Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 39 (26.9.1913)
- Date
- 1913-09-26
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39. Das jüdische Klalt 9 ordentlichen Einnahmen, wobei das Defizit aus den außerordentlichen Einnahmen gedeckt ist. Die Einweihung der neuen Synagoge in Diedrnhofen. Dicdcnhofen. Vergangene Woche wurde die neue Synagoge an der Kaiser Karl-Straße in der Neustadt eingeweiht. Nach einem Abschiedsgottesdienst in der alten, im verwinkeltsten Teil der Stadt liegenden Synagoge wurden die Thorarollen in feierlicher Prozession nach der neuen Synagoge übergeführt. Voran schritt die Jugend, dann folgte eine Reihe Festjungfrauen und die zehn Aeltesten der israelitischen Gemeinde, die in vier blumengeschmückten Kutschen die zehn, zum Teil sehr wertvollen Thorarollen zum neuen Gotteshaus führten. Am Hauptportal der neuen Synagoge erwarteten die Ehrengäste den Zug. Als Vertreter der Regierung, des Ministeriums und des Bezirkspräsidenten war Oberregierungsrat K a y s e r erschienen. In seiner Begleitung befanden sich die beiden Kreisdirektoren Dr. Ullersp e r g e r und B o st e t t e r, als Vertreter der Garnison war eine Offizierabordnung des Fußartillerie-Regiments Nr. 16 unter Führung des Regimentskommandeurs erschienen. Ferner waren der Bürgermeister Berkenheier, das israelitische Konsistorium von Metz und der evangelische Pfarrer Dr. Hallier von Diedenhofen anwesend. Die Kapelle des Fuhartillcrie-Regiments Nr. 16 spielte bei der Ankunft des Zuges den Choral von Gluck: Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt. Nach einem Prolog beglückwünschte der Oberregierungsrat Kayser im Namen der Regierung die Gemeinde zu der Vollendung des Synagogenbaues und sprach die Hoffnung aus, daß die Stadt an den Israeliten stets hilfreiche Bürger und zuverlässige Glieder haben möge. Bürgermeister Berkenheier überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Dann wurde der Schlüssel an den Präsidenten des Konsistoriums, Direktor Hanneaux, gegeben, der ihn in die Hände des Vorsitzenden der Diedenhofener Kultusgemeinde, Herrn S u l z b a ch, legte, der in warmen Worten der Regierung und der Stadt für ihre Beihilfe dankte. Es erfolgte sodann der feierliche Einzug in die Synagoge. Oberrabbiner Dr. Netter hielt die Festpredigt. Opern- und Konzertsänger L o e b - Strahburg sang das Halleluja. Damit war die stimmungsvolle Feier beendigt, an der die Bevölkerung Diedenhofens regen Anteil nahm. Forbach. Mitte siebzig ist Abraham Joseph dahingegangen, von alt und jung betrauert. Ein großes Gefolge begleitete den Sarg auf den Friedhof, wo Dr. Dreifus-Saargemünd eine rührende Ansprache hielt, indem er die treffliche Charaktereigenschaft des Verblichenen würdigte. hellimer. Von langen schweren Leiden ist vergangene Woche Moise Kahn erlöst worden. Er hat ein Alter von 65' Jahren erreicht. Ein treuer eifriger Kahalsmann ist mit ihm dahingegangen. Von Nah und Fern eilten Verwandte und Freunde herbei, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Dr. Dreisus-Mörchingen entwarf auf dem Gottesacker ein kurzes und treffendes Lebensbild des Entschlafenen, derselbe wurde neben seiner vor drei Jahre gestorbenen treuen Lebensgefährtin in die Erde gebettet, und ist so wieder mit seiner Gattin im Tode vereint. TNolsheim. Der hiesige Kantor, Herr W e i l l, ist nach Saarunion berufen worden und wird die dortige Stelle am 1. November antreten. Herr Weill, der seit 10 Jahren hier fungiert, ist allgemein