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Das jüdische Blatt · 1913-12-26 · 52 (26.12.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
52 (26.12.1913)
Date
1913-12-26
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Das von uns — neben einer Reihe anderer Schulen und Anstalten — subventionierte Schulwerk der Palästina- Kommission umfaßt gegenwärtig 9 Schulen mit insgesamt 37 Lehrkräften und etwa 1000 Zöglingen, und zwar die Schulen in P e t a ch Ti k w ah, E k r o n , E Haifa, R i s ch o n - l e - Z i o n , K n t r a lind die alte sefardische D a r e s ch Z i a n - S ch u 1 e in Iernsale m. Die praktischen Erfolge, die das Schlillverk in den Kolonien, namentlich in Petach Tikwah erzielt hat, find außerordentlich erfreulich. Es ist der Beweis geliefert ivorden, daß — eine tüchtige Leitung lind geschulte Lehrkräfte vorausgefetzt — das viel mißbrauchte Schlagwort von der „jüdischen Kultur" sich auch im wahrhaft a I t j ü d i s ch e n Sinne verwirklichen läßt. Die Heranbildung jiidischer Jünglinge, die als Kene'i'-Tllauroli den Bergleich mit den Zöglingen der besten Jeschivaus aushalten und dabei des Nüstzeuges für i h r e n L e b e n s b e r u f und des allgemeiileil B erst ä n d n i f f e s de r .K u I t l> r n i ch t entbehren, bedeutet die gründlichste Lösung der unsere Verwaltung beschäftigenden Probleme, wenn auch diese Art der Lösung nicht von heute auf morgen wirkt. Denn die also herangebildeten Männer werden künftig am ehesten im Stande sein, die Wege, die zur wirtschaftlichen imb kulturellen Hebung Palästinas führen, zu beschreiten, ohne die unveräußerlichen geistigen Güter der Vergangenheit preiszugeben. So erblicken wir in der wirksamen Förderung dieses Schulwerkes eine unserer wichtigsten Aufgaben lind glauben namentlich im Sinne unfrei* deutschen Spender zu Handel», wenn wir der Erweiterung und dem Ausbau dieses Werkes, das gleichzeitig wirtschaftlich lind sittlich-religiös reiche»! Segen bringt, auch künftig einen erheblichen Teil nuferer Mittel widmen. Was speziell die Doresch Zion Schule zu Jerusalem betrifft, so wurde sie durch zeitgemäße llmgestaltung des gesamten Schulbetriebes und eine fachmännische Schulaufsicht nach dem Muster und Lehrplan unserer Schulen in den Ko lonien mif ein höheres Niveau gebracht. Leider tonnten wir für diese Anstalt bisher »och keine geeignete europäische Leitling gewinnen. Seit denl Bestehen der Allstalt, die unter dem Protektorate der Pekidiin von hervorrageilden Erez- Jisroel-Freunden vor 50 Jahren gegründet wurde, finb aus ihr zahlreiche Rabbiner lind Lehrer sowie angeseheile Männer des Erwerbslebens hervorgegangeil. Ihr Hallptziel ist das eine,' fluten Bürgerschule auf jiidischer Grundlage. Zur Förderung der jüdischeil Wissenschaft dient die Lehr anslalt „I e s ch i lv a s Z i o n" am „D e u t f ch e n P l a ß", die es sich zur Ailfgabe gestellt hat, gut talentierte Schüler und junge Lellte zli w i r k I i ch e n Gelehrteii heranzilbilden. Zur Förderung des wirtschaftlich e n Lebens konnte mancherlei geschehen. Der H a n d w e r k e r v e r e i » i g i> n g „3e^ia Kapaun" bezw. armen Handwerkern und fleinen Geschäftsleuten gewähren wir zum Betrieb ihres Erwerbes ii n. v e r z i >i s l i ch e Darlehen, die in kleinen Raten zurückgezahlt werdeii. Diese Wohltat ist für ben kleinen Mail» von hervorrageiider wirtschaftlicher Bedeutung, und der Unistaiid, daß die braveii Haiidwerker — mit ganz geringfügigen Ausnahmen — die Rückzahlungen pünktlich einhalten, läßt es driilgeild lvüiischeii, diesenl Zweig der wahreii jüdischen Geiiiilus Chesed iinnler »lehr Allfmerksanlkeit zuzuwenden. Im Berichtsjahre wllrde aus diesem Posten für eine Anzahl von Jünglingen, die sich dem Haildwerkerberuf widmen, das L e h r g e l d bezahlt unb fleinen Handwerkern dl!ich Gewährung kleinerer und größerer Unterstützungen zlnn 21 n k a l> f von W e r k z e » g e n lind A n s ch a f f u n g v du Ri a t e r i a l i e n zlir Erinöglichung eines besseren Betriebs ihres Gewerbes geholfen. Dank dem Wohltätigkeitssimr unserer altbewährten Freriilde unb Gesinnungsgenossen konnten wir auch im abgelanfenen Jahre in herkönnnlicher Weise der Zedokohpflicht und der Fürsorge für die 2lrnlen des heiligen Landes rmsere besondere 2lllfmerksainkeit widnlen. Für gelegeirtliche Unterstützungen an Witweil und W a i s e n , Rabbinen lind Talmudgelehrten, sowie regelmäßige Berteillingeil für Peßach unb andere Feste unb Jahreszeiten. on viele Hurrderte notleidende Familien von I e r l> s a l e in , S u f f e d , T i b e r i a s , Hebron re. wurden größere Summe» verwendet. Für Peßach allein tonnten wir infolge einer arißerordentlichen Spende an 11000 Fes. zur Verteilung bringen. Die 2lr restanten und jüdische» Soldaten tonnten wir auch in diesem Jahre mit Mazzos lind ritueller Verköstigliilg versorgen, und eine 2Inzahl von Fainilien, deren Ernährer zlnn Waffendienst einbcrlifen mürben, erhielten gelegentliche Unterstützungen. Jil Anbetracht der in Erez Jisroel auf allen Gebieten schwer elnpfnndenen Not ist es eine doppelte Pflicht, neben der Förderung der wirtschaftlichen und kulturelleii Bestrebungen nicht die Aernlsten der Arinen, die Witwen lind Waisen unb nolleibeuben Schristgelehrteil, zll vergesseil. Eine 2lnzahl jlmger Leute, welche die Jeschiwa verließeil, erhielten auch Uilterstütznngen zur Ergreifung eines selbständigeil Lebensbernfes. 21 us diesem Spezialpostell haben wir ferner erhebliche Suinmen verschiedenen Ltzohltätigkeitsanstalten, deren erspl ießliche Wirksamkeit l> n s b e k a » >l t ist, periodisch znkoniinen lasse». In diesem Posten ist endlich eine Anzahl kleiner n n d k l e i » st e r Gaben einzelner Spender für bestimmte Privntpersonen lind 2lnstalteil enthalten, dereil Bearbeitung und Verteilling einen linverhältilisnläßig g r o ß e n Teil unserer 2l r b e i t s k r ä f t e beansprllcht. Hierbei kailn unsererseits auf die Verteilung nur infomeit Einfluß ausgeübt werden, als wir die Spender nur auf etwaige offensichtlich irrige Vor- 1211

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