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Das jüdische Blatt · 1913-11-07 · 45 (7.11.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
45 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i VI ■Refcb und Ausland: Lettungspretslttte. Wayern: Lettungsnummer 546. Geschäftsstelle: ■■ 1 M. DuMont Schauberg, Ttratzburg 1. Elf. - Verttetung für Bayern und Württemberg: Max Eichingcr, König!. HofbuchhLndler, AnSbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle; außerdem in Ttratzburg durch die ElsSsfisch« Aktiengesellschaft vorm. A. Ammel. In Basel durch I. Stordman», Socinstraße 36. In Zürich durch A. Schneider, Badenerstraße 123. Bezugsbedingungen: Pro Quartal per Post 75 Pfg. (exkl. Zustellungsgebühren), per Streifband M. 1.25. In Frankreich unter Streifband 2.50 Fr. dar Vierteljahr, 10 Fr. da» Jahr. In der Schweiz per Post 4 Fr. das Jahr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. dar Jahr. In Oesterreich per Post 4 Kr., per Stteiiband 9 Kr. das Jahr. In England 2 Schilling, Amerika 50 Cent? per Vierteljahr. - Inserate nach Tarif.- Abonnements nimmt jede pottanNalt entgegen. iv. Zabrgang. Ansbacb-Stralzburg, 7. Dovember 1913. 7. Lbelcbwan 5674. Dr. 45 Inhalt. Leitartikel: Die Altäre Abrahams. — Der Kiewer Prozeß. — Brief vom Lande. — Aus aller Welt. — Korrespondenzen — Der Kiewer Ritualmordprozeß. — Gebetszeiten. — Wochenkalender. — Familiennachrichten. — Rätsel-Ecke. — Briefkasten. — Bücherbesprechung. — Gedaljah. — Inserate. Zu ~\b “b. Die Altäre Abraßams. Von vier A^'^ welche erbaute, erzählt uns der Wochenabschnitt, .ef i^ame Sß-> vn in dem Leben des Ahnen, bedeutsame auch für g'g'ggg&sT wie alles was im Dasein der Väter sich ereignete. . . . , , % l Es hatte der Allmächtige ge machen: Deiner Zukunft werde ich das Land geben. Das war eim u kinderlosen, greisen, heimatlosen Wanderer gesagt worden. Es war eine Verheißung, der nach menschlichem Ermessen jede Grundlage der Wahrscheinlichkeit fehlte. D i e Stunde war es, in der in der Welt des Religiösen das Ahnen und Erkennen sich zum festen Glauben gestalten mußte, zum kindlich reinen Vertrauen. Und Abraham glaubte, vertraute und baute den Altar des Vertrauens. II. Da schlug denn Abraham seine Zelte auf. Aber in welchem Lande? „Bet El im Westen und Ai im Süden." Ringsum Feinde, die den Eindringling mit wenig freundlichen Augen betrachten mochten, ringsum Götzendiener, die im Gefühle der Sicherheit ihre Triumphe mit denen ihrer „Götzen" verbanden, ringsum Spötter, welche dem „reinen Glauben" sehr wenig Verständnis entgegenbringen mochten. In diese feindliche Umgebung hinein trat Abraham und baute einen Altar und gab Verkündigung im Namen des Allmächtigen. Nicht an dem bloßen Altarbauen allein lieh er es sich genügen, nicht, wie mit sllßsaurem Ausdruck seichte Neutralität, wollte er seines Glaubens Altar neben die anderen Altäre gestellt sehen, nein, die Wahrheit, die einzige, kündete er. Und so stand denn zwischen Bet El und Ai der Altar des religiösen Bekennermutes. III. Des Hungers Not trieb Abraham nach Aegypten, in das Land festgefügter Staatsform und rücksichtsloser Unsittlichkeit. Nach schweren Stunden kehrte er zurück und siehe da, wieder schlug er seine Zelte auf zwischen Bet El und Ai. Wollte er sich überzeugen, ob dort auch eine Spur seines Wirkens vorhanden: Und abermals gab er Verkündigung im Namen des Allmächtigen. Vielleicht war der Altar niedergerissen, denn nur der Ort dafür war noch vorhanden. Aber Abraham, dessen prophetischer Geist eine Zeit sah, in der die Erkenntnis Gottes so mächtig wogte, wie die Wellen des Meeres, glaubte, daß auch in das roheste Gemüt ein Samenkorn der Religion nicht erfolglos gelegt wurde. Und so ward die Stätte des Altars auch eine Stätte des Glaubens an die Menschheit. IV. Nun kam etwas Schweres. Der irdischen Güter wegen eine furchtbare Enttäuschung. Abraham hatte aus Haran seinen Neffen Lot mitgenommen; er mochte hoffen, in ihm einen Nachfolger, einen Erben und Träger seiner Anschauungen erblicken zu dürfen. Doch um Hab und Gut trennte sich Lot von ihm, trennte sich und zog nach Sodom, der Hochburg materieller Interessen und schonungsloser Selbstsucht. Da hatte ihn der Ewige getröstet, zeigte ihm die Zukunft seines Volkes, zeigte ichn die unveräußerliche Heimat und in dieser Heimat sein Grab. Da zog Abraham nach Hebron und baute dort einen Altar und schaute, wie von Geschlecht zu Geschlecht die Liebe lebt und die Treue wacht. Und so stand denn in Hebron der Altar der Treue. l'. K. —--- Der Kiewer Prozeß. Nachdem die sogenannte „Beweisaufnahme", von der in der vorigen Nummer ein möglichst anschauliches Bild gegeben wurde, erledigt ist, kommen die Gutachten der Sachverständigen an die Reihe, Mediziner und Theologen. Von Veilis ist jetzt keine Rede mehr. Die eigentliche Ritualmordanklage gegen das jüdische Volk wird jetzt erhoben. Tie „Beweisaufnahme", die 18 Tage gedauert hat, das Verhör der anderthalbhundert Zeugen, hat die ganze Nichtigkeit der Anklage gegen Beilis in ihr volles Licht gestellt. Dagegen ist es vor der ganzen Welt offenbar geworden, daß die eigentlichen Mörder im Verbrecherneste der Tschebriak zu suchen siiid. Der

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