Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 52 (26.12.1913)
- Date
- 1913-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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■Reich und Ausland: Leilungspreislitte. Wapern: Leitungsnummer 546. ~- Geschäftsstelle: - SH. DuMont Schauberg. Ttratzburg i. Elf. - Vertretung für Bayern und Württemberg: Max Eichinger. Königl. Hofbuchhündler. Ansbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle: außerdem in Stratzburg durib die Vlsässlsche Slkiieugesellschaft vorm. A. Ammel. In Basel durch A. Stordmann. Socinüraße 86. In Zürich durch A. Schneider, Badcnerstraße 123. Bezugsbedingungen: Pro Quartal per Post 75 Pfg. (exkl. Zustellungsgebühren), per Streifband M. 1.25. In Frankreich unter Streitband 2.50 Fr. dar Vierteljahr. 10 Fr. das Jahr. In der Schweiz per Post 4 Fr. das Jahr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. das Jahr. In Lesterreich per Post 4 Kr., per Streifband 9 Kr. das Jahr. In England 2 Schilling. Amerika 50 Cents per Vierteljahr. - Inserate nach Tarif. - Abonnements nimmt jede ipoftanftalt entgegen. IV. Iabrgang. Nnsbacb-Stratzbnrg, 26. Dezember 1913, 27. Iktslev 5674. Ißt. 52 Inhalt. Leitartikel: Vergessen und Erinnern. — Die heißen Quellen Palästinas. — Aus aller Welt. — Korrespondenzen. — Von den Falaschas. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Familiennachrichten. Rätsel-Ecke. — Vermischtes. — Bücherbesprechung. — Gedalja. — Inserate. Zu roun. Wergeffen und Erinnern. Fast stets wird der Wochenabschnitt an dem Sabbat vorgelesen, welcher in das Chanukkahfest fällt, es müßte denn sein, daß der vorige Wochenabschnitt es ist, welcher am Sabbat Chanukkah in den Synagogen Israels gehört wird. Beide Wochenabschnitte haben eines gemeinsam; das ist der gewaltige Akkord des Vergessens, mit dem der letztere ausklingt, der in dem ersteren wieder ertönt. Dort ist es die Undankbarkeit eines Menschen gegen den anderen, dem er zu großem Dank verpflichtet ist, hier ist die im Traume Pharaos bereits geschaute Kunst der Menschheit, das Gute zu vergessen, was in so reichem Maße die Fügung des Allgütigen gegeben hatte. Aber auch ein gewaltiges Erinnern dringt an unser Ohr, das blitzartig in die Zusammenhänge hineinleuchtet, welche die Allmacht des Schöpfers in die Geschichte der Menschheit gesetzt hat, das war jene Stunde, in welcher Josefs Brüder angesichts ihrer hilflosen Lage der Stunde gedachten, in welcher sie sich von dem Bruder gekehrt hatten. Diese Zusammenhänge sind das Wunder im Leben jedes Einzelnen und in der Geschichte des Volkes. Das aber ist gleichzeitig auch der Grundton unserer Chanukkahlieder. Da sehen wir ein gewaltiges Vergessen, und dies nagte an den Festen des Tempels bis er niedersank, bis nach seinem Wiederaufbau ein trunkenes Volk nach Götzen sich sehnte und in der Hast einer genußfrohen Zeit die Brüder sich von den Brüdern kehrten. Und dann kam der heilige Schauer der Erinnerung; in wenigen zunächst wirkt er und zeitigte die herrliche Frucht der Treue. Das war die Großtat der Makkabäer, das war die Wurzel ihres Heldentums. Es war, als ob die Ahnen aus den Gräbern erstanden wären und mit den Enkeln in den Kampf zögen. Doch wer vergißt leichter, als ein Sieger! Das fürchteten auch die Makkabäer, und auf daß die späteren Geschlechter bewahrt blieben vor dem bösen Laster des Vergessens, das den Altar entweiht hatte, nahmen sie die Bruchsteine dieses Altars und ließen sie im Vorhof des Heiligtums liegen. Der Ewige lohnte die Treue durch ein Wunder; schwach nur konnte der Leuchter genährt werden, doch das Licht verlosch nicht und die Quelle des Lichtes versiegte nicht. Diesem Wunder soll unser Chanukkahfest gelten. Und doch ringt in den Häusern und Gebetsstätten Israels alljährlich das Vergessen mit dem Erinnern. Wohl werden die Makkabäer in allen Tonarten gefeiert, als Helden vor allen Dingen, aber des Wunders, des Wunders vergißt man. Das Gebet aber spricht von den Wundern zuerst. Nur in dieser Erinnerung liegt das Siegel des Hohepriesters, das Siegel der Reinheit und Treue auf unserm Feste. Es ist eine bange Frage des Lichtes: Sage einmal, was meinst du, wenn heute Mathisjahu, wenn Juda Maccabi, seine Brüder und seine Genossen wieder aufständen und unsere Begeisterung für die Makkabäer schauen würden, meinst du nicht, sie würden zuerst von dem Wunder des Lichtes erzählen, würden dir sagen, daß alle Menschenkraft nur dann ihr Ziel erreicht, wenn zuletzt als Krönung des Ganzen das Wunder sich fügt? Wollt Ihr Euch, so würden sie sprechen, unser erinnern als dankbare Enkel, dann dürft Ihr des Höchsten nicht vergessen. Denn wißt Ihr, als wir das Licht aufflammen sahen, da vergaßen wir alle Leiden, vergaßen des Kampfes und sangen das nie veraltende Lied des Erinnern an den Hort unsres Lebens I'. K. Die heißen Huessen Ml'äjiina's. (Beiträge zur chemisch-physikalischen Untersuchung der Thermen Palästinas von Dr. Alexander Friedmann. 4. Veröffentlichung der Gesellschaft für Palästina-Forschung. Besprochen von Dr. Ernest Meyer, Mülhausen.) Wahrlich, das Land unserer Väter wird von Jahr zu Jahr mehr kultiviert, bereist und erforscht. Ist es doch noch immer ein Land „gesegnet von Himmels Frucht, von Tau und von tief unten ruhenden Fluten". An diesen Ausspruch wird man unwillkürlich erinnert, wenn man die obige verdienstvolle Arbeit über die heißen Quellen von Tiberias und Gadara im heiligen Lande liest. Der Verfasser hat sich, von jüdischen Gesellschaften