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Das jüdische Blatt · 1913-09-19 · 38 (19.9.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
38 (19.9.1913)
Date
1913-09-19
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 38. Das jüdische Statt. 11 Richtige Rätsettösmrgen: Ein Rätsel: Frau Berthe Goetschel, Luzern. —Paul u. Andre- Robert Bloch, Dörnach. — Frl. Karoline Müller, Struth. — Iulchen Dachauer, Eichstätt, z. Zt Treuchtlingen (Bayern). - Denile Blum, Rosheini. — Alice u. Edniond Zivi, Winzenheim ^O.-E). — Helene Samuel, Neubreisach — Caroiine Müller, Tieffenbach. Zwei Rätsel: Marcel Kahn, Düttlenheim. — Primaner Marcel Bloch, Mülhausen. — Norbert Lehmann, Dauendorf (Rehabeam war auch König des ungeteilten Reiches). — David Bloch, Quatzcnbeim, z. Zt. Grussenheim. — Valentine Picard, Grussenheim. — Robert u Suzanne Geismar, Romansweiler. — Albert Zeliqzon, Metz. — Max Ehrlich, Straszburg i. E. — Leopold Eisenberg, Tertianer, Straßbmg i E. — Justin Blum, Realtertianer, Sulz u W. — Paul, Raymond u. Violette Bloch, Dörnach. — Alice u. Fernand Caän, Bolchen. — Susanne Simon, Reichshofen i (Sie müssen Geduld haben; für die letzte Nummer war es ohnehin zu spät). Pier Rätsel (aus Nr. 36 u. 37): Joseph Dikanski, Quartaner, ifr. Realschule Frankfurt a. M. — Robert Willard, Oberrealschüler, Rixheim. — Iesajah Wohlgemuth, Schüler, Berlin 24, Krausnickstraße 2 (der zweite Ort ist wohl in Berlin noch unbekaunt!'. Briefkasten der Rätsel-Ecke. — An viele Löser: Natürlich enthielt das Zahlenrätsel in voriger Nummer einen kleinen Druckfehler, die erste Reihe hätte lauten müssen: 1 2 3 4 3 5 6 7. Berichtigung. Di? S y n a g o g e n e i n w e i h u n g in Baden ist durch ein Versehen des Setzers unter die Rubrik Baben gesetzt worden statt unter die Rubrik Schweiz. Wücheröesprechung. Vertrag zur Aufnahme eines stillen Teilhabers. Anleitung zur Abfassung eines Gesellschaftsvertrages zwischen Geschäftsinhaber und dem stillen Gesellschafter (Teilhaber). Mit einem Vorwort über die Merkmale und die Haupteigentümlichkeiten der stillen Gesellschaft. Verfasser: Max Lustig, kaufmänn. Sachverständiger. (Kaufmänn.-jurist. Verlag, G. m. b. H., Mainz. Preis 2 J(.) — Verfasser gibt eine gemeinverständlich gehaltene Darstellung der in Betracht kommenden Gesetzesbestimmungen und erläutert alsdann die besonderen Merkmale der stillen Gesellschaft in trefflichster Weise. Der anschließende Gesellschaftsvertrag zeigt, wie ein Vertrag aussehen muh, wenn er die Rechte der beiden Vertragschließenden in mustergültiger Klarheit enthalten soll. ——-^- Hedal'jafi. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) „Wohl hast Du das Recht, Iochanan, denn es ist Deine Schwester und auch ich will nicht, daß Du in Deinem Herzen bösen Gedanken Raum gebest," erwiderte Zippora. „Bösen Gedanken gegen Dich? o Fürstin! ... Du stehst viel zu hoch in meinen Augen, als daß dies je geschehen könnte. Selbst wenn ich Deine Handlungsweise nicht begreifen kann, wie jetzt, Hab' ich doch die feste Ueberzeugung, daß Dein Gang ein Gang des Segens war." „Beurteile ihn selbst und auch das Vertrauen, das ich in Dich fetze. Wir waren in der Zelle Jirmejahs mit Lebensmitteln und haben für seinen müden Leib ein weiches Lager zubereitet." „Gott segne Dich für diese Tat, o wie glücklich wird mein Freund Gedaljah sein. Der arme Mann verzweifelte und seine Seele fühlte Jammer ob des Schicksals seines Meisters. Dreimal war er schon bei dem Tore des Gefängnisses, die Wächter anflehend, ihn nur einmal in die Zelle zu lassen, sie-wiesen ihn ab, da wollte er in der Verzweiflung seines Herzens die Krieger seiner Abteilung zur Meuterei