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Das jüdische Blatt · 1914-01-16 · 3 (16.1.1914) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
3 (16.1.1914)
Date
1914-01-16
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Das Mische Statt. Nr. 2. Charade. Von Norbert Lehmann, Dauendorf. Als alte Stadt im heil'gen Land Bin ich bei allen wohlbekannt; Doch nehmt ihr Kopf und Fuß mir ab, Bin ich der Nam' von manchem Knab'. 3 Zahlenratsei. Von Edgar Levy, Realsekundaner, Oberschäffolsheim. 1232425627 Französische Insel im indischen Ozean. — 2 3 2 1 Stammvater der Menschheit. — 32125685 Stadt in Syrien. — 29520 11 1 Sohn Davids. — 4 12 3 13 11 14 Richter. — 2 7 11 14 Hohepriester. - 5 2 0 11 1 11 Weiser König. — 6 11 0 1 2 7 Stadt im Elsaß. — 2 4 7 2 1 Stadt in Kroatien. — 7 2 9 2 Gelehrter aus der talmudischen Zeit. — Erste Reihe Anfangsbuchstoben der einzelnen Wörter. Watsellasangen ans Ilr. 1. 1. Rhein, Zizis, Soest, Micha, Rahel, Akiba, Greis, Hulda (Ezechiel). 2. Mephiboset. Hebron, Main, Erna, Hosea, Mai, Sperling, Eli, Hase, Taube, Igel. Richtige Rätsellösnngen: Ein Rätsel: Susanne Bloch, Epfig. — Renö Salomon, Scherweiler (ein kleines Versehen!). — Edmond, Suzanne u. Germaine Guthmann, Wittersheim. — Norbert u. Flora Lehmann, Dauendorf. Zwei Rätsel: Realsekundaner Edgar Leva, Oberschäffolsheim (doch; dort war wenigstens der Name jüdisch). — Ieanne u. Julien Ullmann, Niederhagenthal. — Duette Kaufmann, Kantorstochter, Oberehnheim. — Albert u. Sigmund Jeselsohn, Neckarbischofsheim. — Camille Dreyfuß, Obertertianer, u. Ieanne Dreyfuß, Höhere Töchterschule, Altkircb. — Erna Goldberg, Devant-les-Ponts (bei MetzX — Martin Ott, Realprimaner, u. Marguerite Ott, Buchsweiler. — Zo6 Cahen u. Leo Sommer, Hayingen. Drei Rätsel: Robert Weil!, Sekundaner, Altkirch (das vierte ist nicht richttg geraten). — Renee Mannberger, Straßburg. — M. A. Grumbach, Nancy (die Lösung des Füllrätsels stimmt nicht ganz!). Geschäftliche Mitteilungen. Erbitterte Feinde des Menschen sind die in ihrer verderblichen Wirksamkeit von der Wissenschaft immer mehr beleuchteten Bakterien, die in unermeßlichen Scharen jeden Augenblick unser Dasein umlauern. Ihnen gegenüber ist der Mensch fast nur auf die Abwehr dadurch angewiesen, daß er ihnen möglichst wenig Angriffspunkte bietet, und das sind vorzüglich offene Wunden usw. Oft bringt es jedoch der Beruf mit sich, daß man sich bei aller Vorsicht eine Verletzung zuzieht, und da ist es dann ein Gebot der Selbsterhaltung, für schleunige Beseitigung der Wunde zu sorgen. Hierbei ist es von Wert, sofort ein geeignetes Heilmittel an der Hand zu haben, und als solches ist wegen ihrer vorzüglichen Eigenschaften die allbewährte R i n o - S a l b e sehr zu empfehlen. Rino-Salbe heilt Geschwüre und Abszesse mit derselben überraschenden Leichtigkeit und Schnelle wie Wunden und Hautverletzungen aller Art und hat dabei, weil völlig frei von schädlichen Bestandteilen, keinerlei schädliche Nebenwirkungen. Man erhält Rino-Salbe in Dosen a Mk. 1,15 und 2,25 in den Apotheken, achte aber auf die Originalpackung weiß-grün-rot und Firma Rich. Schubert & Co., Chem. Fabrik, Weinböhla-Dresden. Dieses so ausgezeichnete Hausmittel sollte deshalb in keinem Haushalte fehlen. Bestandteile: Wachs, Öl, Terpentin je 25,0, Birkenteer 3,0, Eigelb 20,0, Salizyl, Borsalbe je 1,0. Aücheröesprechung. Tragische Momente. Drei Lebensbilder von B. Pappenheim. Verlag Kaufmann, Frankfurt a. M. Laß dich warnen, mein Sohn; des vielen Büchermachens ist kein Ende." Also sprach Roheleth vor 3000 Jahren — und damals gab es noch keine „tragischen