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Das jüdische Blatt · 1913-07-04 · 27 (4.7.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
27 (4.7.1913)
Date
1913-07-04
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 27. Das jüdische Klatl. 11 ®“9emc,in ist der Wunsch. Herr Mantoux möge noch recht lange segensreich in unserer Gemeinde wirken können. Ouahenheim. Letzte Woche wurde hier die 74jährige Witwe Jakob Blum, „Die Kente", zu Grabe getragen. Ihr letzter Gang hatte dem Gotteshause gegolten, wo sie vom Schlage gerührt wurde und dann freu folgenden Tag verschied eine allgemein beliebte Frau, die nur lebte für ihre Mitmenschen, ohne Ilnterschied der Konfession. Die ganze Gemeinde betrauert sie von Herzen. Herr Rabbiner Gougenheim-Westhofen hat in warmen Worten ihr Leben geschildert. Saargemünd. Ein endloses Trauergefolge geleitete Freitag, den 27. vorigen Monats die sterblichen Ueberreste der Frau Henriette Heymann, geb. Cahen hinauf nach Frauenberg zu ihrer letzten Ruhestätte. Mit ihr ist eine biedere echt jüdische Frau von hinnen gegangen, die Armen verlieren in ihr eine stets zum Geben bereite Trösterin, die hiesige Kultusgemeinde eine Frau, die stets ein rgges Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten nahm. Rabbiner Dr. Dreifus schilderte in längerer Rede die Vorzüge der Verblichenen, die nun im Alter von 77 Jahren, nachdem sie mehr denn 50 Jahre in glücklicher Ehe mit ihrem Gatten gelebt, diesem durch den Tod entrissen wurde. Möge er sowie die Kinder in Gott Trost finden! Schlettsladt. Bei der Abgangsprüfung am hiesigen Gymnasium, die diese Woche stattgefunden hat, haben von 12 Schülern 11 bestanden, darunter auch Herr Geismar von hier. Preußen. Berlin. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hat in dern abgelaufenen Halbjahre nahezu hundert neue Mitglieder gewonnen und so von neuem den Beweis für die werbende Kraft erbracht, die ihr infolge ihrer Ziele und ihrer Leistungen innewohnt. An die Mitglieder der Gesellschaft ist im Frühjahr das neue Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur zur Verteilung gelangt, und in einigen Wochen wird der interessante Vortrag, den Herr Prof. Dr. Ludwig Blau-Budapest in der Generalversammlung der Gesellschaft Ende vorigen Jahres in Breslau gehalten hat, an die Mitglieder versandt werden. Die Gesellschaft hat zur Zeit zwei wichtige Werke im Druck, den zweiten Band des umfassenden Maimonideswerkes und die Geschichte des Synagogenkultus von Dozent Dr. I. Elbogen-Berlin. Um die Vorarbeiten für die geplante kritische Mischna-Ausgabe abzuschließen, wird Herr Dozent Dr. E. Baneth-Berlin voraussichtlich demnächst eine Studienreise nach England machen, um an Ort und Stelle die Mischna- Fragmente der Genisa zu sammeln und für die Edition noch zu verwerten. Der Ausschuß der Gesellschaft hat am 17. Juni in Berlin eine Sitzung abgehalten, in der die laufenden Geschäfte und Arbeiten der Gesellschaft besprochen wurden. Dieser Sitzung des Ausschusses ist in der vergangenen Woche eine Sitzung der Kommission für das Corpus Tannaiticmn gefolgt, und ihr wird sich in Kürze eine Sitzung der Kommission für die <lOi'inania dudaica anschließen. Nach dieser Sitzung wird auch mit dem Druck der C.onuauia dudaica begonnen werden. Es ist zu hoffen, daß das bald druckfertige Werk den langjährigen und mühseligen Vorarbeiten entsprechen und sich den bisherigen wissenschaftlichen Leistungen der Gesellschaft würdig anschliehen wird. Es sei noch erwähnt, daß der Jahresbericht 1912 noch m einigen Exemplaren kostenlos von der Gesellschaft (Berlin X, Große Hamburgerstraße 29) zu beziehen ist; er gibt ein anschauliches Bild von den Leistungen und den Arbeiten der Gesellschaft, sowie von den Werken, welche sie vorbereitet. Ersahkasse für jüdische Gemeindebeamte. Es wird uns die Mitteilung gemacht, daß die nach so viel Mühen ins Leben gerufene Lehrer- und Beamten-Ersatzkasse für die Privatbeamtenversicherung sehr geringe Aussicht auf Genehinigung seitens der Behörde hat. Im Reichsversicherungsamt hat man auf Befragen diese Auskunft gegeben. Ein von einem Versicherungsfachmann eingefordertes Gutachten hat zudem die Chancen der geplanten und bekanntlich bereits funktionierenden Ersatzkasse für weniger vorteilhaft als diejenigen der staatlichen Versicherung berechnet. Es wäre trotzdem zu wünschen, daß es gelingt, in irgend einer Form die Kasse zu erhalten. Wie es heißt, wird der Vorstand der Kasse demnächst zu einer Beratung hierüber zusammentreten. (H. Fbl.) Hessen. Wöllstein. Vergangene Woche konnte Herr Markus Kahn und Frau Sara geb. May im Kreise ihrer Kinder und Enkel in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Beide erfreuen sich der allgemeinen Hochachtung ihrer Mitbürger ohne Unterschied der Konfession. Herr Kahn war 18 Jahre Präsident der israelitischen Gemeinde. Vor einigen Jahren trat er aus Altersrücksichten von seinem Amt, das er zur Zufriedenheit aller verwaltet hatte, zurück. -ci-vitnltvcid). Paris. Die hiesige Ortsgruppe der Agudas Jsroel hat für die Brandbeschädigten in Preßburg und die Jeschiwoh eine Sammlung veranstaltet, die über 7700 Franken gebracht hat. Paris. Letzten Dienstag fand die diesjährige Jahresversammlung der französischen Rabbiner statt. Wir werden nächstens darüber berichten. Die Acadeinie framjaise hat einen I’rix Konti»,von in Höhe von 800 Franken der Ecole Bischofsheim in Paris zugesprochen. Zum Oberstleutnant ist befördert worden Major Cosman vom 1. Zuavenregiment, zum Schwadronschef, Hauptmann Naura, Oulmann und Erbange, zum Hauptmann Leutnant Weisweiler. Schmeix. Bafel. Am 1. Juli folgten wir der Bahre eines würdigen Greises, des Herrn Albert Guggenhei m-Levin^ger, der ein Alter von 75 Jahren erreicht hat. Wie der Verstorbene in seiner Jugend ein treuer Sohn seiner in Endingen wohnenden Eltern war, denen er einen sorglosen Lebensabend bereitete, so war er später seiner Gattin ein musterhafter Gatte und ein liebevoller Vater und Großvater seinen Kindern und Enkeln, in deren Mitte er die letzten Jahre seines Lebens in behaglicher Ruhe verbrachte. Ungefähr 40 Jahre lebte er als angesehener Kausinann in Luzern. Dort gründete er iin Verein mit einigen Gesinnungsgenossen die heute blühende Geineinde, für deren friedliche Entwicklung er sich stets bemüht hat. Am Ergehen der Luzerner Gemeinde nahm er innigsten Anteil. An der Synagogen-Einweihung in Luzern war er anwesend und wurde als Einziger, der aus dem Kreise der Gründer der Gemeinde noch lebte, geehrt. Noch am vorletzten Sabbat, wenige Tage vor seinem Tode, besuchte er

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