Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 37 (12.9.1913)
- Date
- 1913-09-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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TRdcb und Ausland: Lettungspreislltte. Kapern: Lettungsnummer 546. Geschäftsstelle: - M TnMo»t Schanberg. Siratzburg i. Elf. - Verkretmig für Bayern und Württemberg: Max Eichinger, König!. Hofbuchbnndler, Ansbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle: außerdem in Stratzburg durch die Vlsässische Aktiengesellschaft vorm. A. Ammel. In Basel durch I. Aordmann, Socinsiraße 36. In Zürich durch A. Schneider, Badenerstraße 123. —-='■■■■: - -- - ■' ■■ —-^7 Bezugsbedingungen: Pro Quartal per Post 75 Pfg. (exkl. Zustellungsgebühren), per Streifband M. 1.25. In Frankreich unter Streifband 2.50 Fr. das Vierteljahr, 10 Fr. das Jahr. In der Schweiz per Post 4 Fr. das Jahr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. das Jahr. In Oesterreich per Post 4 Kr., per Streifband 9 Kr. das Jahr. In England 2 Schilling, Amerika 50 Cents per Vierteljahr. -Inserate nach Tarif. Abonnements nimmt jede Dottanttalt entgegen. iv. Jahrgang. Ansbacb-Strntzburg, 12. September 1913, 10. Llul 5673. ißr. 37. Inhalt. Leitartikel: Baubestimmungen. •— Der XI. Zionistenkongreß. — Bericht über den XI. Zionistenkongreß. — Aus aller Welt. — Korrespondenzen. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Familiennachrichten. — Rätsel-Ecke. — Gedaljah. — Inserate. Zu asri Aaitöestlinmuttgen. Ja, da ist eigentlich eine eigenartige Sidra, Ki süz<\ Da führt uns das Wort des Allmächtigen in die tiefsten Gefühlsgeheimnisse, die Gatte und Gattin zueinander führen oder voneinander lösen, da erschreckt uns das furchtbare Bild der durch den Haß der Gatten verfehlten Erziehung; da wird uns der harmlose Spaziergang, mit dem wir dem Sange der Vögel lauschen, zu Möglichkeit der Erfüllung eines der schlichtesten Gebote und endlich pocht der Wille des Schöpfers an Dein Haus. Das Haus! Unsere Nachbarn im westlichen Inselland haben das Wort geprägt, daß ihr Haus ihnen eine feste Burg sei, die Heimstätte der Freiheit und des eigenen Willens. Das jüdische Haus, das nach Abrahams Vorbild eine offene Pforte nach jeder Seite haben sollte, um den Armen den Weg zu erleichtern, verkörpert andere Ideale. Auch wenn Du baust, hat Dein Glaube und sein Gesetz ein Wort mitzusprechen. Nur ein kleines Wort allerdings, aber es ist ein Wort der Liebe. „Wenn Du bauest ein neues Haus, mache ein Geländer um Dein Dach." Das soll wohl heißen, sorge dafür, daß Dein Haus keine Möglichkeit eines Unfalls biete. In den fast vergessenen Ecken unserer alten Gebetbücher, dort wo die Segenssprüche stehen, die bei besonderen Gelegenheiten des Lebens zu verrichten sind, da findet man auch einen Segensspruch, in dem wir dem Allmächtigen für dieses Wort danken. Ja wohl, nicht der Gedanke nur an das eigen? Behagen, vielmehr die Sorge für andere, auch ihre Haftpflicht, die ist es, die für Maurer und Zimmermann beim Ban des jüdischen Hauses bestimmend sein soll. Dein Haus, es soll eine feste Burg sein, aber nicht eine Zwing- und Trutzburg, sondern eine Stätte der Liebe, nicht des Lebens für Dich, sondern des Lebens mit anderen. Da dürfen wir wohl auch noch eines anderen Zeichens der Liebe und der Treue gedenken, das nach unserer seligen Weisen Vorschrift im jüdischen Haus nicht fehlen soll. Ist es nicht ein freudiges Gefühl, wenn beim Richtefeft der Hausherr an das Stückchen Erde denkt, das er nunmehr mit festem Gefüge von Stein, Holz und Eisen für sich umfriedet hat? Und da soll er eben der Heimatlosigkeit des Heiligtums, der Trümmer auf Zion und Moriah gedenken. Und darum soll der Jude an seinem Haus ein schmuckloses Plätzchen, schwarz auf weißem Grunde, lassen, das ihn und jeden Besucher erinnere an jene gnadenvolle Zeit, da es einst den Kindern sterblicher Mütter gestattet sein wird, das heiligste Haus in fleckenloser Schönheit Wiedererstehen zu lassen. Siehe, ist es nicht gut behütet, das Haus, an dem um First und Giebel, um Wand und Sockel wachend, harren die Engel der Liebe und Treue? I'. K. -- Der XI. Aionistenkongreß. Die Begeisterung für ihr Ideal, die die Zionisten erfüllt, und die bei Gelegenheit des am 2. September in Wien eröffneten Zionistentongrestes sich aufs neue offenbart, ist dazu angetan, auch dem Fernstehenden Bewunderung abzuringen. Aus fast allen Gebieten der Erde, aus den überseeischen Ländern, aus Amerika und Eanada, aus dem entlegensten Orient sind Delegierte der Zionistischen Organisationen — 550 im ganzen, darunter 195 aus Rußland nach Wien gekommen. Nicht nur Delegierte, sondern auch Gäste haben die Mühen weiter Reisen md Opfer an Geld und Kraft nicht gescheut, um in Wien Zer m der zionistischen Demonstration zu sein und einen Beweis ihrv-, warmen Interesses an der Sache zu liefern. Diese Opferwilligkeit muß uns nicht nur Respekt einflößen, sie zwingt uns auch zur Frage: Warum ist es noch nicht gelungen, eine ähnliche von der Begeisterung der Massen getragene Demonstration der Treue und Hi'.gebung zu den unsterblichen Aufgaben des überlieferten Judentums an den Tag zu bringen? Ein Zusammenströmen einer so großen Zahl zielbewußter Juden zum Zwecke der öffentlichen Besprechung ihrer Ideale und ihrer Arbeit für ihr Ideal nmß natürlich auch die Aufmerksamkeit der großen Welt auf sich lenken. Und diese Beanspruchung der Aufmerksamkeit der großen Welt für jüdische Dinge, jüdische Ziele, jüdische Arbeit und jüdische Kraft ist ein Verdienst, das die jüdische Gesamtheit der zionistischen Organisation nicht streitig