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Das jüdische Blatt · 1913-11-21 · 47 (21.11.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
47 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 47. Das jüdische Statt 11 stimmt nicht ganz!). — Alice Harburger, Sulz u. 2B., z. Zt. Buchsweiler. — Eugen Netter, Erstem, Hufschmiedgasse 1. — Helene Samuel, Neubieisach. Zwei Rätsel: Alice u. Myria Weil, Ingweiler (wegen Übersendung des Kalenders erbitte gefl. genauere Adresse). — Jeanne Hirtz, Winzenheim (O.-E.). — M. A. Grumbach, Nancy, nie du Bastion N4. — Arthur Levy, Altkirch. — Jacques, Jenny u. Alice Braun, Ingweiler. — Joseph Kahn, III. real. Hagenau. — Gabriel Goettinger, Knabenwaisenhaus, Hagenau — Recha Gutmann, bei Jakob Seligmann, Nördlingen. - Leo Walter, Tertianer, Straßburg (Lembach). — Irene Strauß, Straßburg. — Clarisse Joseph, Jeanne Levy, Ce-ile Reblaub, Neuweiler (U.-E.). — Marthe, L^on u. Simon Weill, Winzenheim (O.-E.I. — Herbert Marx-Weil, Saarlouis-Roden. — Eugen Netter, Erstein, Hufschmiedgasse 1. — Elsa u. Leopold Lehmann, Lausanne (Schweiz). — Cacilia u. Leopold Lehmann, Dauendorf. — Marguerite Levy, Hirsingen, — Frl. Henriette u. Suzanne Wahl, Mülhausen, Oranstaden 1. — Herr u. Fr. Neftalie Schwab, Mommenheim. Drei Rätsel: Frl. Frida Feldmann, Altenmuhr. — Lucien Baer,' Realsekundaner; Eugen Schwartz, Realquartaner; Marcelle Baer, Höhere Töchterschule, Barr. — Sylvia Wolfs, Kolbsheim. Vermischtes „Marlins Gänse". Einer alten, noch ans der .Zeit Maria Theresias stammenden Sitte gemäß wurden vorige Woche von einer Deputation der Prehburger orthodoxen israelitischen Gemeinde in der Kammer des Königs von Ungarn sechs Gänse abgeliefert und von einem Kammerdiener des Königs in Empfang genommen. Die Gänse waren mit Maschen und Bändern in den ungarischen Nationalfarben geschmückt und in weißes feines Leinen gehüllt. Bier der Gänfe find für die Küche des Königs, zwei für die des Thronfolgers Franz Ferdinand bestimmt. -- Aücheröesprechung. L i müde Sc h a a s c h u i in, Praktischer Lehrgang zur Erlernung der ersten Elemente der hebräischen Sprache als Vorbereitung zum Bibelunterricht für die israelitischen Volks- und Religionsschulen. Von E. Bondi, Volksschul-Direktor. 6. verm. Aufl. Wien 1899. Verlag von Jos. Schlesingers Buchhandlung. Ungeb. 22 Kr., geb. 28 Kr. 8". 70 u. 23 S. Verf. beklagt im Vorwort, daß infolge der geringen zur Verfügung stehenden Zeit der Uebersetzungsunterricht nicht erfolgreich betrieben werden könne und findet die Abhilfe in einem systematischen Grammatikunterricht. Es erscheint uns nicht recht verständlich, in welcher Weise durch das vorliegende Werk dem durch den Zeitmangel hervorgerufenen Uebelftande gesteuert werden kann, nachdem dessen Durchnahme selbst einen unverhältnismäßig großen Zeitaufwand erfordert. Der Verfasser will im zweiten oder dritten Schuljahr beginnen und hat sein Werkchen auf drei Jahre berechnet. Also erst nach dem vierten oder gar nach dem fünften Schuljahr würde der Schüler einen erfolgreichen Chomesch-Unterricht zu erhalten fähig sein! Wenn statt dessen die Originaltexte übersetzt und nebenher noch die wichtigsten grammatischen Kenntnisse zugesührt würden, so würde — wie auch unsere Erfahrung lehrt — das Wissen des Schülers und