Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 34 (22.8.1913)
- Date
- 1913-08-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/9052070-9096771-9052654--0596-9052663- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 34. y Das jüdische Klatt. Preuße«. Rbzk. Bromberg. Nach einem — auf Antrag des Zentralvereins — ergangenen Ministerialerlasse (14. 11. 1902 und 26. 11. 1903) sollten die jüdischen Fortbildungsschüler an den Festtagen während der Zeit vom 15. September bis 14. März auch für den Vorabend dispensiert werden. Da der Vorabend des Neujahrfestes häufig vor dem 15. September liegt (von 1901 bis 1930 zehnmal) hat Herr Rabbiner Dr. Bamberger in Schönlanke sich an den Herrn Minister für Handel und Gewerbe um anderweitige Regelung gewendet. Am 19.12.13. hat nun der Herr Minister eine Verfügung erlassen, welche in anerkennenswerter Weise auf die religiösen Vorschriften für Sabbat und Festtage weitgehendste Rücksichtnahme anordnet. Plauen. Am qi-q-i 'n wurde uns ein Mann entrissen, dessen Hinscheiden verdient öffentlich gewürdigt zu werden. Jakob Born, einer der besten unserer Gemeinde ist nicht mehr Der Verewigte war ein opi ein schlichter, braver Mann, der nach Vollkommenheit strebte. Sein Familienleben, das von einer echt jüdischen, seltenen Innigkeit erfüllt war, bildete ein rechtes npy'i britf, wahrhaft patriarchalisch zu nennen. Aber wie schmerzlich auch der Verlust für die Familie ist, einen weit größeren hat unsere Gemeinde erlitten. Jakob Born, der seit vielen Jahren einer der geschätztesten und eifrigsten Mitglieder unserer Gemeindeverwaltung war, vertrat den konservativen Standpunkt. Er war eine unserer Hauptstützen und alle Seiten eines modernen weitverzweigten jüdischen Gemeindeleben^ verlieren in ihm den treuesten Pfleger. Namentlich aber bildete Jakob Born für jeden der drei Pfeiler, auf welchen die jüdische Gemeinde ruht, einen Eckstein. Sein Wollen galt Thora, Gottesdienst und Liebeswerken. Unser Beerdigungswesen, das ihm unterstand, versorgte er in altjüdischer Weise mit heiligem Eifer. In jeder Stunde, wann ihn die rief, war er zur Stelle Daneben fand jedes Streben der jüdischen Gesamtheit in dem Heimgegangenen einen warmen Freund und treuen Förderer. Ti by bnn Wehe, ob der Heimgegangenen, deren Gleichen nicht mehr gefunden wird. Nahezu unsere ganze Gemeinde geleitete den edlen Verstorbenen zu Grabe. Auf dem Friedhofe schilderten die Herren Prediger Heimann, Gemeindevorsteher Kauffmann und Lehrer Liebermensch in ergreifenden Worten den überaus schweren Verlust, den das Hinscheiden Jakob Borns für Familie und Gesamtheit bedeutet. Möge der Tröster Zions und Jerusalems der leidgebeugten Familie seinen Trost senden und in unserer Gemeinde die große Lücke schließen, die der Tod dieses Gerechten gerissen, nü^jp Belgien. Brüssel. In voriger Nummer haben wir berichtet über die religionswidrige Einsegnung einer Ehe zwischen einem Manne und der Witwe seines Bruders. Wie der Oberrabbiner von Brüssel mitteilt, war ihm die Existenz eines Kindes aus der ersten Ehe verheimlicht worden. Frankreich. h Delforl. Das Wohnhaus des Aufsehers des israel. Friedhofes nebst dem daran stoßenden Metaherhause ist infolge Explosion einer Petroleumlampe gänzlich niedergebrannt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Paris. Die Societe <1;* la Stricte observance hat zur Erteilung