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Das jüdische Blatt · 1913-06-20 · 25 (20.6.1913) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
25 (20.6.1913)
Date
1913-06-20
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Nr. 2;'). Das jüdische Klatt. lendanccs plutol separatstes d’une grande partie de nos freres — tendances qui arriveront tot ou lard ä amener la negalion meme de la religion de nos pcres, je crois qu’il esl de notre devoir ä tous de faire tous nos ef'l'orts pour enrayer ce vent de folie et d'indiflerencc. Ce qui, d’apres moi est une des causes primordiales de cet abandon de nos Lois, c’est de la part de grande masse l'ignorance complele de nos livres sacres. 11 faudrait comrae du temps de nos peres, (pie l’enfant dös Tage de cinq, six ans fut initie aux beaules morales de cette Loi — et put comprendre des Tage de treize ans los devoirs qui lui incombent et comme komme et comme israelite. — La majorite de nos freres vous repondront si vons le leur demandez, qu’ils n’ont ni les moyens, ni le temps de faire apprendre Thenach et Schass ä lcurs cnfants, <>u'il faut avant tout. se preoccuper de leur avenir, de leur pain quotidien. — II esl vrai que les exigences actuelles ne repondont nullement aux exigences d’alors — et que ce qui pouvail se faire aisement ä cette epoque ne saurait se faire aujourd’hui — aussi pour obvier ä ces objections — pourquoi ne creerions-nous pas des universites juives, gratuites pour ceux qui n'ont pas les moyens, payantes pour les gens aises, oü ä cöte de l'instruction moderne et permettant ä chacun de suivre son penchant d'une carriere, qui lui assurera son pain quotidien. nos cnfants pourront apprendre Thenach et Schass comme dans les temps anciens. Commencons par une, deux, ou trois universites qui soient crees et entretenues par des dons volontaires et par les cnfants payants. Ainsi disparaitrait l’objection de manque de moyens ou d'une Position sociale ä se faire. Je vous envoie ä ce sujel l’article inclus que vous pourriez inserer dans votre journal et peut-etre cette idec en germe que j'off re au public grandira-t-elle, prendra-t-ellc forme et nous donnera-l-elle le resullat que nous cherchons depuis si longtemps — celui de faire de chacun de nos lils un Iah midiste eonvaincu parcequ’il aura pu ötudier et approfondir par lui-meme. Qu’en pensez-vous? Veuillez agreer, eher monsieur, l’expression de mes senlimenls les plus distingues. Ariefkasten. D. M. — Sie müssen uns mich des Dalum der Bestattung angeben, um alle Fragen beantworten zu können. Jlad) Basel: Das Hängt von der Fabrik ab. Ist dieselbe vertrauenswürdig, daß sie ihr Fabrikat der Bezeichnung entsprechend herstellt, so ist gegen deren ^Benützung nichts einzuwenden. F. £. in D. Erhalte erst heute Ihre Karte. Artikel habe keinen erhalten. Bitte lieber ihre Korrespondenzen adressieren zu wollen an Dr. Bloch, Oberehnheiin. jüirt."*) (Eine Charakterschilderung.) In anmutiger Bescheidenheit und edler Keuschheit tritt uns Rut, die hehrste aller Frauen, die in der Bibel lobend hervorgehoben werden, entgegen. Sie schwebt allen Frauen Israels als das Borbild guter Sitte und großer Ergebung in den Willen Gottes voran, und an ihr können die Mütter unseres Volkes sehen, was wahre, tiefe Frömmigkeit heißt. Mit welch hingebender Liebe Rut an ihrem Manne hing, beweist uns ihre sorgfältige mütterliche Pflege, als derselbe von einer langwierigen tückischen Krankheit befallen wurde, zur Genüge. Diese aufopfernde Tätigkeit, rief auch im Herzen Roomis eine zärtliche Liebe gegen ihre, dem moabitifchen Königshause entsprosseue Schwiegertochter, wach. So von allen aufs innigste geliebt und geschätzt, verlebte Rut glückliche Tage. Aber „Glück und Glas, wie leicht