Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 10 (6.3.1914)
- Date
- 1914-03-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Das jüdische Matt Nr. 10 RalseUosmigea aus Ilr. 8. 1. ABRAHAM, ABSALOM, SAMAR1A, JOHANNA. 2. Mül Hause», über, Lea, H.nd, Abel Ulm, Lein, Endor, Rebo. Richtige KalseUosungeu: Ein Rätsel: Moritz Scharff, Knabenwaisenhaus, Hagenau. — Sylvain Kahn, Realquintaner, Epfig — Dolande Falk, Diemeringen. — Jacques, Jenny u. Alice Braun, Ingweiler. — Relly Kahn, Hatten. — Jetka Hedel Schlamme, Armand Roos, Julius Reblaub, Max Weil, Maurice Schwab, Albert Metzger, Edi Schlamme, Buchsweiler. — Norbert Lehmann, Dauendorf. — Fr. Fanny Braun, geb. Herzog, Ingweiler. — Susanne Bloch, Epsig. — Germania u. Martha Siesel, Diemeringen. — Germaine Levy, Müttersholz, z. Zt. Hayingen. — Renöe u. Lucie Simon, Reichshofen. — Renee Mannberger, Straßburg. Zwei Rätsel: David Bloch, Quatzenheim. — Martin Ott, Realprimaner, u. Marguerite Ott, Buchsweiler. — Suzanne u. Alice Job, Jmlingen. Drei Rätsel: Jeanne u. Julien Ullmann, Riederhagenthal. Vier Rätsel: Sarah Guthmann Wittersheim, z. Zt. Westhofen. — Rene u. Marthele Cahn, Westhofen. Den ^reis für erfolgreiches Ziaten im Monat Aebruar erhielten Martin u. Marguerite Ott, Buchsweiler. Für die hungernden Kinder in Jerusalem. Von Mme. Nonette Kling in Dauendorf di 5.—; von Sylvain Kahn aus Epfig dl 3.—; von Mlles. Lucie und Anna Bloch-Ingweiler di 4.—. Ein jüdischer Sanilätsches in Nerv-Iork. Aus Nerv-Park wird geschrieben: Der bisherige leitende Direktor des jüdischen „Mount Sinai Hospitales", Dr. S. S. Goldwater, wurde zum Chef des Sanitätsdepartements von Groß- New-Pork ernannt. Dr. Goldwater ist nicht nur als medizinischer Fachmann, sondern auch als Organisator eine hervorragende Kraft, was schon daraus hervorgeht, daß als Ersatz für seine Tätigkeit im Mount Sinai-Hospital, in welchem im vergangenen Jahre 5326 Patienten in Behandlung und Pflege standen, zwei Kräfte, und zwar eine für die medizinische und eine für die kaufmännisch-organisatorische Tätigkeit bestellt werden mußten. Bei dieser Gelegenheit wird es inteffieren, zu erfahren, daß die Auslagen des erwähnten jüdischen Spitales im Jahre 1913 nicht weniger als 469 892 Dollar, d. h. also über i 800 000 Mark betrugen. Die Danksagung des Mendel Beilis. Mendel Beilis, der bekanntlich schon in Palästina angekommen ist, hat, bevor er in Triest Europa verließ, im Wege des Warschauer jüdischen Tagblattes „Haint" folgenden Dankbrief veröffentlicht: „Vom Tage meiner Befreiung an habe ich von Bekannten und Unbekannten aus allen Weltteilen tausende Begrüßungsbriefe und Telegramme erhalten, welche beweisen, wie groß das Interesse war, das mein Prozeß, der eigentlich ein allgemein jüdischer Prozeß war, erweckt hat, und wie stark der Anteil war, den man überall an meinem Schicksal genommen hat. Da ich mich seit meiner Befreiung noch immer nicht vollständig beruhigen konnte, und meine Lage überhaupt noch unbestimmt ist, so daß mir die Möglichkeit fehlt, jedem besonders zu antworten, fühle ich mich doch jetzt, bevor ich Europa verlasse, verpflichtet, im Wege des „Haint" allen jenen, denen meine Leiden so sehr zu Herzen gingen und