Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 20 (16.5.1913)
- Date
- 1913-05-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20. 7 Das jüdische Klatt. 2. Addis-Abcba, Diane, Deborah, Islam, Tage, Assuan, Brod, Ebal, Brosche, Arnon. . Mchtige RatseUösmrge«: Ei» Rätsel: Renee u. Georges Weill, Kürzel iLothrb. — Denise Blum, Rosheim. — Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf. Zwei Rätsel: Henry Guggenheim, Liestal; die drei Lösungen waren noch aus Nr. 16 17. — Luise u. Frida Plaut, Nürnberg. — Karl Rees, Sulz u. W. Vier Rätsel (aus Nr. 18 u. 19): Leon Landauer, Realtertianer, Hatten. Briefkasten der Rätsel-Erke. Das Silbenrätsel in voriger Nummer mar von Madeleine, Marcel u. Lucien Weil, Rosheim; die Namen sind durch ein Versehen weggeblieben. Vermischtes. Amerikanische Philanlropen. Jakob $). S chiff, der bekannte New-Porker Philantrop und Bankier, hat für das Talmud-Thora der Oberstadt New-Pork 25 000 Dollars bestimmt unter der Bedingung, daß bis zum 1. Juni d. I. von anderer Seite ebenfalls 25 000 Dollars hereingebracht werden. Außerdem hat er der Jewish Publikation Society of Amerika eine Spende von 50 000 Dollar als Beitrag zu den Kosten der Herausgabe der neuen Bibelübersetzung geschenkt. Ein anderer berühmter amerikanischer Philantrop ist Nathan Strauß. In Amerika hat er eine großartige, mustergültige Säuglingsfürsorge eingerichtet, die Säuglingen unbemittelter Mütter ohne Rücksicht auf Nationalität und Konfession zugute kommt. Auf seiner letzten Europareife wurde er von der Groh- Herzogin-Mutter in Karlsruhe ^empfangen, die auf Grund der Pläne und Vorschläge von Nathan Strauß eine große Säuglingsmilchanlage unterhält. Sein System dient fast in allen Staaten Europas als Grundlage für den hygienischen Säuglingsschutz. Nach ähnlichem Muster hat Nathan Strauß auf seine Kosten in Jerusalem ein Pasteurinstitut errichtet und ist im Begriffe, noch andere hygienische Institute in Palästina ins Leben zu rufen. Juden in der französischen Oase Figuig. In einer der letzten Nummern der Annales Africaines erzählt ein Tourist, daß er in der Hauptortschaft der Oase im Ksour el- Oudaghir Juden angetroffen habe. Ihre Zahl ist eine verhältnismäßig kleine, gegen Fremde sind sie von großer Gastfreundlichkeit. Die jüdischen Frauen umhüllen sich zum Unterschied der anderen nicht mit Schleiern, haben feine Züge, viele haben blonde Haare und fallen durch klare blaue Augen auf. Den Juden in Figuig ist bei Todesstrafe die Abschließung von Geldgeschäften verboten, auch der Erwerb von Häusern oder Gärten ist ihnen untersagt. -—.- Wicheröesprechimg. Die jüdischen Fest- und Gedenktage. Leitfaden für den Unterricht in der jüdischen Religionsschule von Rabbiner Dr. A. Cohn, Basel. Verlag der Israelitischen Schulkommission, Basel. Ein Heft von 32 Seiten liegt uns hier vor, das die jüdischen Fest- und Gedenktage bespricht, und das jedem Religionslehrer, der bei der Vorbereitung auf den Unterricht auf Bücher angewiesen ist, eine willkommene Gabe sein wird. Verfasser bewährt sein taktvolles pädagogisches Geschick. Er vermeidet den Schwulst und das Pathos ebenso wie er es versteht sich vom Trivialen fernzuhalten. Die Sprache ist schlicht und klar; dem Alter (12—13 I.) angemessen, dem die Schrift bestimmt ist. Dennoch sind wertvolle und hohe religiöse Gedanken verwertet. In der harmonischen Verbindung dieser beiden Vorzüge bewährt Verfasser seine Meisterschaft, die Jugend an sich zu ziehen und sie für unser religiöses Gemeingut zu begeistern. Das Büchlein weist folgenden Inhalt auf: Das Pefachfeft, das Omern und das Schowuausfeft, Sukkaus, Rofch Hafchono und Jaum Hakkippurim, Chanukka, das Purimfest, die Festtage, die ausgezeichneten Sabbate, Zusammenstellung. Bei dem aufrichtigen Lob, das der Sachkundige dem Büchlein zollen wird, seien dem Praktiker auch einige unwesentliche Ausstellungen gestattet, die vielleicht bei einer Neuauflage gewürdigt werden könnten. Seite 4: Statt „Man darf auch keinen Genuß davon (von dem Chomez) haben", besser „keinen Nutzen", ib. statt „Besitz" besser „Eigentum". S. 5: „Der Genuß derselben (der Mazzaus) an den übrigen Tagen unserm Belieben überlassen ist", hier sollte unbedingt hinzugefügt werden, daß an allen Tagen des Pesachfestes uns Chomez streng verboten ist. Unklar ist (S. 7) der dargestellt. Merkwürdig erscheint S. 16 Schauferaus — „Das Gebet der Erschütterung". S. 19 statt „Lederschuhe", „Schuhe mit Ledersohlen", ib. „Hierauf wird Schofar geblasen" erweckt beim Kinde zu sehr den Vergleich mit Rosch Haschono. S. 23. Mischlauach Monaus ist undeutlich erklärt. Ibbl. Wir empfinden es unangenehm, daß Jaum Kippur überhaupt mit den übrigen Festtagen zusammengestellt wird. S. 25. „In den drei Wochen darf man keine neue Frucht genießen", wir möchten hinzufügen, außer am Schabbos. In den neun Tagen aber auch am Schabbos nicht. S. 30. Wir würden vorziehen: Der jüdische Monat hat abwechselnd 30 und 29 Tage. S. 32. Es genügen vollständig 1. 2. 3. — Ueberaus sympathisch berühren die populäre Darstellung schöner Gedanken, die manchem Lehrer Bereicherung des Unterrichts bedeuten können. Als Beweis der Popularität möchten wir hervorheben, daß Verfasser es nicht verschmäht, die beim Volke gewöhnlichen Bezeichnungen hinüberzunehmen, wie „der schwarze Schabbos" und „der Schammes" beim Chanukkafest. Schöne Gedanken finden sich bei der Behandlung aller Fest- und Gedenktage. Besonders hervorheben möchten wir S. 11. Die Wände der Hütte und der Schmuck in ihr sind verschieden, die Decke aus Laub ist überall gleich. S. 13. Warum wir die Bachweiden am Hauschano Rabbo abschlagen. Taschlich S. 17. Purim S. 22. Parschas Poro S. 28. — Obgleich das Büchlein im Buchhandel nicht erschienen ist, ist es wohl vom Verlag zu beziehen. Wir möchten ihm im Interesse eines echt-jüdischen gemütvollen Unterrichts eine weite Verbreitung wünschen. Alfons Sentesy. Der Talmud. Die Wissenschaft ist wieder einmal bereichert worden. Der Talmud ist in deutscher Uebersetzung erschienen. Der unergründliche Talmud, der tiefste geistige Niederschlag des jüdischen Volkes, das Lebenswerk vieler Generationen, das Buch, das den Größten unserer Großen stets ein „Wunderbares" gewesen, es ist jedermann zugänglich gemacht worden. Wer würde sich nicht freuen ob solcher Leistung? Vielen ist das Erscheinen einer solchen Uebersetzung eine Herzensfreude und viele werden begierig sein, sie kennen zu lernen. Mir wenigstens erging es so. Innerlich dankbar, daß der Verlag soviel wertvollster Wissenschaft für nur 5 dt anbietet, beeilte ich mich, das Werk kennen zu lernen und — fiel herein, fiel entsetzlich herein, und habe Mitleid mit allen, denen es noch so ergehen wird. Mit Hilfe eines hebräischen Wörterbuchs hat da ein Bücherschreiber, der vielleicht in anderen Disziplinen recht gut beschlagen sein mag, in punkto Talmud aber nicht treffender denn als um hooroz bezeichnet werden kann, etwas zusammengeschrieben, was, gelinde gesagt, als minderwertige Antisemitenliteratur bezeichnet werden muß. Solche Unwissenheit, solche unverstandene Pseudowissenschaft preist sich an als „eine treff-