beliebt. Sein Scheiden wird von der Gemeinde Molsheim sehr bedauert. Püttlingen (Lothr.). In geistiger und körperlicher Rüstigkeit feierten Herr und Frau Lazard Orbeck das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Zehn Kinder entsprohten ihrer Ehe, unter denen sich heute schon solche befinden, die selber Großvater geworden sind. Und die Jubilare hatten das wohl seltene Glück, am Tage ihrer goldenen Hochzeit alle ihre Kinder, 10 Söhne und Töchter, gesund und heiter um sich zu sehen, umgeben von Kindern und Enkeln. Die ganze Gemeinde, Juden und Christen, freuten sich des Festes. Mögen' alle Glückwünsche des Tages in Erfüllung gehen und möge das Jubelpaar noch gesund und frisch die Diamanten-Hochzeit erleben. Preußen. Berlin. Die Einweihung des neuen zweiten Waisenhauses der jüdischen Gemeinde zu Berlin fand am 21. September in der Berliner Straße 120/121 zu Pankow statt. Mit ihr war zugleich die Feier des 25 jährigen Amtsjubiläums des Leiters der Anstalt, des Direktors G r u n w a l d, verbunden. Zu dem im Betsaal des Instituts veranstalteten Festakte hatte sich eine zahlreiche Fcstgemeinde eingefunden. Von der königlichen Regierung in Potsdam war Schulrat Düring erschienen. Den Berliner Magistrat vertrat Stadtrat Doflein. Zahlreiche Repräsentanten und Vorstandsmitglieder der jüdischen Gemeinde waren erschienen, ebenso alle vier evangelischen Geistlichen des Ortes. Auch die katholische Kirche hatte einen Geistlichen entsandt. Die Feier begann mit dem Gesang des Knabenchors: „Wie schön sind deine Zelte", woran sich die Weihepredigt des Rabbiners Dr. Warschauer schloß. Nach einem weiteren Gesang hielt Justizrat Bernhard Breslauer die Festrede, in der er die Geschichte des Neubaues behandelte. Dann folgte eine ganze Reihe von Ansprachen, die dem Jubilar galten. Für die Ortsgemeinde sprach Bürgermeister K u h r, für die evangelische Kirche Superintendent Beyer, für die katholische Kirche Kuratus S k a r - b i n a. Auch je ein Vertreter ehemaliger Zöglinge, sowie der jetzigen Waisenkinder richteten Dankesworte an den Jubilar. Dieser dankte zum Schluß in bewegten Worten für die Ehrung. Bürgermeister Kuhr überreichte ihm den Kronenorden vierter Klasse. Ehemalige Zöglinge stifteten die Summe von 1000 Ji für die Grunwaldstiftung. Nach Schluß des offiziellen Teils erfolgte ein Rundgang durch die Räume. Belgien. Berichtigung. Brüssel. Erst heute erfahre ich, daß Ihr hochgeschätztes Blatt in seinen Nummern vom 15. und 22. August, je einen Artikel über eine hier vollzogene Trauung zwischen einem Manne mit der Witwe seines Bruders gebracht hat. Sie werden mir gestatten, in den betreffenden Artikeln folgendes zu berichtigen. Es ist nicht wahr, daß dem Herrn Oberrabbiner in Brüssel die Existenz des Kindes (Mädchen) aus erster Ehe verheimlicht worden ist; im Gegenteil, die Existenz und die Fürsorge für das Kind sind sogar als ein besonderer Beweggrund zur Heirat angegeben worden. Eine Verheimlichung der Existenz des Kindes wäre übrigens in Brüssel ebenso lächerlich und unmöglich gewesen als in der Geburtsgemeinde selbst, da in Brüssel eine große Anzahl aus der betreffenden Geburtsgemeinde stammender Familien wohnen, wovon viele der Trauung beigewohnt haben. Albert Hemmerdinger. 18 Iamil'iennachrichten. || sah (Mitteilungen für diese Rubrik werden - kostenlos ausgenommen.) .. J?Ü Gelrorene: Edgar Emanuel, S. v. Samuel Braun u. Fanny geb Bloch, Offendorf. — Eine Tochter, Alfred Schwabacher — Meinrath, Zürich. — Eine