reizen und das Volk zur Hilfe aufrufen, ihn mit Gewalt zu befreien; nur meinen Vorstellungen gelang es, ihn zu vermögen, von diesem eben so gefährlichen, wie unausführbaren Plane, zu lassen." „Der Prophet würde sich gar nicht auf solche Weise befreien lassen", erwiderte Zippora. „Es stand ihm heute ein leichterer Weg zur Freiheit offen und er wollt' ihn nicht betreten trotz meiner Bitten. Sind denn diese Männer Menschen wie wir, von Leidenschaften und heißen Trieben erfüllt; rein und sonnenklar, wie das Ziel, dem sie zustreben, wie die Sendung, die ihnen geworden, ist der Weg, den sie wandeln. Doch sag Deinem Freunde, daß Iirmejah auch nach ihm verlangt, und daß . schon die Wächter benachrichtigt sind, ihn in geheimer, nächtlicher Stunde einzulassen, auch Pergament und Tinte soll er mitnehmen, für Lebensmittel werde ich sorgen." In diesem Augenblicke blieb auch Dinah erschrocken stehen und horchte. „Ich glaube, es kommt jemand hinter uns," sagte sie. Wirklich ließ sich in der Ferne das Geräusch von schweren Schritten hören. Alle drei traten hinter einen Häuservorfprung und lauschten, unwillkürlich drängten sich die zwei Mädchen näher an den Beschützer und der Schleier der Königstochter streifte die breite Brust des Kriegers. . . . Ein Feuerstrom ging durch seinen Körper und sein Herz schlug bis an die Kehle hinan. Nur ihr seidenweiches Haar einmal leise berühren, nur den Saum des Schleiers küssen, der so weich um die edle Gestalt floß, welche Seligkeit, welche Wonne lag nur in diesen Gedanken; aber er tat es nicht, so heiß es in seinem Herzen wogte und flutete, so groß die Verführung war: sie war ihm heilig im Dunkel der Nacht und unter seinem Schutze, heilig wie der Altar dem Betenden. „Was mag das bedeuten?" fragte Zippora, als das Geräusch plötzlich verstummte. Iochanan trat auf die Straße hinaus; doch er vermochte nichts zu gewahren, da sie undurchdringliche Finsternis bedeckte. „Es wird ein später Wanderer sein, der in ein Haus getreten", sagte er zurückkehrend, „doch wenn Du es'erlaubst, hohe Fürstin, so will ich Dich zur größeren Sicherheit nach Hause begleiten." Sein Vorschlag wurde angenommen und so betraten sie das Tal und gingen eine Weile still nebeneinander. „Ich segne das Geschick, das mich diesen Weg geführt", unterbrach Iochanan das Schweigen. „Ich wurde spät von der Wache am alten Turme abgelöst und die Genossen rieten mir, die Nacht dort zu verbringen. Mich zog aber mein Herz zu dem Vater, den ich den ganzen Tag nicht gesehen. Es war von Gott, ich sehe es." „Um uns beizustehen," entgegnete Zippora, es ist nicht das erstemal, daß Dein starker Arm uns Mädchen schützend geleitet." „O, wie lange ist es her, seitdem so etwas geschehen," sprach der junge Kriegsmann. „Ich Hab' es trotzdem nicht vergessen, und unsere Kinderjahre im Gebirge Ephraim auch nicht," versetzte die Prinzessin, „schade daß diese schönste Zeit des Lebens so rasch verschwindet und daß wir sie so ohne wahres Bewußtsein genießen. Vielleicht ist aber eben das Bewußtlose das Glück. Weißt Du noch, Iochanan, Du mußt noch manche Narbe tragen aus jenen Tagen her; denn Du Haft manches kühne Wagestück auf meinen Wunsch und mein Begehr vollbracht, wo es nicht ohne Wunden abging." „Ich trage sie gern als Erinnerung an jene Zeit," sagte Iochanan mit tiefer innerer Bewegung. „Ich war ein übermütiges und eigensinniges Mädchen und gab meiner Umgebung viel zu schaffen, das erkenne ich erst jetzt," sagte sie mit reizendem Freimute. „Hochherzig warst Du und gabst an Mut deni kühnsten Knaben nicht nach, unterbrach er sie. „Weiht Du, wie wir drei eines

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