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Das jüdische Blatt · 1913-10-15 · 42/43 (15.10.1913) · p. Seite 13

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
42/43 (15.10.1913)
Date
1913-10-15
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 42 43. Das jüdische Klatt. 13 ig Korrespondenzen. 1P 7- Glsaß-Lotlrrtnaerr. - Slraßburg. Ein edles Menschenherz hat aufgehört zu schlagen. Die langjährige Leiterin des hiesigen isr. Mädchenwaisenhauses, Fräulein Reine L o e w, ist nach schmerzvollem Krankenlager in der Nacht znm Erev Jom Kippur durch einen sanften Tod erlöst worden. Nicht lange durfte sie, die sich 38 Jahre lang mit großer Hingabe und Aufopferung der Erziehung der Waisen gewidmet hatte, sich der wohlverdienten Ruhe erfreuen. Fräulein Loew war eine wahrhafte Mutter für ihre Zöglinge; jedes einzelne war ihr ans Herz gewachsen. Treffend entwarf Oberrabbiner U r y ein Bild der Verklärten, indem er sie mit einem Segen spendenden Baume verglich, der zu früh aufgehört hat, Früchte und Schatten zu geben. Fräulein Loew war den Kindern auch ein Vorbild wahrer Frömmigkeit: sie war die Tochter eines trefflichen, frommen Mannes gewesen. Auch außerhalb ihres Wirkungskreises übte die Verstorbene gar oft Gemilus Chesed. Die heute Sonntag erfolgte Beerdigung legte Zeugnis ab für die Wertschätzung der Heimgegangenen. Dem Sarge voran schritten die Waisenkinder, die Damen des Komitees und die Lehrerinnen. Zu beiden Seiten des Sarges schritten die Herren des Verwaltnngsrates, denen sich ein großes Tranergefolge anschloß. Draußen am offenen Grabe widmete Herr Dr. Schmoll im Namen des Verwaltungsrates der Edlen warme Worte des Dankes und des Abschiedes. Möge die liebe Heimgegangene in den lichten Höhen ihren Lohn genießen. Straßburg. Im Anschluß an die Mitteilung von der Wiedereröffnung des Minjan im Isr. Krankenhaus, sei daran erinnert, daß vor ca. 9 Jahren Herr Emil Bickhard sich um das Zustandekommen dieses Minjans bemüht hat. Herr Bickhard hatte keine Opfer gescheut, um eine Synagoge im Krankenhause einzurichten, damit die Patienten Freitag abend und Sabbat nicht die religiöse Erbauung entbehren. Colmar. Wie uns mitgeteilt wird, hat das Konsistorium des Ober-Elsaß nach langer Pause in den letzten Tagen wieder eine Sitzung abgehalten. Auf der Tagesordnung stand die Regelung des Rabbinates Mülhausen II. Da Dörnach in Mülhausen eingemeindet wird, muß nämlich das Rabbinat Dörnach in ein Rabbinat Mülhausen ll umgewandelt werden. Das Konsistorium hat nun mit 4 gegen 2 Stimmen beschlossen, Rabbiner Dr. Meyer-Thann zum Rabbiner von Mülhausen I I zu ernennen. Dieser Beschluß des Konsistoriums wird erst von der Regierung bestätigt werden müssen. Dieuze. Vorige Woche stand D. im Zeichen der Trauer. Montag, den 6., starb der allverehrte Kantor, Herr I s a a c Mantoux, im Alter von 62 Jahren. Noch vor wenigen Monaten konnte sein 40jähriges hiesiges Amtsjubiläum gefeiert werden, worauf er bald schwer erkrankte. Er erholte sich wieder soweit, daß er z. T. sein Amt versehen konnte, und noch beide Tage Rosch-hascho-noh hat er geleient. Die Teilnahme an diesem Trauerfall ging über das gewöhnliche Maß weit hinaus, das bewies die ungeheure Menschenmenge, die bei der Beerdigung dicht gedrängt die Synagoge erfüllte, in die man den Sarg getragen hatte. Herr Oberrabbiner Dr. Netter und Rabbiner H. D r e y f u ß