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Das jüdische Blatt · 1913-05-09 · 19 (9.5.1913) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 19. y Das jüdische Mail. 8 2 4 Heidnischer Seher.— 9 8 0 6 8 9 2.— Im Winter vielbesuchte! Gegend— 6 2 3 3 11 2 Hohepriester— 8 0 2 „Mutter alles Lebenden".— 7 8 12 2 9 Komponist.— 9 « 12 2 5 8 2 4 König in Juda— 6 12 8 5 2 7 König von Israel.— 8 7 6 13 2 Prophet.— 13 11 7 2 4 6 14 12 Oper.— 13 8 3 2 15 Berühmte Festung.— 8 7 3 2 3 Weissagender Mann zur Zeit der Wüstemvauderunq.— 9 12 8 6 15 Deutscher Fluß. Die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter, von oben nach unten gelesen, ergeben den Namen eines um die Emanzipation der Juden in Deutschland vielverdienten Mannes. Rätsellasmrgen ans Ur. 10 17. 1. (Gewächs); (Gesäuertes). 2. Die beiden Wörter enthalten die gleichen Buchstaben bis auf T in ]‘2,n und Ti in ITw — 3. Afikomen; Farmi; Jka; .Nohen; Dfan; Moror; (*i; Nisan. Richtige Ratseiläsnngen: Ein Rätsel: Alice Weil u. Mimy Wolf, Ingweiler (ja es hätte <i statt 2 heißen sollen). - - Marx Metzger, Pfaffenhofen. — Helene Samuel, Neubreisach. - Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf.— Andreas Levy, Obartertioner, Neubreisach. — Benedtkt Cahen, Lüttingen; (Nr. 2 stimmt nicht). — N. Adler, Kleinsteinach. — Denise Blum, Rosheim. - - Zwei Rätsel: Karl Rees, Sulz u. W. — Luise u. Frida Plaut. Nürnberg (wie Ihr sebt, doch!). — Tbeodor Klein, Realschüler, Frankfurt a. M , Sohn des Konsistorialmitgliedes Jules Klein, Bischheim. - Henry Guggenheim, Liestal (Schweiz). Drei Rätsel: L>'em Landauer, Realtertianer, Hatten (U.-E.). — Nriefkajien. Die inündliche Lehre (Scmh. 10, 1) erklärt: Wer nicht anerkennt, daß die Auferstehung der Toten von der Thora gelehrt wird (also nicht nur, wer die Auferstehung als solche leugnet) hat keinen Anteil an der künftigen Welt. S. in B. und viele andere. Wir bedauern es selbst am meisten. Der Fehler liegt jedoch an der Post. ... Mücheröesprechung. „Ai i t 10 0 Mark n a ch A m e r i k a", von Kurt Arant. 1912. F. Fontane > Cie,. Berlin (Post Grunewald). 180 S. Kl. 8". Es werden Ratschlage gegeben, welche für den nach Amerika wandernden und in New-Pork sitzenbleibenden Europamüden von höchstem Werte sind. Nicht in der Form von trockenen und langweiligen Anweisungen, wenn auch ein kurzer „Katechismus für Auswanderer" vorangeschickt wird, sondern in der Form der Erzählung von Erlebnissen, die lebenswahr-lebensfrisch in der „Ichform" geschrieben sind und die dem Leser durch alle Anfangsstellungen und ihre Beschwerden, die einem „Grünhorn" in Aussicht stehen, hindurchführen. Beachtenswert ist die Warnung: Niemand wandere nach Amerika, der nicht englisch versteht oder ein Handwerk nicht gelernt hat, es fei denn, er habe drüben Freunde oder Verwandte, die ihn aufnehmen und für ihn besorgt sind. Sonst wird er nur schwer oder überhaupt keine Arbeit finden und ist dem Elend preisgegeben. Denn schon lange ist Amerika nicht mehr das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. M. K. in M. M. Lazarus, Aus meiner Jugend. Autobiographie, herausgegeben mit Vorwort und Anhang von Nahida Lazarus. Frankfurt a. M. 1013. Verlag von I. Kauffmann. Preis 2,50 Jl. 137 S. Ein interessantes Bild des Werdens und Kämpfens. Wir sehen die Wurzeln dessen bloßgelegt, was später in Lazarus seine Zeitgenossen erfreute. Nicht minder lehrreich und ergreifend sind die Bilder aus dem damaligen jüdischen Gemeindeleben, die Bilder einer Treue, die nicht an ihren Tod glauben will, llnb wer vermöchte ohne tiefe