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Das jüdische Blatt · 1914-01-23 · 4 (23.1.1914) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
4 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4. Das jüdische Klatt 9 züge des in seinem 90. Jahre verstorbenen allseits beliebten Greises. Weilersweiler. Dem hiesigen Synagogendiener, Herrn Schüler, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze verliehen. Kayern. Fürth. Am Sabbat Chanukkah fand die feierliche Einweihung der vor mehreren Wochen neugegründeten Chewra „Machsike Halimmud" statt. Der Verein hat zunächst die Aufgabe, durch gründlichen Unterricht in Chumesch, Raschi, Chajd Odom, Mischna seine Mitglieder zum Thoralernen anzueifern. Unter großer Beteiligung hielt Herr Rabb. Simon Rosenblüth zunächst einen tief durchdachten Halachischen Vortrag über und daran anschließend hielt er dann die eigentliche Festrede. Die Ermahnungen, welche von Herzen kamen, machten auf sämtliche Zuhörer einen tiefen Eindruck. Dem Verein ein herzliches rfe! München. Zu Hauptlehrern wurden ernannt: N u ß b a u m - Altenmuhr, G u t m a n n - Öttingen, Adler- Roth, Freudenberger- Maßbach, Kraus- Nürnberg, Strauß- Uffenheim. Es ist besonders erfreulich, daß in dem letztgenannten Herrn auch ein Religionslehrer ausgezeichnet wurde. Der Kampf um das Delailreifew Nürnberg. Der kaum beigelegte Kampf um das Tetailreisen, das namentlich für die jüdischen Landgeschäfte eine wirtschaftliche Lebensbedingu.^ bedeutet, ist nach kaum einjähriger Pause wieder ausgebrochen und tobt mit einer ungeahnten Heftigkeit. Der Verband der Landgemeinden verlangt vom Bayerischen Landtage ein Sondersteuergesetz, nach welchem jeder Detailreisende jedesmal an jedem Orte vor Beginn seiner Tätigkeit beim Bürgermeister die Erlaubnis zum Aufsuchen von Bestellungen gegen Gebühr einholen soll. Der Abgeordnete Gäßler hat mit Unterstützung von 21 Abgeordneten der Zentrumspartei einen Antrag eingebracht, demzufolge die Regierung beim Bundesrat erneut eine Aenderung der Reichsgewerbeordnung nach der Richtung beantragen soll, daß den einzelnen Bundesstaaten die Berechtigung zum Erlasse einschränkender Bestimmungen für Detailreisen und Hausierhandel und speziell zur Einführung der Bedürfnisfrage zuerkannt werden soll. Weiter sollen nach dem Antrag die Abgaben für den Wandergewerbeschein erhöht, die Besteuerung des Wandergewerbes den übrigen Steuergesetzen angeglichen und endlich für das Hausieren mit Schirmen, Spezerei- und Kolonialwaren, sowie Druckschriften eine Normalanlage von 100 Jl und für das Hausieren mit Schnitt- und Modewaren eine Normalanlage von 200 Jl (bisher 100 Jl) angesetzt werden. Was ein solches Gesetz für uns Juden bedeutet, kann daraus geschloffen werden, daß drei Viertel aller jüdischen Geschäftsinhaber auf dem Lande nur vom Detailreisen leben. Beim letzten Ansturm auf diese Erwerbsart, die immer noch viele Kleinexistenzen ernährt, war der hiesige Schutzverband der detailreisenden Kaufleute Bayerns mit Erfolg in der Abwehrbestrebung tätig. Da aber selbst aus diesem Verbände heraus sehr lebhaft über die Gleichgültigkeit der Geschäftsleute geklagt wird, so ist es leider so gut wie sicher, daß eine neue Erschwerung, wenn nicht ein völliges Verbot, in absehbarer Zeit kommen wird. Es wäre höchste Zeit, wenn die bedrohten Geschäftsleute Maßnahmen rechtzeitig treffen würden. Preußen. Posen. Zum