die auch an der Freude über meine Befreiung teilnahmen, den tiefsten Dank auszusprechen. Ich kann nur sagen, daß ich bis an mein Lebensende nicht die unendliche Freude vergessen werde, die mir alle diese Briefe und Begrüßungen bereitet haben. Sobald ich mit Gottes Hilfe im Heiligen Lande angekommen und, wie ich hoffe, ein stilles, friedliches Heim gefunden haben werde, werde ich mich bemühen, soweit möglich, alle diese Briese und Telegramme schriftlich zu beantworten und jedem besonders meinen Dank abzustatten. Triest, 9. Schebat 5674. Mendel Beilis. Der größte Teil der hebräischen Manuskripte in England. Vorige Woche fand in London die Jahresversammlung der jüdischen historischen Gesellschaft statt. Präsident Elkan N. Adler wies in seinem Präsidialberichte darauf hin, daß einer seiner Vorgänger in der „Jewish Encyclopädie" noch schrieb, daß im Jahre 1904 von den damals bekannt gewesenen 15 059 jüdischen Handschriften England 6677 besessen habe. Redner fei nun in der Lage, weitere 4000 Nummern hinzuzufügen, so daß heute mit Recht behauptet werden könne, daß mehr als die Hälfte der derzeit bekannten hebräischen Handschriften sich in englischem Besitze befinden, und daß diese von der größten wissenschaftlichen Bedeutung und auch finanziell die wertvollsten sind. Mr. Adler macht hierbei die interessante Bemerkung, daß diese Tatsache auch historisch begründet sei, denn nach der Entwicklung der Dinge zu schließen, kann angenommen werden, daß schon nach einer Generation die Hälfte der Juden der Welt englisch sprechen wird. Das ist das Ergebnis der Verfolgung der Juden in den osteuropäischen Ländern und der Freiheit und Toleranz, welche in England und Amerika herrschen. -- Sprechsaal'. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Verehrtester Rosch hakohol! Geht's Ihnen auch wie mir? Läßt pochende Frühlingslust auch Ihr Blut frischer und jugendlicher quellen? „Und dräut der Winter noch so sehr, Und streut er Eis und Schnee umher, Es muß doch Frühling werden!" Ja, lieber Rosch hakohol, lächeln Sie nur verständnisinnig und langen vieldeutig an die hohe Denkerstirne! Ich bin nicht übergeschnappt, es wird wirklich Frühling, Ich habe meine untrüglichen Zeichen dafür. Wissen Sie, das ist nämlich bei uns so: Wenn der Winter auf die Neige geht, beginnen die Bockpartien; diese Woche hier, nächste Woche dort. Nun bin ich freilich kein Kostverächter; aber ich wüßte wohl kaum, wo man gerade die würzige Labe ausschenkt, wenn ich das nicht in der Mincha-Schul vom Schabbos erfahren könnte. Wenn nämlich als zarte Vorboten des knospenden Lenzes Bockbier verzapft wird, dann sammeln sich nur spärlich die Mannen in der Synagoge. Fünf, sechs, sieben, acht, neun, so zählen sich die wenigen Erscheinenden hinauf, aber der ersehnte Zehnte, der Clou der Stunde, bleibt aus. Dafür könnte man vom Wirt um jo stolzer sagen: „Er zählt die Häupter seiner Lieben, Und sieh, Ihm fehlt kein teures Haupt!" Ja, ja, man hat schon den Vorschlag ernstlich erwogen, das Ausheben zu streichen, und in den Wirtsstuben die Mincha-Schul zu halten. Gläubig besorgte Seelen versprechen sich viel davon! Auch nicht schlecht! Doch was sagen Sie dazu? Das fragt Ihr ergebenster Nuntius!