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Das jüdische Blatt · 1913-06-06 · 23 (6.6.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
23 (6.6.1913)
Date
1913-06-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IRefcb und Ausland: Leltungspretsltlte. Kapern: Lettungsnummer 546. GeschäftöstcUe: - M. TuMont Schauberg, Stratzburq i. Elf. - Vertretung für Bayern und Württemberg: Max Eichinger, Kiinigl. Hofbuchyündler, Anöbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle; außerdein in Stratzburg durch die Elsüsslsche Aktiengesellschaft vorm. A. Amnel. In Basel durch I. Nordmann, S»üyenstraße 36. In Zürich durch A. Schneider, Badenerstratze 123. J Bezugsbedingungen: Pro Quartal vor Post 75 Pfg. (exkl. Zustellungsgebühreni, per Streifband M. l.25. In Frankreich unter Streifband 2.50 Fr. das Vierteljahr, 10 Fr. das Jahr. In der Schweiz per Post 4 Fr. das Jahr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. das Jahr. In Lesterreich per Post 4 Kr., per Streifband 9 Kr. das Jahr. In England 2 Schilling, Amerika 50 Cents per Vierteljahr. -Inserate nach Tarif. - Abonnements nimmt jede pollmittalt entgegen. IV. Znbrgang. Ansbncb-Ltrntzburg, 6. Auni 1913. 1. Stwan 5673. Ißr. 23. Inhalt. Leitartikel: Zum Feste der Gesetzgebung. — Ein ernster Gedenkag für die Judenheit Bayerns. — Die bayerische Rabbiner-Konferenz. — „Jüdische Anmaßung." — Brief vom Lande. — Das Preßburger Ghetto. — Aus aller Welt. — Korrespondenzen. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Familiennachrichten. — Rätscl-Ecke. — Sprechtaal. ■— Eine Wette. — Inserate. WM"' Wegen des festes wird die Nr. 24 erst Freitag morgen expediert und trifft infolgedessen elwas später ein. Schluß der Redaktion Montag abend. Zum Zieste der chesehgevung. Kurz von Dauer, aber unermeßlich reich an Bedeutung und Gedankenfülle ist das Fest der göttlichen Offenbarung, das Wiegenfest unserer Religion. Es verewigt das denkwürdigste Ereignis im Entwicklungsgänge der Menschheit und in der Geschichte des jüdischen Volkes. Es versetzt uns im Geiste an den Fuß des Gottesberges, auf dessen wolkenumhüllten Gipfel der Allerheilige sich herniederließ, um die menschliche Gesellschaft auf der unerschütterlichen Grundlage des Rechtes und der Moral zu errichten; es ruft ins Gedächnis den erhabenen Moment, in welchem die Stimme des Alleinen ertönte mitten aus den Feuerflammen, seinem Volke die Lehre der Wahrheit zu verkünden und mit ihm den ewigen Bund zu schließen, dem unsere Ahnen in heiliger Begeisterung den Schwur unwandelbarer Treue für alle kommenden Geschlechter geleistet. Entsprechend der großen, weltumspannenden Bedeutsamkeit dieses Festes ist die Vorbereitung, die es erfordert und die ihm entgegenführt. 7 Wochen täglicher, sorgfältiger Zählung gehen dem Tage göttlicher Offenbarung voraus — sieben Stufen, die zur Höhe des Sinai emporführen. Siebenmal kehrt in dieser Zeit die sabbatliche Stille — j-yi[-Q£* yi'Z*— mit ihrer das Irdische verklärenden, heiligenden Weihe bei uns ein, um hinzuweisen auf die hehre Sendung, zu welcher die göttliche Allmacht unter Donnerstimme und Blitzesflammen uns einst berufen: Herold der alles überragenden Gottesherrschaft —IKP zu werden, allen Erdbewohnern voranzuwandeln in Anerkenntnis Gottes, in Gesittung, in Liebe und Gerechtigkeit. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß die Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt, nur durch Gottes Gesetz Wert und Bedeutung erhält und daß nur dieses allein vor schrankenloser, unheilvoller Willkür schützt, zählen wir vom Feste der Befreiung zum Feste der Offenbarung Tage und Wochen in freudiger Erwartung, wie man dem Erscheinen eines sehnsüchtig erwarteten Freundes Tage und Wochen entgegenzählt, wie man in Ungeduld der Zeit entgegensieht, in welcher man in den Besitz eines teuren, achtbaren Gutes zu kommen erhofft. — Und das liebliche Wochenfest fällt in die Zeit, wo die neu belebte Natur im Glanze des Frühlings uns umgibt, wir empfangen es in blumengeschmückten Gotteshäusern, umringt von leuchtendem frischen Grün aus Hain und Flur und in dem Heiligtum auf Zion wurden in diesen Tagen zum Ausdruck des Dankes an Gottes Weihaltar die Erstlingsfrüchte niedergelegt, die das im Glanze des Lenzes neu aufblühende Erdreich hervorgebracht hatte. Alles dies steht im Zusammenhang mit der Gotteslehre, deren Grundzüge in dieser Zeit auf der Höhe des Sinai verkündet wurden: auch auf dem Worte Gottes ruht der Glanz ewiger Jugendfrische trotz der Jahrtausende, die über es dahingegangen; es ist ein ewig frisch belebender Gotteshauch, der in ihm lebt und webt. Nicht der Vergangenheit gehört das Gotteswort an, zu allen Zeiten, noch in der spätesten Zukunft harrt es seiner Verwirklichung. Nur des Menschen Werk veraltet, was aber Gottes Wort geschaffen, das glänzt in ewigem Glanze der Jugend; so die ewig junge Gottesnatur, so das ewig neue, nimmer altwerdende Eottesgesetz es verjüngt und belebt sich bei jeder neuen Betrachtung; es bietet infolge seiner Gedankentiefe demjenigen, der mit hingebungsvollem Ernst sich in seinen unerschöpflichen Inhalt versenkt, immer neue lehrreiche Anregung, immer neue Geistesschätze, ein immer guillender Born geistiger Labung und Erfrischung. Die Offenbarung Gottes vollzog sich in der Wüste; allen zugänglich war die Stätte, wohin der Einig-

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