Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 52 (26.12.1913)
- Date
- 1913-12-26
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52. Das jüdische Matt. 11 Zwei Rätsel: Constand u. Andre Samuel, Colmar; (das eingesandte Visitenkarten-Rätsel enthält nichts Jüdisches). — Eugen Netter, Erstem, Hufschmiedgasse 1; (Nr. 1 stimmt nicht ganz!). — Untertertianer Georg Dreyfuß, Schlettstatt. — Ernest u. Leon Hirtz, Realschüler, Winzenheim (Ob.-Els.> Mimy Blum, Weiler. — Edmond, Suzanne u. Germaine Guthmann, Wittersheim. — Norbert, Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf. — Alice u. Poonne Harburger, Buchsweiler. Drei Rätsel: Realsekundaner Edgar Levy, Oberschäffolsheim. — Andreas Kahn V. real., Joseph Kahn, III. real. Hagenau. — Royer Weil III. real. u. Paul Weill, V. real. Hagenau. — Luise u. Frida Plaub, Nürnberg. — Rene Salomon, Scherweiler. — Jesajah Wohlgemuth, Berlin — Martin Ott, Realprimaner; Marguerite Ott, Höhere Mädchenschule, Buchsweiler. — Edgar Dreyfuß. Diemeringen. — Clarisse Joseph, Jeanne Levy u. Helene Reblaub, Neuweiler >U.-E.). — Renee Mannberger, Straßburg. — Die Kinder des Kantors B. Weill, Winzenheim (O.-E.). Fünf Rätsel (aus Nr. 50 u. 51): M. A. Grumbach, Nancy, nie du Bastion 34. — Helene Samuel, Neubreisach. Jücheröesprechung. Andrei Spire: „Quelques Juifs“— Mercure de Frauce, Paris, Rue de Conde 26. C'est avec une grande eloquence ([ue Spire uous depeint les caracteres de ses „Quelques Juifs“; il fait defiler devant uous ZangAvill, le Juif anglais, qui parcourt le monde entier, pour trouver un pavs, oii puisse se refugier sou peuple oppresse, Weinberger, le philosophe viennois, que sa philosophie obsede jusqu’fi le pousser au suicide, Darmestetter ■ enfin, disciple de Renan et auteur des „Prophetes d'Israel“, qui ue voit le salut de sou peuple que dans une complete assimilation a la nation frangaise; tous trois subireut la grande influence du Christianisme, Weinberger succombe mcme ä son cliarme. Les trois ecrivains si difförents l’un de l’autre et quant a leui’s idees et quarit ä leur champ d’action sont unis toutefois par l'enthousiasme pour la grande cause qui les inspire et les subjugue, la cause du judai'sme. La religion, dont ils virent les pratiques au foyer paternel, prend une large part dans leur vie, leur esprit, leurs oeuvres. Par d’eloquents exposes l’auteur fait derouler devant nous le combat entre le culte du passe et le reve de l'avenir, qui se livre dans l’ame de ces hommes de talent. Mais ce qu’il faut avant tout appretier, c’est l’analyse de leurs caracteres falte avec une precision remarquable. En nous citant frequemment de longs passages de leurs oeuvres, l’auteur reussit, si non a nous faire S}Tmpathiser avec leurs idees, du moins ä les comprendre. 8. W. Schalem A s ch, Amerika, ein Roman. Berlin 1913. Verlag „Neues Leben" (Wilhelm Berngräber). Preis, drosch. cM, 3.—, geb. dl 4.