Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 10 (6.3.1914)
- Date
- 1914-03-06
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9052070-9097324-9053105--1048-9053113- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
8 Das jüdische glatt Nr. 10. an. Sie nimmt auch Mitglieder auf, die keine Aerzte und Naturwissenschaftler sind. Die Adresse der Gesellschaft lautet: Dr. Sandler, Charlottenburg, Droysenstrahe 6. i! Korrespondenzen. ii £3 Sa - Glfaß-Lotlirmaeu. - Ella Straßburg. Das Konsistorium hat in seiner Sitzung vom 25. Februar d. Js. beschlossen, anläßlich der Demission S. E. des K. Unterstaatssekretärs Herrn Dr. Petri folgendes Schreiben an denselben zu richten:. Ew. Exzellenz! Das Israelitische Konsistorium des Unter-Elsasses, welches seit dem Wechsel im Ministerium heute zum erstenmal versammelt war, hat einstimmig beschlossen, Ew. Exzellenz auf diesem Weg mitzuteilen, wie sehr es Ew. Exzellenz Rücktritt von der Leitung der Kultusverwaltung bedauert. Wir bitten Ew. Exzellenz unseren tiefgefühlten Dank aussprechen zu dürfen für das wohlwollende Verständnis, für die Gerechtigkeit und den Geist der Toleranz, welche wir immer in unfern Angelegenheiten in so reichem Maße bei Ew. Exzellenz gefunden haben. Wir verbinden damit den Wunsch, daß es Ew. Exzellenz auch fernerhin wohl ergehen möge und verbleiben ehrerbietigst Ew. Exzellenz ganz ergebenstes Israelitisches Konsistorium des Unter-Elsaß. Hierauf ist folgende Antwort eingegangen: Dem Israelitischen Konsistorium des Unter-Elsaß spreche ich für die mir zugegangene ehrenvolle Zuschrift vom 25. d. M. meinen verbindlichsten Dank aus. Dem unsere ganze Gesetzgebung beherrschenden segensreichen Grundsatz der absoluten Gleichberechtigung aller Staatsbürger und aller Konfessionen habe ich mich während meiner Amtstätigkeit stets bemüht, vollste Geltung zu verschaffen. Ist es mir gelungen, die Interessen des israelitischen Kultus, meiner Pflicht gemäß, zu schützen und zu fördern, so ist mir diese Aufgabe durch das unentwegte Entgegenkommen und die verständnisvolle Mitwirkung der israelitischen Kultusbehörden, insbesondere des Konsistoriums des Unter-Elsaß leicht gemacht worden. Meine Beziehungen zu diesen Behörden werden mir stets zu den angenehmsten Erinnerungen aus meiner Beamtenlaufbahn gehören. Mit vorzüglichster Hochachtung Dr. Petr i. Colmar. Gelegentlich der Festlichkeiten zum Jubiläum des Oberrabbiners hat Frau Wwe. Jacques Levy von hier unserer Synagoge ein prachtvolles Thora-Mäntelchen geschenkt. Dambach. Der von hier gebürtige Herr G 6 d 6 o n Geismar, lientannnt-aolonal, zurzeit clief d’etat-major des 3 Armeekorps in Rouen, ist zum officier d’acaddmie ernannt worden. Wir gratulieren! Grussenheim. Im Alter von 74 Jahren ist letzten Freitag Herr Jacques Geismar von Simon unter großer Beteiligung zu Grabe getragen worden. Der Verstorbene erfreute sich wegen seines biederen Charakters und seiner strengen Rechtlichkeit allgemeiner Sympathie und Wertschätzung. Jahrzehnte hindurch gehörte er zu der Verwaltungskommission und zum Vorstand der Chevroh. Sein Andenken wird in seiner Familie und in unserer j Gemeinde gesegnet bleiben. ' INetz. Im Verein für Jüd. Geschichte und Literatur hielt Herr Rabbiner Meyer aus Paris, Direktor der Ecole de travail, einen Vortrag über den Humor im Judentum, der