würdigten ihn als Beamten, Gatten und Menschenfreund und hoben seine großen Verdienste hervor. Selten noch hat ein Kantor solches Ansehen genossen wie er. Dem Sarge voran schritt die militärische Kapelle und der Kriegerverein, dessen Mitbegründer er war. Das Militär hatte Offiziere und Mannschaft beordert. Auf dem Friedhof sprach im Namen des Kantorm-Verbandes und der zahlreich erschienenen Kollegen Herr Oberkantor Zivi, der in der Synagoge bereits ergreifende Gebete vorgetragen hatte nach ihm ein Vertreter des Stridtrats, der Vorsteher der jüdischen Gemeinde und schließlich der Präsident des Kriegervereins. Mit Gebeten schloß die wiirdige Feier. Er ruhe in Fieden. hattstatt. Am 2. Tage Rosch-hascho-noh wurden die irdischen Ueberreste des Rentners Leopold Roth von hier zu Grabe getragen. Ein Herzschlag machte seinem Leben ein jähes Ende; er erreichte das Alter von 73 Jahren. Einen unersetzlichen Verlust erleiden unsere armen Glaubensgenossen, welche bei dem Verblichenen wie Hausgenossen verkehrten. Scherweiler. Unser langjähriger Bal-Tefiloh, Herr Sylvain Weill, Sohn unseres Gemeindepräsidenten, hat in diesem Jahr das Vorbeten des Jaum-Kippur, auch an Stelle unseres Kantors, der durch ein kleines Unwohlsein verhindert war, übernommen. Für diese Bereitwilligkeit sei ihm hiermit bestens gedankt. Sulz u. W. Da der neugewählte Kantor erst nach den Feiertagen kommt, war die hiesige Gemeinde über Jom Kippur ohne Chason. Nichtsdestoweniger hatten wir hier einen erhebenden Gottesdienst dank der freiwilligen Bemühung von Gemeindemitgliedern. Herr Maxime Klotz hat Kol Nidre und Mussaph ergreifend und meisterhaft vorgebetet und wurde hierbei von einem durch ihn dirigierten, gut eingeübten Männerchor wirksam unterstützt; unser unermüdlicher Bal tefilloh, Herr Dahlmann, hat in gewohnter Weise Schachris und Minchah geort und Herr Sylvain Blum hatte Neiloh übernommen und sich seiner Aufgabe zur allgemeinen Befriedigung entledigt. Allen, die sich um das Zustandekommen des schönen Gottesdienstes verdient gemacht haben, gebührt der volle Dank der Gemeinde. Bayern. Ansbach. Bei der diesjährigen Anstellungsprüfung für die Kandidaten des Volksschuldienftss waren für die israelitischen Lehrer folgende Aufgaben aus der Religionslehre gestellt: 1. Übersetzung von Jeremias XXXII, 18—22 (Vers 18, der in der Vorlage ohne Vokalisation gegeben war, soll vokalisiert werden); 2. wie ließe sich im Anschluß an diesen Text der X. u. X I. Glaubensartikel (nach Ableitung, Inhalt und Bedeutung) darstellen? 3. ein Bild des Charakters von Jeremias soll entworfen werden (die wichtigsten Ereignisse aus feinem Leben sollen hierbei erwähnt werden). Preußen. Berlin. Der D. I. G. B. bringt soeben Nr. 84 seiner „Mitteilungen" zur Ausgabe. Dieselben enthalten: Einladung zum vierzehnten (ordentlichen) Gemeindetag am Sonntag den 7. Dezember d. I. — Mandatsprüfungskommission. — Stenographisches Protokoll des 2. deutsch-israel. Verbandstags. — 3. außerordentliche Mitgliederversammlung der deutschen Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge. - Ergebnisse der Rundfrage über die Volksschulen. Es wird wohl später auf den einen oder anderen dieser Gegenstände zurückzukommen sein. Baden. Karlsruhe i. B. Am vergangenen Sonntag konnte Herr David Ettlinger, Seniorchef der Firma I. Ettlinger X'

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