—. Ein Künstler und Kenner echtjüdischen Lebens und Leidens hat dieses Buch geschrieben. Daher bei aller Knappheit des Stils die Plastik der Darstellung und die Tiefe des Schauens. Aus dem russischen Ghetto führt heute ein vielbegangener Weg ins Land, der Freiheit, nach Amerika. Auch der Talmudlehrer Meir geht diesen Weg, um für Weib und Kind spärliches Brot, das die Heimat ihm nicht bietet, in der neuen Welt zu suchen. Zunächst verläßt er allein das russische Städtchen, um nach Jahresfrist seine. Familie Nachfolgen zu lassen. — Wegen eines alten Kopfleidens bleibt dem kleinen Josiele die Tür der neuen Welt verschlossen, die sich ihm erst öffnet, als er in Berlin, wohin seine Schwester ihn zurückbegleitet, Heilung gefunden. In Amerika assimiliert sich die ganze Meir'sche Familie. Nur Josiele bleibt innerlich ein Kind des Ghetto, ein Träumer bis zum letzten herrlichen Traum, der ihn schon nach zweijährigem Aufenthalt in New-Iork ins „Gefilde der Seligen" hinüberleitet. — Wir können die Lektüre dieses prächtigen Buches nur empfehlen. J. B. Vermischtes 13 Millionen Inden auf der Welt. Nach einer neueren Zusammenstellung, die naturgemäß nur schätzungsweise erfolgen kann, beträgt die Zahl der Juden auf der ganzen Welt 13 Millionen. Sie setzt sich folgendermaßen zusammen: Europa . . .... 9 950 175 Asien . . .... 484 359 Afrika . . . . . . ' 404 836 Amerika . .... 2 194 061 Australien . .... 19 415 13 052 846 Der Zahl für Europa ist die letzte Zählung in Rußland zugrunde gelegt, die die Zahl der Juden in Rußland auf 6 064 415 angab. Der Einfluß der Revolution auf den jüdischen Büchermarkt. Im Verlaufe der Konferenz der Histadruth hielt Herr S. Tschernowitz einen sehr interessanten Vortrag über den Büchermarkt und die gelesensten hebräischen Bücher in Rußland. Besonderes Interesse erweckten die Ausführungen des Referenten über den Einfluß der Revolution auf den hebräischen Büchermarkt. Im allgemeinen konstatierte der Redner, daß die nach dem Kriege mit Japan in Rußland ausgebrochene Revolution auf den hebräischen Büchermarkt einen sehr starken Einfluß ausgeübt habe. Besonders zeige sich aber dieser Einfluß auf den Verkauf von G e - betbüchern. Die großen Gebetbücher wurden ehedem in Rußland in Hunderttausenden von Exemplaren verkauft und jede neue Ausgabe hatte, falls sie nicht zu teuer war, einen Absatz von zumindest 20 000 bis 30 000 Exemplaren im Jahre. Zur Zeit der Revolution wurden selbst die beliebtesten Sidurim in kaum 3000 Exemplaren abgesetzt und erst nach vollständigem Abflauen der Revolution zeigt sich hierin eine Steigerung. Dasselbe sehen wir auch bei den Bibelausgaben. Zum Beispiel die bekannte Bibel mit den 36 Kommentaren, deren Jahresabsatz zur Zeit der Revolution auf 1500 Exemplare herabgesunken ist, stieg nach der Revolution auf 3000 jährlich. Betrübend ist die Mitteilung des Referenten, daß das talmudische Wissen in Rußland allmählich abnimmt und als Beweis dafür die Tatsache anführt, daß die Bibelausgaben mit Kommentaren von Malbim und Eben Esra jährlich im ganzen in 150 Exemplaren verkauft werden. Hingegen steigt der Absatz der Bibelausgaben mit jüdisch-deutscher Uebersetzung, weil die durchschnittliche jüdische Bevölkerung in Rußland immer weniger hebräisch versteht. Dasselbe Schicksal haben auch die Mischnah-Ausgaben mit vielen Kommentaren; als diese in Roms Druckerei in Wilna zum ersten Male erschienen sind, ergab eine Subskription eme Bestellung von 12 000 Exemplaren. Spätere noch so schöne Ausgaben erzielen höchstens einen Absatz von 500 Exemplaren und andere weniger schöne Ausgaben noch weniger. Interessant ist auch die Beobachtung, daß die Einzeltraktate des Talmuds, welche für den Unterricht von Kindern bestimmt sind, von dieser Krise nicht betroffen wurden. Diese werden auch