Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 22 (30.5.1913)
- Date
- 1913-05-30
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Nr. 22. Da» jüdische Ktatt. Scheidewand errichtet, weil er in ihnen mit Recht eine Beeinträchtigung seiner matten Ideale sieht. Der B. I. C. wird sich weder durch die offene Feindschaft des Z. B., dem kein B. I. C.er mehr angehören darf, noch auch durch den schinählichen Borwurf unpatriotischer Gesinnung, auf den ausführlich zu antworten er für unter seiner Würde hält, in seiner Arbeit für das jüdische Bolk beirren lassen." Indem der unterfertigte Altherren-Bund des Vereins Jüdischer Studenten in Straßburg obige von seinem Bundesvorsitzenden in der außerordentlichen Tagung der Zionistischen Vereiltigung für Deutschland abgegebene Erklärung der jüdischen Presse im Elsaß übergibt, fügt er hinzu, daß er sich derselben vollinhaltlich anschließt. Der Altherren-Dund des V. I. St.-Straßburg. Biesheim. Im engsten Familienkreise feierten ani 25. Mai (Lag Veomer) Herr und Frau A. Picard das Fest ihrer silbernen Hochzeit, welches sehr schön verlief und bei allen Teilnehmern den angenehmsten Eindruck zurückließ. Möge es dem glücklichen Ehepaar Vorbehalten sein, auch die goldene Hochzeit in Freude und Frische, in körperlicher Rüstigkeit und seelischer Kraft zu halten. Colmar. Wie verlautet, wird der hiesige Oberrabbiner im kommenden Februar sein 50jähriges Amtsjubiläum feiern. Dörnach. Letzten Sonntag, am Lag Beaumer, feierten Herr und Frau David Wahl in fröhlichem Familienkreis das Fest ihrer silbernen Hochzeit. sDie Redaktion gratuliert herzlichst.j Hagenau. In der Nachwahl von 5 Gemeinderatsmitgliedern, die gestern hier stattgefunden hat, wurde Herr Leon Moch, Hopfenhändler, mit 1012 Stimmen gewählt, ein Resultat, das glänzend ist. Trotz mehrerer Flugblätter, die persönliche Angriffe enthielten, und von jedem rechtdenkenden Wähler mißbilligt wurden, hat Herr L. Moch den wohlverdienten Sieg errungen. Möge er auch, gleichwie sein Vater, stets das Interesse der Israelitischen Gemeinde zu bewahren imstande sein. 51. W. Lingolsheim. Am diesjährigen Lag Beomer fand in der hiesigen Synagoge zum erstenmal seit einem Vierteljahrhundert wieder eine Hochzeit statt, diejenige von Frl. D r e y - f u s in Straßburg mit Herrn Meyer von hier. Das ganze Dorf, Juden und Nichtjuden, beteiligten sich an der Feier. Die Firma Adler und Oppenheimer hatte für Ausschmückung unserer schön restaurierten Synagoge Sorge getragen. Mülhausen. Am 26. Mai feierten die Eheleute Gabriel Haas und Julie Bloch ihre goldene Hochzeit. Die beiden Jubilare, die 79 bzw. 72 Jahre alt sind, sind noch sehr rüstig und wohlauf. Vorige Woche wurde ihnen durch den Polizeipräsidenten die Ehejubiläumsmedaille überreicht'. Auch wir sprechen dem Jubelpaare unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Oberbronn. Unsere kleine Gemeinde, die noch kaum etwas mehr als Minjan zählt, hat wiederum einen schmerzlichen Verlust zu verzeichnen. Donnerstag den 22. Mai haben wir Herrn Elias Loew, dem ältesten Manne unserer Gemeinde, der auch Dorfältester gewesen war, das letzte Geleit gegeben. Geboren am 8. April 1818 hat der Heimgegangene das seltene Alter von über 95 Jahren erreicht. Das ganze Dorf war stolz auf seinen „Aeltesten" und groß war daher auch die Beteiligung seitens der christlichen Bevölkerung an der Beerdigung. Unter anderen bemerkten wir einen 92 jährigen Bürger aus Oberbronn, der es sich nicht nehmen