bricht das". Dieses Sprichwort bewährte sich auch hier nur zu sehr. Der Himmel dieser einst so glücklichen Familie bedeckte sich mit düsteren *) Dieser Aufsatz ist die selbständige Arbeit eines 12jährigen Mädchens. Wegen eines technischen Hindernisses konnte er in der I vorigen Nummer nicht mehr erscheinen. Gewitterwolken und ihr Glücksstern wurde ganz von denselben bedeckt. Nun beschloß Rut, getreulich mit ihrer mittellos dasteheuden Schwiegermutter auszuharren, bis es Gott gefiel, bessere Zeiten zu senden. Kein Bitten konnte sie bewegen, von ihrem Vorhaben abzustehen, und sie, die in Reichtum uud Ueberfluß schwelgen konnte, zog vor, in Armut und Dürftigkeit zu leben, um keinen Finger breit von Gottes Wegen abweichen zu ntüsseu. Dieses Verlangen kleidete sie in die schönen Worte: „Wo du hingehst, will auch ich hingehen, dein Gott sei mein Gott, wo du stirbst, will auch ich sterben und dort begraben sein, nur der Tod soll uns trennen." Sie hielt ihr Wort aufs gewissenhafteste. Kaum in Beth-Lechem angelangt, schämte sie, die moabitische Königstochter, sich nicht, auf einem Felde Aehren aufzulesen, um den Bedarf ihres Haushaltes zu decken. Durch ihren rastlosen Fleiß und durch ihr bescheidenes Auftreten lenkte sie die Aufmerksamkeit der Schnitter uud des Feldeigentümers auf sich. Als Boas, so war der Name desselben, erfuhr, mit welcher Liebe Rut an ihrem Gatten und an Noomi gehandelt hatte, nahm er sich vor, Rut und keine andere heimzuführen. Dieses Vorhaben führte er auch alsbald aus, und ehe der Mond zweimal wechselte, zog Rut an der Seite ihres Mannes in ihr neues Heim. So hatte Ruth einen Gefährten gefunden, der bereit war, Freud uud Leid mit ihr zu teilen. Vereint wollten sie dem feindlichen Leben entgegentreten und sich den Weg durch das Klippengewirr des Lebensstromes bahnen. A l i n e Geismar, Grussenheim. Eine Welte. Novelle von C a r o l i n e.D e u t s ch. (Fortsetzung.) „Wären Sie anders nach Haus gekommen, ich hätt es vielleicht getan", sagte er. „Ich Hütte Ihnen vielleicht verziehen, daß Sie mich einst roh und undankbar verließen, verziehen, daß Sie jahrelang nichts von sich hören ließen und mich der bittersten und schrecklichsten Ungewißheit Preisgaben, verziehen, daß Sie mich vor der Zeit alt machten. «erziehen all die Bitterkeit, den Kummer und Schmerz: denn Sie sind derSohn eines Weibes, das meine erste und einzigeLiebe mar, sind der Enkel eines geliebten und verehrten Lehrers; aber so wie Sie jetzt vor mir stehen, belastet mit dem gemordeten Glücke einer ganzen Familie, will ich selbst die Erinnerung verlieren, daß ich einst Vaterstelle bei Ihnen vertreten, daß ich Sie Sohn genannt." Lesers Augen glühten, sein sonst bleiches Gesicht war gerötet, und das schneeweiße Haar und der lange Bart liehen ihn in diesem Momente wie einen Propheten erscheinen. „Hören Sie", fuhr er fort, „einst legte ich die Hand segnend auf Ihr verwaistes Haupt uud versprach, Ihnen ein Vater zu sein, obwohl Sie der Sohn eines Mannes waren, der mich um mein Lebensglück betrogen hatte. Sie stießen mich roh zurück, gingen Ihre eigenen Wege, verleugneten Ihre Religion und Ihr Volk; Sie, der Enkel eines Mannes, der eine Leuchte in Israel war; Sie, der Sie von Lieb und Zärtlichkeit umgeben, selbst eine Stütz, ein Stolz und eine Zierde des Judentums werden konnten, werdeit sollten, vergeudeten Ihre schöne, männliche Kraft in Leichtsinn, in Abenleuern, und setzten Ihren Handlungen die Krone auf, indem Sie Schmach und Schande in das Haus Ihres Wohltäters brachten." „Ich wußte nicht, daß sie Ihre Nichte war, ich kannte nicht einmal ihren Namen", stotterte er. „Ist das eine Entschuldigung?!" rief Leser mit empörtem Herzen.

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