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Das jüdische Blatt · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Das jüdische Klatt. Nr. 7^ fuß, Suteaux. — Norbert, Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf — Edgar u. Jean Levy, Oberschäffolsheim. — Estelle Metzger, Straßburg. — Moritz Scharff, Israelit. Waisenhaus, Hagenau. — Aline Gribmar, Gruffenheim. — Martha, Leo und Simon Weill, Winzenheim O.-Elf. (das dritte stimmt nicht ganz"». — Albert und Siegmund Jefelfohn, Neckarbischofsheim <s. o!). Drei Rätsel: Renöe Mannberger, Strahlung; Marcel Meyer, Fegersheim (Nr. 1 enthielt kleinen Fehler). — Robert, Andre und Simone Weill, Hagenau. — Justin Blum, Sulz u. W. (die andern beiden Lösungen stimmen nicht ganz). — Marcelle Laer, höh. Töchtersch.; Lucien Baer, Realsekundaner; Eugen Schwarz, Realquartaner; Barr. Martin Ott, Realprimaner; Marguerite Ott, Bux veiler. Vier Rätsel: David Bloch, Guntzenheim (wo stand denn „K" für „Akiba"?). Für die hungrigen Kinder in Jerusalem. Bon der Sekretärin der Liga Jolande Falk in Diemeringen 4 Mark. Sprechsaal'. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) In der vorletzten Nummer des Gebweiler Blattes, also am 30. Januar 1914, erschien ein Bericht über die Sitzung des Konsistoriums von Colmar vom 15. Januar 1913. Was für einen geheimnisvollen Zweck verfolgt das genannte Blatt mit der Veröffentlichung dieses Berichtes gerade 54 Wochen nach der Sitzung? War diese Sitzung vom 15. Januar 1913 etwa die einzige Sitzung des Konsistoriums während des ganzen Jahres 1913, daß das Gebweiler Blatt als offizielles Organ des Konsistoriums von Colmar, wie es sich selbst gern gibt, nur von dieser einzigen Sitzung vom ganzen, langen Jahre 1913 etwas zu berichten weiß? Oder gab es doch noch mehr Sitzungen im Konsistorium zu Colmar — und es gab mehr —, dann ist es doch merkwürdig, daß durch die jetzige Publizierung dieses einen Sitzungsberichtes vom -5. Januar 1913, länger als ein Jahr nach dieser Sitzung, bei der Bevölkerung die Meinung erweckt wird, als ob das Jahr 1913 nur eine einzige Sitzung des Konsistoriums. erlebt hätte? Ich weiß nicht, spielt das Gebweiler Blatt mit dem Konsistorium oder mit der Bevölkerung oder mit beiden. Einer für Viele. Geschäftliche Mitteilungen. Höhere Handelsschule Colmar. Diese bestbekannte Privatlehranstalt tritt Ostern dieses Jahres in ihr 7. Schuljahr. Es bestehen zwei Abteilungen mit ausschließlichem Tagesunterricht (8—12 vormittags und 2—4 Uhr nachmittags). 1. Die Realableilung für junge begabte Leute, die nach Absolvierung der Volks- und Mittelschule oder einer entsprechenden Klasse einer höheren Lehranstalt die Berechtigung zum „Einjöhrig-Freiwilligen-Dienst" erwerben wollen. Unterrichtsgegenstände sind: Deutsch, Französisch, Englisch, auf Verlangen auch Latein, Mathematik, Plastik, Geographie und Geschichte wahlfrei kaufmännische Fächer; wöchentlich 34 Unterrichtsstunden. 2. Die Handelsableilung für junge Leute beiderlei Geschlechts, die sich dem kaufmännischen Berufe zuzuwenden gedenken; unterrichtet wird in den Fächern: Deutsch, Französisch, Englisch, kausm. Rechnen, einfache und doppelte Buchhaltung, Handelskorrespondenz, Handels-, Wechsel- und Scheckkunde, Wirtschaftsgeographie, Stenographie, Schön- und Maschinenschreiben in 32 Stunden wöchentlich. In beiden Abteilungen unterrichten nur staatlich geprüfte, akademisch gebildete Lehrkräfte. Die Erfolge in beiden Abteilungen sind andauernd gute. Anmeldungen zum Ostertermin beliebe man so früh als möglich vorzunehmen. Die Sprechstunden des Direktors finden werktäglich von 11 bis 12 Uhr vormittags im Schulhause, Vogesenwall 1, statt/ Interessenten erhalten den Projekt kostenlos zugesandt. Vermischtes. Der schlecht beratene Gast. Nach dem Dubnower Maggid von H. Dreyfuß. Es war einmal ein steinreicher Mann, der eine einzige, anmutige Tochter hatte. Zur Jungfrau herangeblüht, traf sie unter den zahlreichen Bewerbern um ihre Hand die glücklichste Wahl. Kein Wunder, daß der Vater das Hochzeitsmahl aufs Beste Herrichten ließ. Nur die ausgesuchtesten Speisen und die berühmtesten Weine sollten auf die Tafel kommen. Mit königlichen Leckerbissen wollte er die Gäste bewirten. In freudiger Erwartung harrte man auf den großen Festtag. Einer der Geladenen hatte einen besonders schlauen Gedanken ausgeklügelt, um sich möglichst gründlich laben zu können. Er wollte zwei Tage lang vorher durchfasten, dann wäre der Magen recht aufnahmefähig. Seiner lieben Frau kamen aber Zweifel über die Zweckmäßigkeit des Planes gerade einige Stunden vor der festgesetzten Zeit des Hochzeitsmahles. Sie meinte: ein leerer Magen verträgt nicht viel, Reizmittel hingegen wirken Wunder in der Eßlust und in der Trinklust. Und sie tischte ihrem Manne recht viel davon auf, Bitteres und Saueres in Hülle und Fülle. Gierig stürzte sich der brave Gatte beim Hochzeitstisch auf die wohlriechenden Platten. Doch kaum einige Bissen wollten runter; alles schmeckte bitter und sauer nach den Reizmitteln. Verstimmt verließ er als erster den Festsaal. Diesem schlecht beratenen Gaste gleichen gar viele, die an das Studium unserer heiligen Thora herantreten. Mag sein, ohne jede Vorbildung wird der Genuß an ihrem herrlichen Inhalte anfänglich nicht gar so groß sein, doch von den modernen Reizmitteln aus allen Gebieten der Wissenschaft übersättigt, schmecken auch die erhabensten Lehren bald sauer, bald bitter. Nietzsche, Häckel, Bölsche oder Wellhausen verderben im voraus den Genuß. Ein reichliches Maß von Bibelkritik, Welträtseln, Uebermenschentum, vom Weltenbauen und Weltenzerstören, Studien über freie Liebe und Belesenheit in allen Moderomanen — sie trüben den Blick, verhindern selbständiges Urteilen und wandeln Gut in Bös und Bös in Gut, die Umwertung aller Werte ist im voraus vollzogen. Wenn sie milde verfahren, zensieren sie den zweiten Teil des 19. Psalms mit dem Prädikat: naiv. Hedaljah. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) „Ich habe auch schon daran gedacht. Hast Du an Dinah keine Veränderung wahrgenommen," fragte sie plötzlich. Er sah sie überrascht an. ' ' „Sie ist so sinnend und träumerisch geworden und fährt auf, wenn nur Gedaljahs Name genannt wird. Ich kenne diese Zeichen, Geliebter. * „Du glaubst ..." „Ich bin fest davon überzeugt. Er und sie würden ein passendes Paar geben, Jochanan "

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