fein Können mehr gefördert. Im einzelnen ist zu bemerken: Die Regeln im „Anhang" find öfter mechanisch, willkürlich oder undeutlich. Der gedächtnismäßig zu fassende Stoff erscheint zu groß. Daß ein Vokal fortfällt, wenn am Ende eine Silbe zuwächst (S. 9), wird umgestoßen durch Formen wie 'prn',2^ Die Endung pj in den Zahlwörtern ist nicht tonlos (wie S. 13 angenommen wird). S. 15: Das Fortfallen des Tons bei Mackef hat nichts mit dem 8tnt. constr. zu tun. (Zu Nr. 27:) Daß das Eigenschaftswort im Hebräischen nicht vorkommt, ist nicht aufrecht zu erhalten. S. 19: Das f verwandelt — und sehr oft — das Perfekt in die Zukunft, auch ohne vorhergehendes 'Futur. Daß ein im Iva 1 nicht vorkommendes Zeitwort, in der ersten vorkommenden Form die Bedeutung des Kal hat, ist eine willkürliche und unhaltbare Annahme. S. 20: Warum wird neben dem a-Persekt nicht auch das o-Perfekt erwähnt? (... n ... s) -^- Lustige Kcke. Rokhschild-Anekdole. Kommt da einmal ein armer Jude in das Vorzimmer des alten Baron Anselm Rothschild und bittet den Diener um Einlaß zum Herrn Baron. Der Diener weist ihn mit dem Bemerken ab, daß der Baron jetzt nicht gestört zu werden wünsche. Der Jude dringt in den Diener, ihn doch zu melden, er werde den gnädigen Herrn nicht lange aufhalten, er habe ihm nur ein SBjwt zu sagen. Der Diener läßt sich erweichen und trägt diese Bitte wortgetreu seinem Herrn vor, kommt auch alsbald mit der Antwort zurück, der Jude dürfe eintreten, jedoch nur ein einziges Wort sprechen. „Gut," sagte dieser, „werde nur ein Wort reden." So trat er in das Zimmer des Bankiers ein, machte den herkömmlichen Bückling und sprach: Baron Rothschild wurde aufmerksam und sagte: „Jetzt erklärt mir, was Ihr mit dem Worte meinet." Nach abermaliger Verbeugung antwortete der Jude: Das Wort ^"ISj ist die Abkürzung und Zusammenziehung der Worte: „Guten Morgen, Reb Amschel!" Dieser lachte. „Was wollt Ihr eigentlich von mir, machts kurz." Der Jude sagte wieder „Was soll dies jetzt bedeuten?" „Das bedeutet", sprach der Fremde etwas zögernd, „gebt mir, Reb Amschel!" „Ah so! Ihr wollt was? Da habt Ihr," griff in die Tasche, zog eine Münze heraus. Ter Jude nahm den dargereichten Taler in Empfang, konnte aber feine Enttäuschung über diese kärgliche Unterstützung nicht verbergen und sprach betrübt: „Was meint Ihr jetzt damit?" fragte Rothschild. Der Jude sprach mit tränenumflorter Stimme: „Gebt m e r, Reb Amschel." Lachend überwies nun der einem guten Witz geneigte Bankier dem zudringlichen, aber witzigen Bittsteller eine Summe, welche hinreichtr, dessen momentane Notlage zu mildern. -^ - Hedatjafi. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Er erbebte auch, dann sich das Gesicht bedeckend, sagte er mit rauhem Tone: „Hab' Erbarmen Königstochter und mach mich nicht wahnsinnig, sonst könnte ich Worte sprechen, Worte, die mein Herz zu überströmen drohen, die, seit ich denken und fühlen kann, in meinem Innern schlummern und die ich ins Grab mitzunehmen gedachte." „So sprich," entgegnete die Fürstin nach einer langen Pause, ihre Augen waren zu Boden gesenkt, aber ihre Brust wogte, „sprich das Wort aus, das auch ich feit Jahren ersehnte und gefürchtet habe, das Wort, das Deine Lippen so fest

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