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Das jüdische Blatt · 1913-11-14 · 46 (14.11.1913) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
46 (14.11.1913)
Date
1913-11-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Das jüdische Statt. Nr. 46. Aber auch finanzielle Erwägungen, die bei dem Rückgänge der kleineren und mittleren Gemeinden und der dadurch verursachten Leistungsminderung schwer ins Gewicht fallen, sprechen für die Gründung jüd. Volksschulen, n) Die Lasten der Gemeinden werden verringert. 6) Staat und Kommune müssen zur Unterhaltung der Schule beitragen. c) Der Etat der öffentlichen Schule stellt sich für die Gemeinde günstiger als der Etat der jüd. Religionsschule, trotzdem dem Lehrer für seine Wirksamkeit an ersterer ein auskömmliches Gehalt gewährt wird, während der Religionslehrer durchweg kärglich besoldet wird. So dürfte schon mit diesen kurzen Ausführungen — mit weiterem Material stehen wir allen Interessenten gern zu Diensten — der Beweis erbracht fein, daß der Widerstand gegen die Errichtung jüd. Volksschulen unbegründet ist und in keiner Weise den Interessen des Judentums und der jüd. Jugend sowie unserem Kampfe um die Gleichberechtigung dient. Wer zu dieser Erkenntnis durchgedrungen ist, der trete mit uns entschieden und nachhaltig ein für die Erhaltung und Förderung der jüd. Volksschule! Talmudische Ferienkurse des B. I. A. Der „Bund Jüdischer Akademike r", die Organisation der gesetzestreuen jüdischen Studentenschaft, hat in den soeben beendeten akademischen Ferien drei talmudische Fortbildungskurse veranstaltet: 1. Hamburg-Altona: Es fanden folgende ft'i'H^D» statt: a) täglich bei Herrn Oberrabbiner Dr. S. Spitzer (HjD mD'HE niSID 'D); b) dreimal wöchentl. Knftji bei Herrn Oberrabbiner Dr. M. Lerner (-Drift 'D u- <*.); c) täglich 'ft bei Herrn Rabbiner Dr. Bamberger- Hamburg; ck) dreimal wöchentlich bei Herrn Rabbiner Dr. Plato '"DTT^ ^"IftJJ und ft'ftftft; e) dreimal wöchentlich bei Herrn Rabbiner Dr. Lichtig ft^n miN Durch die glückliche Wahl der Dozenten und der gelang es, den Teilnehmern ein reiches Maß jüdischen Wissens zu übermitteln und sie auch zu weiterem intensiven Forschen anzuregen. Den auswärtigen Bundesbrüdern suchten wir die Sehenswürdigkeiten unserer Vaterstadt zu zeigen, mehrere Ausflüge — einer in einer größeren Gesellschaft — führten in die schöne Umgebung Hamburgs, und allwöchentlich fanden gemütliche Abende statt, wozu auch die zahlreichen A. H. A. H. erschienen. Voller Befriedigung blicken wir alle auf den Kurs zurück und hoffen, daß sich der Ferienkurs Hamburg-Altona zu einer ständigen B. I. A.-Jnstitution entwickeln wird. 2. Posen: Bald nach Semesterschluß begannen wir auch diesmal mit unseren Ferienschiurim. Folgende Schiurim wurden abgehalten: a) Täglich VA Stunden Xftftj bei Herrn Pinczower HEID und m); b) täglich 1 Stunde bei Bbr. Dr. Witkowski p|"“| mEO; c) wöchentlich 2 Stunden bei Herrn Rabbiner S. Blum d) wöchentlich 2 Stunden rDE* \ftJJ bei Herrn Piekarczyk. Ferner besuchten die Bbr. Bbr. die cmiy1^ des Vereins □"Hlft^b jlE^ und des Gymnasiastenvereins min Höib. Durch Zusammenkünfte und mehrere schöne Ausflüge in die waldige Umgebung kam auch die Geselligkeit zu ihrem Rechte. 3. Berlin: Wie in vergangenen Ferien fanden auch diesmal die hiesigen Ferienstatt. Bei Bbr. Rabbiner Dr. Munk lernten wir 6 Wochen täglich die Sift ^ft 'ft \jriD tö Tny w ,Toyn xb Kism -io*n (Teilnehmerzahl 9), bei Bbr. Rabbiner Dr. Biberfeld dreimal wöchentlich die npTm EU 'D (Teilnehmer 6). Berlin. Der D.