Nachfolger des seligen Oberrabbiners Feilchenfeld wurde von den Repräsentanten der Gemeinde einstimmig ernannt: Rabbiner Dr. F r e i m a n n in Holleschau (Mähren). Herr Dr. Freimann ist ein früherer Schüler des Berliner Rabbinerseminars. i'. Trier. In dem Vororte Feyen feierte die Witwe Abraham Samuel ihren hundertsten Geburtstag in voller Rüstigkeit. Ein großer Bekanntenkreis und die ganze Familie hatte sich an diesem Tage um die Jubilarin versammelt. Baden. Randegg. Als Rabbiner wurde vom Oberrm Dr. Jul. I a k o b o w i t s aus Lackenbach (Ungarn) bestätigt. Dr. Jul. Jakobowits ist ein Schüler des Berliner Rabbinerseminars. Schweiz. Bafel. Letzten Sonntag hielt der Schomre Thora Jünglingsverein seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Präsident, Herr Emil Heymann, erstattete den Jahresbericht, aus dem wir ersehen, daß der Verein 33 Mitglieder besitzt und jeden Sonntqg Abend seine Sitzungen abhält, in denen zuerst H. Rabb. Dr. Cohn vorlernt. Dann trägt abwechselnd ein Mitglied das sog. Zeitungsreferat vor, in welchem über die Vorgänge in der jüdischen Welt berichtet wird, woran sich gewöhnlich eine sehr interessante Diskussion anschließt. Im dritten Teile der Sitzung werden von den Mitgliedern Fragen aufgeworfen und aktuelle Themata besprochen. Außer diesen Sitzungen veranstaltet der Verein jeden Freitag Abend einen Teeabend, welcher sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Der Kassier machte die unerfreuliche Mitteilung, daß das Vermögen um 35 Frs. abgenommen hat. Dagegen konnte der Bibliothekar berichten, daß die Bibliothek im vergangenen Jahre bedeutend vergrößert wurde, so daß diese schon eine ganz stattliche Anzahl Bände umfaßt. Es sind über 300 Bücher ausgeliehen worden. Ter Verein nahm dann folgende Resolution an: „Die Generalversammlung des Schomre-Thora-Jünglingsvereins vom 11. Januar 1914 erklärt sich, nach Anhörung eines Berichtes Ihrer Delegierten, der Herren Emil Heymann und Hermann Cohn, über den Agudas Jisroel-Jugendtag in Frankfurt a. M., als Mitglied des Bundes gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine, damit einverstanden, daß dieser sich mit dem Agudas Jisroel-Jugendbund verschmilzt. Er verpflichtet sich, für die Idee der Agudas Jisroel Propaganda zu machen und dieselbe nach allen seinen Kräften zu verbreiten." Die Generalversammlung erklärt sich bereit, ihrem Namen die Worte in der A. J.-J.-O. (d. h. in der Agudas Jisroel-Jugend- Organisation) hinzuzufügen und hofft, daß die andern, zum Bund gehörigen Vereine, diesem Beispiel folgen werden. Die Neuwahlen ergaben folgendes: Präsident: Herr Emil H e y m a n n, Vize-Präsident: Herr Hermann Cohn, Sekretär: Herr Salomon Schwarz, Kassier: Herr Joseph Pencharek, Bibliothekar: Herr Benno Braunschweig. Zu Revisoren wurden die Herren Adrien Blum und A. Meyer gewählt. Basel. Vergangene Woche ist die lästige Grenzsperre, welche wegen der Maul- und Klauenseuche verhängt worden war, endlich wieder aufgehoben worden, und wir können ungehindert unser Fleisch über die französische Grenze beziehen. Frankreich. Paris. Die hiesige Ortsgruppe der Agudas Jisroel veranstaltet am Sonntag, den 1. Februar, eine große Propagandaversammlung im Salon du (ilobe boulovard de Strasbourg;. Als Redner des Abends sind vorgesehen: Herr Rabb. Dr. Debre- Saarunion und Herr Beermann-Paris.

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