hingegen erblickt altjüdische Weisheit einen engen Zusammenhang dieses Opfers mit dem Feste der Freiheit, mit dem Werdegang Israels durch die Geschichte, mit den Beziehungen zu anderen Nationen, wenn sie die in der Thora verlangten Eigenschaften dieses Opfers deuten. Spielen doch überhaupt die „vier Königreiche" im Anschluß an Secharjas und Daniels Gesichte eine ganz bedeutende Rolle in der jüdischen Geschichtsbetrachtung. Die rote Farbe, so meinen Sie, ist ein Bild Babels; das ist die höchste Stufe der Unreinheit, die unglückseligste Form des Staatsgebildes, wenn nur wilde Leidenschaft das Szepter führt. Auch in solchen Staaten war Israel hörig geworden und hatte gelernt, dem Sturme entfesselter Volksleidenschaft die stille Hoffnung des Dulders entgegenzustellen, die Unreinheit seiner Umgebung durch die Reinheit des eigenen Wollens zu lösen. In der verlangten Vollkommenheit wiederum sollte ein Hinweis auf das medischpersische Weltreich gegeben sein. Vollkommen war da alles nach außen, das harmonische Bild einer wohlgefügten Organisation, Verordnungen sogar darüber, wer Herr im Hause sein solle, wie wir im Buche Esther lesen. Da mochte sich der Bürger wohlsühlen und ein geruhsames Nachtwächtertum sich breit machen. Das war diejenige Form der menschlichen Vergesellschaftung, die für den Daseinszweck des jüdischen Volkes mancherlei Gefahren in sich barg; das persönliche Wohlbehagen erstickt die Ideale. Auch durch diese schweren Stunden war Israel gegangen; daß es das Unreine in diesen rein aufs Aeußere gerichteten Bestrebungen erkannte, war sein Glück und der Eckstein seines Bestandes. Noch größer jedoch war die Gefahr in den vom griechischen Geist getränkten Zeitläuften; „an welcher kein Fehler ist", das ist das Königreich Iavan, welches der Wahrheit so nahe kam. Ist es doch so unendlich schwer auf dem Gebiete des Denkens, des Forfchens, vor allen Dingen auf dem Gebiete des Göttlichen, die Grenzen von wahr und nicht-wahr, von rein und nicht-rein zu erkennen. Berührten sich doch die Resultate der griechischen Philosophen in so manchen Punkten mit dem, was in Israel ererbtes Geistesgut war. Da waren Zeiten, in denen die Könige und die Völker mit den Dichtern und Denkern gingen. Ernste Stunde für jüdisches Wesen! War es wirklich vonnöten, die kleinen Unterschiede zu betonen? War es möglich, die Grenzlinie zwischen rein und unrein auch nur zu finden, geschweige denn einzuhalten? Da mußte es sich zeigen, ob die in parschas poroh beschlossenen Gedanken Israel noch befähigten, ein Pesachopfer in alter, dankbarer Hingabe darzubringen — und die alte Kraft hat sich bewährt. Endlich kam Edom, kam Rom; „auf die nie ein Joch kam", das ist das Zeichen Edoms, das ist der verkörperte Staatsgedanke, für den die Interessen des einzelnen gar nichts galten, der die Fremden rechtlos machte. Das war das Gegenteil Babels, das an die Stelle heißen Blutes kühle Grausamkeit setzte. Doch auch dem stolzen Edom war Israel gewachsen. Und so zieht es denn mit seiner Sehnsucht nach Reinheit seine Pfade weiter, stets bereit, die Reinen aller Völker in fein Heiligtum zu rufen. V. K. Deutschland. Die Polemik gegen den Verein zur Förderung israel. Speisehüuser und der neu zu gründende israel. Wirlsverein. Als ich die verschiedenen Eingesandt und den offenen Brief des Herrn Josef Goldschmidt, Travemünde, im „Hamburger Isr. Familienblatt" und anderen Zeitungen gegen die Besteuerungen

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