-J. G.-B. versendet soeben mit den Einladungen zum 14. G e m e i n d e t a g, der am 7. Dezember d. I., vormittags 10 Uhr in Berlin, Kleiststraße 10, stattfindet, seine Mitteilungen Nr. 85. Dieselben enthalten außer obiger Einladung noch: Die statutarischen Bestimmungen über den Gemeindetag; Bericht des geschäftsführenden Vorsitzenden: Berichtigungen. Berlin. Der 14. ordentliche Gemeindetag findet am 7. Dezember 1913, vormittags' 10 Uhr, in Berlin, Kleiststraße 10, im Logenhaus 1 Tr., statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Konstituierung des 14. Deutsch-Israelitischen Gemeindetages. 2. Reglement für die Mandats-Prüfungs-Kommission; vgl. Mitteilungen Nr. 84, S. 2—4. 3. Bericht des geschäftsführenden Vorsitzenden. 4. Bericht der Kassenrevisoren und Entlastung des Ausschusses. 5. Wahl des Ausschusses und der Revisoren. 6. Bericht der Gemischten Kommission über die Verhältniswahl. Referent: Herr Landgerichtsrat Loewe. 7. Staatliche Beihilfen für notleidende Gemeinden. 8. Anträge von Mitgliedern. Frankreich. Paris. Den Preis Volney des lnstUut de France für vergleichende Sprachwissenschaft erhielt Marcel Cohen für seine Schrift: 1.0 parier des Arabes juifs d’Alger. Paris. Alliance Isra 6 lite Universelle. Am 5. November fand die jährliche außerordentliche Sitzung des Zentralkomitees der Alliance Jsraelite Universelle statt. Außer den meisten Pariser Herren waren mehrere auswärtige Mitglieder zugegen. Den Vorsitz führte Herr Prof. Dr. Netter, stellvertretender Präsident. Der zur Verlesung gebrachte Bericht bot deshalb ein besonderes Interesse, weil er die politischen Ereignisse auf dem Balkan und in Nordafrika ausführlich behandelte, die auf die allgemeinen Verhältnisse der Israeliten in den betreffenden Ländern und auch auf die zahlreichen Schulanstalten der Alliance in jenen Gegenden eine nachhaltige Wirkung übten. Der Angelegenheit der rumänischen Juden und den von verschiedenen Seiten zur Erlangung der Bürgerrechte für die eingeborenen Israeliten vorgeschlagenen Mitteln wurde eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Auch wurde der lächerlich-tragische Prozeß in Kiew ins Auge gefaßt, der dazu inszeniert wurde, um durch einen unglücklichen Juden die ganze jüdische Bevölkerung zu brandmarken, deren liberale Tendenzen man befürchtet und zu vernichten bestrebt ist. Hervorgehoben wurden ferner die in Marokko erzielten Resultate und namentlich die Wohltat des dort eingeführten Regimes, dank welchem die Juden, die seit Jahrtausenden der Willkür und der Demütigung preisgegeben waren, sich nunmehr eines tatkräftigen Schutzes erfreuen und ihren Geschäften in aller Sicherheit nachgehen können. Der Bericht enthält einen Ueberlick über die Wirren auf dem Balkan und das zugunsten der dortigen Juden unternommene Unterstützungswerk und über die Lage der dortigen Schulen der Alliance. Der sehr ausführliche Bericht gab zu einem längeren Meinungsaustausch Anlaß, aus dem sich ergab, daß unter sämtlichen Mitgliedern des Zentralkomitees über alle Angelegenheiten allgemein-jüdischen Interesses volle Uebereinstimmung herrscht. Es wurde im Laufe der Sitzung zur Wahl des Vorstandes vorgeschritten. Durch Zuruf wurden wieder gewählt: als Vorsitzender Herr Narcisse Leven, als stellvertretendek Vorsitzende: die Herren Prof. Dr. Netter und Eugene S6e, als Schatzmeister Herr Machiels. --

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