Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 9 (27.2.1914)
- Date
- 1914-02-27
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9. Das jüdische Klatt 11 Schmerz. Zürich. Den letzten Dortrag des jüdisch-literarischen Vereins, der am Sonntag 15. Februar stattfand, hatte in freundlicher Weise Herr Rabbiner Dr. Zivi von Winzenheim übernommen. Das Thema lautete: „Die Wertschätzung der Arbeit im Judentum." In überaus gründlicher und verständlicher Weise trug der Redner eine Fülle von Material zusammen, geschöpft aus Literatur, Gesetz und Geschichte des Judentums, um zu beweisen, wie hoch das jüdische Volk stets die körperliche Arbeit jeder Art und ganz besonders die Landarbeit einschätzte. Auch die beispiellos hohen sozialen Bestimmungen und Einrichtungen zum Schutze des Arbeiters im alten Judentum wurde vom Referenten eingehend beleuchtet. Reicher Beifall lohnte die lehrreichen Ausführungen. Frankreich. Prof. B e r g s o n, der neugewählte „Unsterbliche", ist 1859 in Paris geboren. Seine Eltern waren von Warschau nach Paris eingewandert. Er machte seine Studien in dem vor einiger Zeit eingegangenen Institut Springer, wo er sich bereits durch seine glänzende Begabung auszeichnete. Er heiratete eine Tochter Neuburgers, der eine bedeutende Stellung als Direktor im Bankhause der Gebrüder Rothschild einnahm und vor einigen Jahren gestorben ist. Für jüdische Dinge hat er nie Interesse gezeigt. Er hat eine glänzende Laufbahn hinter sich. Nach ausgezezeichneten Studien in der „Ecole Normale" war er Profesteur de Philosophie in mehreren Lyceen der Provinz und schließlich am Lycee Henry IV. in Paris. 1889 erlangte er den Grad Docteur de Litorature und erhielt 1900 einen Ruf an das College de France. 1891 wurde er zum Mitglied der Acad6mie des fciences morales et politiques ernannt, deren Präsident er in diesem Jahre geworden ist. Er ist der erste Jude, der in die Acadomie Franfmise aufgenomen wurde. Seine Hauptwerke sind: „Essai sur les donnoes immediates de la Connaisfance", „Etüde sur le Rire", „Matitzre et M6moire", „L'Evolution creatrice". Das Institut de France zählt jetzt neun Juden zu seinen Mitgliedern: Bergson (Acadomie Fran^aise und Acad^mie des fciences morales), Lippmann und Hadermard (Academie des fciences), Michel Breal, Salomon Reinach, Theodore Reinach (Acad^mie des Jnfcriptions), Raphael Georges Levy und Lyon- Caen (AcadOmie des fciences morales), Baron Edmond de Rothschild (Academie des Beaux Arts). Die Academie de Modecine, die nicht zu den fünf Sektionen des Instituts gehört, hat mehrere Juden zu Mitgliedern, nämlich: Prof. Arnold Netter, Fernand Vidal, Georges Hayem, Senateur Paul Strauß. Paris. Auf nächsten Sonntag hat die hiesige Ortsgruppe der Agudas Jisroel eine große Versammlung in die Säle der Soctete des Ingenieurs Civils de France, 19 Rue Blanche, einberufen, bei der als Redner die Herren Rabbiner Dr. Bloch-Oberehnheim und Redakteur H. Prague-Paris vorgesehen sind. hiesigen Verhältnisse das neue Staatsangehörigkeitsgesetz eine Verschlechterung bedeutet, scheint uns zweifellos. . 2. Ein Ausländer braucht für Amerika keine Papiere zur Schiffskarte. Diese kostet — sofern sie von dem Bureau des Hilfsvereins für jüdische Auswanderer, Berlin, Düfternftr. 7, bezogen wird — 117 M, netto 112 M. Zum Vorzeigen bei der Landung muß der Passagier möglichst 100 Jl in seinem Besitz haben. . 100. 1. Die unter Aufsicht hergestellte Tomor-Pflanzenbutter ist zur Verwendung im rituellen Haushalt gestattet, was von der gewöhnlichen Butter nicht so allgemein behauptet werden kann. Auch vom Standpunkte der Reinlichkeit und Appetitlichkeit ist gegen Tomor und ähnliche Koscher-Fabrikate nichts einzuwenden. 2. Die Wurstwaren aus genanntem Geschäft auf Pesach dürfen bezogen werden. Die Frage über die andere Bezugsquelle kann nicht beantwortet werden. 3. Geschälte Kastanien dürfen sonst im Jahre verwendet werden. 4. Der erhaltene Betrag wird nach Angabe verwendet. 5. Die genannte Mazzenfabrik ist zuverlässig. Wochenkalender. j 1914 5674 Sabbat 28. Febr. 2. Adar npDDu .nsm Sonntag 1. „ 3. „ Montag 2. „ 4. „ Dienstag 3. „ 5. „ Mittwoch 4. „ 6. „ Donnerst. 5. „ 7. „ Freitag 6. „ 8. „ Gebetszeiten. (Freitagabend) Ansbach. 5 U. bo Bafel . . -. 6 U. 00 Fürth .. 5 U. « Mülhaufen. 5 U. 30 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . . 5 U. 40 Strahburg: Synagoge Kleberstaden .... 5 U. 33 „ Kageneckerstraße . . 6 U. oo (Sabbatausgang) 6 U. 3- 6 U 52 6 U. 4» 6 U. 50 6 U. 33 6 U. 45 6 U. 50 Stuttgart. 5 U, 30 6 U. 43 (Amtswoche: Bezirksrabb. Dr. Stößel, Kirchenrat.) Briefkasten. Al. 17. 1. Es gibt in Elsaß-Lothringen vom Staate besoldete Kantoren. Würde ein Ausländer eine derartige Stelle erlangen, so dürfte der von Ihnen angezogene Paragraph wohl auf ihn Anwendung finden. Er dürfte aber als Ausländer schwerlich in einer solchen Stelle von der Regierung ohne weiteres bestätigt werden. Daß sonstige Kantoren auf Grund ihrer Anstellung die Naturalisation beanspruchen können, ist unwahrscheinlich und unseres Wissens noch nicht vorgekommen. Daß für unsere ii Iamikiennachrichlen. (Mitteilungen für diese Rubrik werden ff Gekorene: Sohn, Jakob Erlanger-Bollag, Zürich. Uerlokte: Fr. Achille Bloch-Levy, Lausanne, u. Achille Brunschwig, Sennheim.