Wehmut bei dem jungen Lazarus verweilen, der während der Braunschweiger Rabbinerversammlung in den fast mystischen Andachtsformen um die Erhaltung seines alten Judentums ringt? Es war vergebens; die Lektüre des Buches gibt des Rätsels Lösung. Vermischtes. Der „Reichtum" der Juden. Eine der vielen Fabeln, welche die Antisemiten aller Schattierungen im Munde führen, betrifft den „Reichtum" der Juden. Wer im öffentlichen Leben steht und Gelegenheit hat, als Mitglied von irgendwelchen Verwaltungen, deren Dienste der Armen- und Wohlfahrtspflege gewidmet sind, das Elend der jüdischen Massen zu schauen, lächelt über derartigen Aberwitz. Wo in Wahrheit Reichtum zu finden ist, zeigt lehrreich das neue Werk des Regierungsrats Rud. Martin „Jahrbuch der Millionäre". Der neue Band umfaßt die Rheinprovinz. Die Reihe derselben eröffnet Frau Berta Krupp v. Bohlen und Halbach, die Tochter des verstorbenen Kanonenkönigs, mit 283 Millionen Vermögen und 19 Millionen Jahreseinkommen; es folgen Frz. Haniel, Wwe. Krupp, Thyssen, Carp, v. Schubert, Böninger, Stinnes, Frh. u. A. Haniel, M., T. u. A. Guillaume, Ebbinghaus, Oeder, Hoesch, Prinz Arenberg, Werhahn, A. u. R. Haniel, Hammerschmidt. Die letztgenannten haben nur noch ein Vermögen von 30—40 Millionen, aber lauter arisch-germanisch klingende Namen. Also unter den 21 ersten Millionären, den Industrie-Magnaten der Rheinprovinz, befindet sich nicht ein einziger Jude. Wo steckt also der „Reichtum" der Juden? „Dömnes." Als „Dömnes" gelten in der Türkei jene Bekenner des Islams, die von Juden abstammen. Man pflegt sie zurückzusetzen und verschmäht die eheliche Verbindung mit ihnen. Um so mehr halten sie selbst zusammen. Sie gehören zu den hervorragenden Führern der, Jungtürken; gegen sie richtete sich der Haß der Reaktion, die bei Ausbruch des Krieges wieder einsetzte, um in der letzten Zeit dem neuen Ansturm der Jungtürken zu weichen. Warum ist nun diese Sekte der „Dömnes" entstanden? Ihre Entstehung ist auf Sabbatai-Zewi zurückzuführen, der die bekannte inessianische Bewegung in der Mitte des 17. Jahrh. hervorgerufen hat. Sabbatai Zewi wurde bekanntlich bei seinem Eintreffen in Konstantinopel im Jahre 1666 gefangen. Auf Betreiben der Regierung trat er selbst zum Islam über. Nach seinem Tode trat in Saloniki, das von jeher ein Mittelpunkt der Kabbalistik gewesen ist, ein angeblicher Sohn Sabbatai-Zewis auf und wurde der Gegenstand göttlicher Verehrung. Seine Anhänger, etwa 400 an der Zahl, wurden aber bald von den Gegnern bei der Regierung denunziert. Diese wußte bereits aus jüngster Erfahrung, welch große Dimensionen eine derartige Bewegung annehmen kann, und bewirkte durch strenge politische Maßnahmen den Uebertritt dieser Sekte zum Islam. Sie nannten sich aber bloß Dömne, das heißt abgefallen (nicht Konvertit), ohne ein neues Bekenntnis anzunehmen. Sie waren in gewisser Beziehung zur Rolle der Marannen verurteilt. Das Wesentliche im Bekenntnis dieser neuen Sekte war der Glaube an den richtigen Messias. Ihre Gebete, teils in hebräischer teils in spanischer Sprache, sind den jüdischen Gebeten sehr ähnlich. Ihr Hauptfeiertag ist der 9. Aw, der Geburtstag Sabbatai-Zewis. Später schlichen sich bei ihnen auch christliche und mohammedanische Bräuche ein. Heute soll ihre Zahl gegen 5000 sein. Der Redner schilderte sodann ihre soziale, wirtschaftliche und politische Stellung in der gegenwärtigen Türkei. Sie nahmen hohe Würden und Aemter ein. Die Sekte spaltete sich in drei KlaPn, deren Differenzierung nicht

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