Momente". Was würde erst der alte Herr gesagt haben, wenn auch diese ihm schon beschießen gewesen wären? Der erste tragische Moment: Pogrom. Schwangere Frau, vergewaltigt, schneidet sich die Adern durch. Ihr Gatte Dr. Margulies spielt darauf edelmütig im Hause des Anstifters den Akkoucheur. Wird im Augenblick, da er diesem die glückliche Geburt eines Sohnes ankündigen will, von herandrängenden Christen getötet. Kurz, eine hübsche Sammlung von Greueln. In Rußland oft traurige Wahrheit. Aber was hat der Jammer mit Poesie zu tun? Zweiter tragischer Moment: Uri, der Bruder der Vergewaltigten, flieht mit seiner Frau nach Frankfurt. Dort wird den beiden ein Junge geboren. Das Kind ist dem Hungertode nahe; denn die Frankfurter Orthodoxie würde, wie Uris Frömmigkeit heuchelnder Freund bemerkt, für einen unfrommen Ausländer nichts tun. (Und die Neologie? Schreibt wohl während dieses Hungertodes „Richtlinien" oder Gemeindestatute gegen Ausländer?) Da erbarmt sich des Kleinen die biedere, vorurteilslose Frau Kogler — „aus Christenpflicht". Leib Rosenberg bietet nun Uri an, er solle als Falschspieler, seine Frau als Animierkellnerin Dienste bei ihm nehmen. Uri antwortet mit einer Ohrfeige. Rosenberg verrät aus Rache seinen Landsmann an die Polizei. Die gehetzte Familie flieht nach Palästina. Diesen tragischen Moment verschönt eine Charakterisierung der Frankfurter Orthodoxie. Diese ist damit beschäftigt, „Wechsel aufs Jenseits zu eskomptieren". Dabei ist sie in „jüdischen Dingen lächerlich unwissend". Angesichts einer solchen Unwissenheit dürfte es freilich die Verfasserin nicht wagen, den Satz Weohawto lereacho Komaucho ohne Überschätzung zu zitieren. Man kann es diesen „Frommen" wohl zutrauen, daß sie auf Grund der Lektüre dieses Buches behaupten: Entweder die Orthodoxie oder Bertha Pappenheim kann diesen Satz nicht richtig übersetzen. Der dritte tragische Moment: B. P.'s (lies B6b6's) Polemik gegen den Zionismus. Uri ist in Palästina erfolgreicher Farmer geworden. Sein Sohn Schuri soll im Auslande sich zum Agronom ausbilden. Er ist zwar „durch Vater und Mutter so in dem Gedankenkreis der zionistischen Idee nicht als eines praktischen Notbehelfs, sondern eines politischen Ideals ausgewachsen, daß es für ihn eben nichts anderes gibt". Doch als er nun zurückkommt, „da fühlt er sich mit tausend Fäden der Kultur verbunden, die in Westeuropa, Jahrhunderte wachsend und vererbt durch die Mitarbeiterschaft von Christen und Juden, der Besitz aller geworden ist". Auch findet er-es „feige, mit wenigen Tausenden den Kampfplatz zu verlassen und sich in einer geschützten Ecke zusammenzusiedeln, um ein neues- Sprachghetto zu gründen, wohl wissend, daß nie alle, und gerade die Ärmsten und Schwächsten der Juden, dort keine Heimat finden werden". „Es ist unrecht, Beunruhigung und Zwietracht in die jüdischen Gemeinden zu tragen, statt ihnen zu sagen: seid duldsam untereinander, lebt aufrecht und aufrichtig unserem Judentum usw. Auf diese Elukubrationen Schiris (vulgo Jeromes) schießt sich der Zionismus — pardon der Zionist Uri mausetot. Dr. A. Rordmann, Geschichte der Juden in Basel seit dem Ende der zweiten Gemeinde bis zur Einführung der Glaubens - und Gewissensfreiheit 1397 bis 1875. Basel 1913, Separatabdruck aus der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Bd. XIII, 1913. — 190 Seiten. Für die Gediegenheit und den streng wissenschaftlichen Wert des vorliegenden Buches bürgt uns schon der Name des verdienstvollen Verfassers, der neben seinem ärztlichen Berufe seine Muße

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