ließ, den 95 jährgen zur letzten Ruhestätte zu geleiteu. Im Trauerhause sprachen Rabbiner Dr. Lehmann-Bischweiler und Rabbiner Dr. A. Weil-Straßburg, ein Enkel des Verstorbenen. Beide Redner priesen die große Bescheidenheit und tiefe Frömmigkeit des Dahingeschiedenen, dessen letzte Gedanken noch Gott und unserer heiligen Religion gehörten. Alle, die den Verblichenen gekannt, werden ihm ein treues Andenken bewahren. Pfaffenhofen. Ein zahlreiches Gefolge, wie selten in Pfaffenhofen, begleitete am Montag, den 26. Mai, Henri Lehmann auf dem Weg zu seiner letzten Ruhestätte. Schon daran konnte man erkennen, welches Ansehen der Heimgegangene sich in der nicht langen Zeit, die er hier wohnte, errungen hatte. Ihn zeichnete besonders eine anziehende Freundlichkeit aus, die ihm rasch und sicher die Herzen gewann. Friedliebend und verständigen Sinnes hat er auch als Mitglied der jüdischen Gemeinde tüchtig gewirkt und soviel wie möglich die Interessen des Judentums gefördert. In seiner Heimatgemeinde Dauendorf bekleidete er jahrelang das Amt eines Gemeindevorstehers. Die jüdische Gemeinde Dauendorf brachte ihm benn auch den Tribut ihrer Huldigung dar, indem sie fast vollzählig zu seiner erschien. Im Trauerhause hoben die Rabbiner Weill-Buchsweiler und Dr. Lehmann-Bischweiler die Tugenden des Verstorbenen hervor und die große Lücke, die er in seiner Familie und in dem weiten Kreise seiner Freunde läßt. Herr Aron Durlach widmete dem Jugendfreund einige warme Worte des Abschieds und betonte die Rechtlichkeit und Zuverläßlichkeit, die der Verblichene im Verkehr mit Freunden und in der Verwaltung bewahrte. Erst 56 Jahre alt wurde Henri Lehmann seiner liebenden Familie entrissen. Möge Gott der schwergeprüften Familie Trost spenden und Beistand gewähren! Romansweiler. In tiefe Trauer wurde die Familie Artur Levy versetzt. Ihr einziges, geliebtes Töchterlein von 13 Jahren wurde von einer heimtückischen Krankheit befallen, infolge deren es trotz aller ärztlichen Kunst nach wenigen Tagen verschied. Blanche Levy war ein liebes Kind, geliebt von allen. Möge die allgemeine Anteilnahme ein Trost für die schwergeprüften Eltern und die hochbetagten Großeltern sein. Am letzten Sonntag fand die Beerdigung statt. Rabbiner Dr. Gugenheim von Westhofen hielt in Vertretung des verhinderten Herrn Dr. Starispolky die Trauerrede. Von Nah und Fern waren Freunde herbeigeeilt, um das letzte Geleite der Verblichenen zu geben und der schwergeprüften Familie ihre Teilnahme zu bezeugen. * Rosheim. Ein außerordentlich großer Trauerzug geleitete letzten Donnerstag den im Alter von 81 Jahren verstorbenen Fabrikanten Meyer Blum nach dem Friedhofe in Rosenweiler. Aus kleinen Verhältnissen heraus hat derselbe durch seinen Fleiß, seine Tüchtigkeit und seine allgemein anerkannte Rechtlichkeit eine einflußreiche Stellung erworben. Seit 25 Jahren war er Mitglied des Ortsschulvorstandes, ebenso lange Vorsitzender der gegenseitigen Unterstützungsgenossenschaft, die er selbst gegründet; seit längeren Jahren war er Vorsitzender der Metaharim-Chevra und Mitglied der Friedhofsverwaltung und überall hat er mit der größten Selbstlosigkeit und mit unermüdlichem Eifer tatkräftig gewirkt. Groß war auch sein Wohltätigkeitssinn gegen jedermann. Vor allem verdient verzeichnet zu werden sein großes Interesse für alle jüdischen Angelegenheiten, speziell für alle religiösen Fragen, wie er auch praktisch sich stets als glaubenstreuer, frommer Jehudi betätigte. Im