Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 1 (2.1.1914)
- Date
- 1914-01-02
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1. Das jüdische Klatt. 13 cröation de l’enfant ä J’homme et ä la femme, ä la suite de leur cohabitation; ils sont les instruments qui aident la matiere ä prendre la forme humaine, mais la forme elle-metne ne vient que de Dieu Createur. Ceci dit, revenons a notre sujet. — Le melange s’estil annobli davantage, il est approprie ä recevoir alors une forme plus elevee que celle de la plante, il devient animal, possede des rnembres organises de faqon ä se monvoir ä volonte, peut chereher sa nourriture au loin, se defendre, toutes clioses impossibles ä la plante. Au degre supreme du classement des etres qui constituent la Nature se trouve, l’homme, c'est-ä-dire un etre dou6 dIntelligence et de raisonnement. La vie ne serait donc que la resultante de l’agregation des forces moleculaires arrivees ä l’apogöe de la perfection sous la forme du corps humain, formant un tout unique dont le Moi est le couronnement et la plus parfaite expression. La vie connnen^ant ä la naissance, au premier vagissement de l’etre humain, pour finir ä son dernier soupir, a la mort du corps, la vie de 1'komme est le triomphe de la matiere. Elle consiste exclusivement ä son d6veloppement par les trois fonctions — la croissauee — — l’entretien et la reproduction — et a l’assouvissement de ses appetits materiels. La mort est la desagregation de ce corps et la reduction des materiaux qui le composaient a leur etat primitif et anterieur a leur cohesion — c’est-a-dire au neant. Mais com me il est reconnu (jue dans la natu re rien ne se perd, que tout se transforme et se renouvelle saus cesse, il n’y a pas de raison, en admettant meine la these materiallste, a ce (jue ce corps ainsi desagrege, ne se reconstitue a nouveau dans un avenir plus ou moins eloign6, sous sa meine forme ou sous une forme nouvelle, des que les materiaux qui l’avaient compose, seront arrives ä une cohesion nouvelle. Il y auralt ainsi succession continuelle de vie et de mort, comme il y a succession de jour et de nuit, d’ete et d’hiver! (A suivre.) Hedakjah. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Nebusaradon entfernte sich und der Mundschenk mit den Sklaven trat ein, auf silbernen und goldenen Geräten Erquickungen tragend. Während die Sklaven vor den Frauen knieten und sie bedienten, ging der König mit großen Schritten im Zelte auf und ab; aber ohne eine Sekunde seine Augen von Zipporas Antlitz zu wenden. Als sich dieselben entfernt und Nebusaradon wieder eingetreten war, herrschte einige Zeit ein tiefes Schweigen, dann ging Nebukadnezar auf die Fürstin zu und vor ihr stehen bleibend, sagte er: „Dein Los ist in meiner Hand, Tochter Zidikajahs. Die Töchter Deines Volkes ziehn mit mir als Verbannte. Die Töchter und Frauen der bezwungenen Könige sind der Preis der Sieger." „Ich bin in Deiner Hand, wie mein ganzes Volk, aber ich fürchte Dich nicht," erwiderte Zippora fest und zuversichtlich, in das gewaltige Gesicht des Babyloniers blickend. „Ich aß von Deinem Brot, ich trank von Deinem Wein, ich sah Dein Antlitz, und Vertrauen ist über mich gekommen. Du bist mächtig, o König, und groß ist Dein Name auf Erden, Du wirst ihn nicht verdunkeln durch Gewalt an einem schutzlosen Weib; doch wenn . . ." sie hielt zögernd inne. „Sprich Deinen Gedanken aus!" befahl der König. „Doch wenn ich mich irren sollte, so bin ich auch gesichert Es gibt einen Weg, jeder Unbill zu entgehen." „Mild wie Honig und hart wie Eisen ist zugleich Dein Sinn," sagte Nebukadnezar mit unverhohlener Bewunderung. „Und wenn Du auf dem Thron Judäas gesessen, nicht Dein Vater, die Stadt Deines Landes und der Tempel Deines Gottes wären jetzt nicht zertrümmert und zerstört. Du sollst Dich in mir nicht geirrt haben," setzte er nach einer Pause, wie nach einem schweren Kampfe hinzu. „Ich habe auch Töchter und wandelbar ist das Glück der Menschensöhne . . . Du bist frei." Dann winkte er Nebusaradon in eine Vertiefung, sprach leise mit ihm und verschwand in einem Nebenzelte. „Mein hoher König läßt Dir melden, daß er Dich auch von der Verbannung nach Babel frei spricht," wendete sich der Oberste der Leibwache an die Fürstin. „Du sollst mit Gedaljah hinaufziehen nach Mizpa und unter den Zurückgebliebenen wohnen. Und willst Du auch auf meine Worte hören, o Fürstin Judäas, so entferne Dich bald von dem syrischen Lager, denn der König könnte sein Wort bereuen, da er einmal die Sonne Deines Antlitzes geschaut hat. Tief errötend ließ die Königstochter ihren Schleier fallen und verließ mit Dinah das königliche Gemach. Nebusaradon hatte den Befehl Nebukadnezars vollführt: er hatte Jeremias Ketten gelöst und den Propheten sogar auf den nachträglichen Wunsch des Königs vor ihn gebracht. Es war am andern Tage, als gerade Nebukadnezar unten im Tale saß, umgeben von allen seinen Feldherrn und dem ganzen Kriegsrate und alle gefesselten Fürsten und Priester an sich vorüberführen ließ, um die Schuldigen von ihnen zu richten. Groß war schon die Zahl derer, über die das Todeswort gesprochen war und weiter unten in der Ebene stand das Volk wanderbereit, umgeben von den bewaffneten syrischen Scharen. Als Nebusaradon mit Jeremia vor Nebukadnezar trat, wurde der König betroffen von der Erhabenheit der Gestalt und des Antlitzes des Greises. „Wer ist das?" fragte er erstaunt. „Es ist Jeremia, den Du von Angesicht zu Angesicht sehen wolltest," versetzte Nebusaradon. Als der König den Namen des Propheten hörte, gebot er allen seinen Großen aufzustehen und sich vor dem Greisen zu neigen. Er selber sprach folgendermaßen zu ihm: „Jeremia, als ich noch ein Knabe war, hörte ich schon Deinen Namen mit Ehrfurcht nennen und als den eines Weisen und Gottbegeisterten preisen. In Reinheit und Tugend hast Du gelebt, in Weisheit und Gottesfurcht bist Du ein Greis geworden, darum sollst Du auch nicht berührt werden von den Leidenschaften der sich bekämpfenden Erdensöhne. Frei sollst Du sein und unbehelligt Deinen Fuß nach allen Enden des Weltalls wenden; doch wenn Du mit mir ziehen willst nach dem Lande Babel, so will ich Dich groß und herrlich machen, mit Reichtum und Würden überhäufen und Dich ehren gleich den Größten meines Landes." Der greise Mann war tief erschüttert; was ihm sein Volk, sein Land, nie gegeben, das fand er hier bei einer fremden Nation: Ehrfurcht vor seinen Worten und seinem Wesen und Anerkennung, ihn ehrte ein König, vor dessen Worte Völker erbebten und der den halben Erdball sein nannte; ihn, den sein König verfolgte, den sein Volk mißhandelte und in Ketten schlug. (Fottsetzung folgt.)