bei allen Zuhörern großes Interesse erregte. Redner behandelte nach einleitenden Gedanken die Typen des Parnes, Schammes, Schnorrer, Schadchen, von denen so viele bekannte Anekdoten bekannt sind. Der Saal war dicht besetzt und es zeigte sich, daß die Metzer Bevölkerung doch Interesse für den Verein zeigt. Im Laufe des Monats werden noch zwei Vorträge stattfinden. Preußen. Frankfurt a. 2TC. Wie ich erfahre, bestätigt sich die Nachricht, daß der Sohn des verstorbenen Frankfurter Rabbiners ^Horowitz, Herr Professor Horowitz, von der Universität Aligarhe m Indien an die Frankfurter Universität berufen wurde. — Am Sonntag hielten die K. C. Studenten eine Zusammenkunft ihrer A. K. ab. Am Samstag und Sonntag fanden geschäftliche Sitzungen statt. Am Sonntag abend fand ein großer Kommers statt, bei dem u. a. der Reichstagsabgeordnete Haas- Karlsruhe über die Vaterlandsliebe der Juden sprach. Frankfurt. Dasisraelitische M ä d ch e n h e im, das eine Schöpfung der Frankfurt-Loge ist und den im Berufsleben stehenden jungen jüdischen Mädchen gegen eine mäßige Entschädigung aus der Höhe hygienischer Forderung stehende Wohnung, gute Verköstigung und ein behagliches Heim bietet, sieht sich ge-, nötigt, das erst vor vier Jahren in der Sternstraße bezogene Haus zu verlassen, welches 35 Mädchen Unterkunft bot. Am Taunusplatz wurde ein Haus angekauft, welches Aufenthaltsräume, geschlossene Veranda, Schlafräume und eine große Anzahl von Bädern enthält. Das neue Heim, in dem 50 Mädchen Aufnahme finden können, wird streng rituell geführt. js. Kaden. . INüllheim. Der hiesige Israelitische Frauen verein beging vergangenen Samstag Abend im Schwanenfaale in Anwesenheit fast sämtlicher Mitglieder und zahlreicher auswärtiger Gäste sein 25jähriges Stiftungsfest. Eingeleitet wurde die in allen Teilen wohlgelungene Feier durch eine Ansprache des Herrn Hauptlehrers Seligmann, der in wohldurchdachter Rede der Versammlung den bisherigen Werdegang, wie Zweck und Ziele des Vereins vor Augen führte und den Wunsch und die Hoffnung aussprach, auf der eingeschlagenen Bahn weiter zu wandeln zum Nutzen und Frommen der werktätigen Nächstenliebe. Daß diese Tendenzen auch weiterhin die Zierde des Vereins bleiben würden, dafür bürge schon die Persönlichkeit der stets unermüdlichen Präsidentin Frau Josef Maier-Blum. Die allseits beifällig aufgenommene Rede schloß mit einem Hoch auf die hohe Gönnerin der Frauenvereine, auf Ihre Kgl. Hoheit die Großherzogin Luise. Hierauf überreichte die Vereinspräsidentin der Mitbegründerin und früheren Präsidentin, Frau Kallmann- Mayer, unter Worten des Dankes für deren dem Verein geleisteten Dienste eine künstlerisch ausgeführte Ehrentafel mit entsprechender Widmung. Es folgte nun der gemütliche Teil des Programms, bestehend in Gesangsvorträgeti und theatralischen Aufführungen, und es muß gesagt werden, daß sich dabei alle Mitwirkenden ihrer Aufgabe in geradezu hervorragender Weise entledigten. Es sei daher sowohl letzteren wie all' denen, die sich um das Zustandekommen des schönen Festes bemüht haben, auch an dieser Stelle vollste Anerkennung gezollt. Noch lange hielt die fröhlichste Stimmung alle Teilnehmer beisammen, und erst in den frühen Morgenstunden trennte man sich in dem Bewußtsein, wieder einmal einen wirklich genußreichen Abend verlebt zu haben.