des Talmudunterrichts einen jungen Talmudisten, Herrn Jessac, angestellt. Herr Rabbiner Weiskops hat demselben während seiner Abwesenheit die Leitung der Schiurim anvertraut. w. i;. w. Paris. Out etc promus nu nommes dans l’ordre national de la Lögion d’honnenr: Ministere de la Justice. — Officier: M. Saint-Panl (Georges-Elie), consoiller d’Etat. — Chevalier: M. Bomsel (Herman-Louis), ancien president de la Chambre des lniissiers du döpartement de la Seine. Ministere des Affaires Etrangeres. — Officier: M. Rosenbert (dit Leon Bakst), sujet russe, artiste peintre. — Chevaliers: M. Delvaille (Raoul), president de la Societe franeaise de bienfaisance et d’enseignement de Madrid; Steinherz (Theodore), sujet autrichien, honnne de lettres. Ministere de lTnterieur. — Officier: M. le docteur Lion (Gaston-Camille), medecin des hopitaux de Paris. — Chevaliers: MM. los docteurs Bernard (Leon), medecin des hopitaux de Paris, professeur agrege ä la faculte de mödecine; Weil (Ernest-Albert), membre du comite international permanent des congres de physiotherapie. Ministere des Finances. — Chevalier: M. Mayer (Germain-Lucien), ingenieur en chef, inspecteur des manufactures de TEtat. Ministöre de l’Instruction Publique. — Chevaliers: MM. Straus (Emile), avocat, membre du Comite du contentioux du ministere de Linstruction publique; Bach (Sigismond), hemme de lettres. Ministere des Travaux Publics. — Commandeur : M. Alexandre (Paul-Edouard), inspecteur general des ponts-et-chaussces de Ire classe, president de section au conseil general des ponts-et-chaussees. — Chevaliers: MM. Bernheim (Emile), ingenieur en chef des mines de Ire classe a Paris; Alexandre (Paul-Edmond), ingenieur en chef, adjoint au reseau de PEtat. Ministere du Commerce. — Chevalier: M. Schiff (Franz- Salomon,. ingenieur des arts et manufactures. Ministere de la Guerre. — Officier: M.Sauphar (Lucien), administrateur-tresorier de 1’Union des societes de tir de France. — Chevaliers: MM. Leven (Georges), capitaine de reserve d’artillerie au parc de Yincennes; Meyer-Heine, chef de bataillon de reserve du genie ä Retablissement d’aeronautique de Chalais-Meudon. Ministere des colo nies. — Chevaliers: MM. Levy (Georges), procureur general, chef du Service judiciaire de la Guyane; Hauser (Edmond-Fernand), publiciste. Schweix. Basel. Die beiden jüngsten Fasttage sind für zwei hiesige Familien zu Trauertagen geworden. Am 17 Tamus starb, erst 56 Jahre alt, Herr Daniel Kahn, eine in unserer Gemeinde allgemein beliebte Persönlichkeit, dessen allzu früher Heimgang mit der Familie ein zahlreicher Freundeskreis betrauert. In Sulzburg gehören, wo er den Unterricht des jetzt in Sennheim amtierenden hochverehrten H. Rabbiners Salomon Bamberger genoß, gehörte er zu den Männern von Tatkraft und Energie, die nicht in ihren Geschäften ganz aufgehen, sondern sich in öffentlichen Angelegenheiten gern und erfolgreich betätigen. Er stand an der Spitze der Männer-Ehevro, war in der Verwaltung des Alters-Asyls in Hegenheim und des Spitals in Basel. Die Gemeinde beschenkte er mit einem kalligraphisch geschriebenen Sefer- Thora. Sein Haus war weit geöffnet für die Armen, denen er stets ein gutes Herz bewies. In seinem traulichen, echtjüdischen Heim wurde das schönste und innigste Familienleben gepflegt, das nun durch Trauer verdüstert ist. — Am Tischobeav starb in höhend