Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 32 (8.8.1913)
- Date
- 1913-08-08
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 32 Das jüdische Statt. 13 Herzen für ihre Teilnahme danken. Wie geht es ihr?" setzte er hinzu, „es ist schon lange her, daß sie meine Augen nicht sahen." „Wir sind jetzt in vollster Arbeit," sprach Dinah. „Ihr wißt, das Fest der Jünglinge naht, das schönste im Jahr, da müssen wir weißes Linnen schneiden und Kleider verfertigen für alle Töchter Jerusalems; damit jede Jungfrau in dem üblichen geliehenen Kleide erscheine. (An diesem Feste trugen alle Mädchen geborgte Kleider, auch die Königstochter, damit die Armen nicht beschämt werden sollten.) Viel Linnen geht da auf, glaubt es mir und viel der Arbeit, aber wie freue ich mich auf dieses Fest." „Wirst Du Dir auch einen Gefährten suchen, Tochter Abners?" fragte der Naphthalite lächelnd, und nach einer kurzen Pause setzte er hinzu: „Wenn ich wüßte, daß Du Dich mir zuneigen würdest, würd' ich hier bleiben und in den Weingärten Jerusalems auch in den Kreis der Bewerber treten; denn Wohlgefallen hast Du in meinen Augen gefunden, o Jungfrau." „Hab' Dank für Deine Worte," sprach Dinah errötend, „und nimm, so offen wie Du gesprochen, meine Antwort hin. Kein Mann wird je die Tochter Abners heimführen, sie hat ihr Leben der Herrin geweiht." „Es ist so, wie sie spricht," sprach Abner, als sich Erstaunen auf dem Gesichte des Fremden malte: „sie hat schon viele Bewerber abgewiesen. Ihre Herrin steht höher denn alles, sie liebt sie mit mehr Liebe als Vater und Geschwister." „O, Vater vergebt." . . . „Ich mache Dir keinen Vorwurf meine Tochter," versetzte der Greis sanft. „Schön ist die Treue eines Menschenherzens, schöner denn Gold, Perlen und alle Reichtümer der Erde. Ich will Dir auch nicht zureden, in die Heimat dieses Mannes zu ziehen, obwohl ich ihn gern als Sohn willkommen hieße; denn redlich ist sein Antlitz und redlich sind seine Worte. Aber Jochanan könnte mir endlich die Freude gönnen und ein junges Weib in mein Haus führen," wendet sich Abner an seinen jüngsten Sohn. „Das ist der einzige Kummer, den er mir macht. Er hat nur Sinn und Lust an Waffen und Kampfgetöse, aber kein Frauenauge kann sein männliches Herz bewegen." „Diesmal wird er wählen unter den Töchtern Jerusalems," riefen die Brüder im Ehore, „und die Bitten seines alten Vaters endlich erfüllen." „Verzeih Du, mein Vater, und auch Ihr, meine Brüder," sagte der junge Krieger und etwas wie ein dunkler Schatten flog einen Moment über sein edles Antlitz, „verzeiht, wenn ich diesmal Eurem Wunsche noch kein Gehör gebe; aber urteilt Ihr selbst. Ist dies ein Jahr des Freiens und des jungen ehelichen Glückes? Wissen wir, was die nächsten Jahre bringen? Nicht lange wird es dauern, wie Jirmejah es kündete, da werden syrische Helme in den Tälern Jerusalems glänzen und feindlicher Rossestritt die dampfenden Fluren zertreten, soll mir denn da das Jammern eines jungen Weibes, oder der stumme Blick des Neugeborenen den Mut der Seele lähmen und die Kraft des Armes, wenn ich hinausziehe zu Kampf und Tod? Nein, frei will ich fein." .... „Wer Weib und Kind hat, der kämpft mit verdoppeltem Mute", unterbrach ihn, Gideon, „denn ihm schwellt der Gedanke die Seele und verleiht ihm Riesenkräfte, die Geliebten seines Herzens dem bittern Lose der Gefangenschaft zu entreißen und sie zu bewahren vor Schmach und Elend." „Wer sie hat, ja, wohl begreif ich das!" entgegnete Jochanan nach kurzer Pause und ein warmer Strahl brach aus seinen Augen, „doch um so schrecklicher, wenn es ihm nicht gelingt, und dieser Gedanke allein läßt schon die Seele erstarren. Und hat denn der Jüngling nicht auch einen Preis, für den er sein Leben einsetzt, das heilige Haupt der Eltern und Geschwister und den geliebten heimatlichen Boden. Wäre es nicht unverantwortlich, dieses Recht jetzt teilen zu wollen." (Fortsetzung folgt.) CACAOi DIE BEVORZUGTE V, MARKE. JHNtinMIMM 1 Kantor «r i und Schochet gesucht nach Mntzig Einkommen 1400 Mark. Da der Ort im Aufblühen begriffen ist, steht Besserstellung in sicherer Aussicht. Bewerbungen sind zu richten an den Borstand Leopold Levy. HNH isoliere Handelsschule Colmar LEIs.| Ü vwww*s**v\*v^^*/***v VogCHClt Willi 1» m H Vorbereitung: || H 1. auf den kaufm. Beruf für Söhne und Töchter; 2. auf die Einjährig-Freiwilligen-Prüfung. Nervöse od. nervenkranke Dame findet bei Krankenpflegerin mit diesbezüglicher Erfahrung bei sachgemäßer Verpflegung und liebevoller Behandlung Jüdischer Jugendbund Straßburg i. E., Schlossergasse 21 Eigene Vereinsräumlichkeiten mit zwanglosem Restaurationsbetrieb, jeden Abend von 6 Uhr ab, Samstag und Sonntag den ganzen Tag geöffnet. Schreibzimmer, Bibliothek und Lesesaal zur freien Benutzung. Die wichtigsten jüdischen und allgemeinen Zeitungen liegen auf. Jeden Freitag Abend zwanglose Unterhaltung über aktuelle Fragen unter sachkundiger Leitung. dauerndes Heim Beste Empfehlungen und Referenzen zur Verfügung. Offerten u. F M J 4877 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M.