Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 15 (11.4.1913)
- Date
- 1913-04-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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In England 2 Schilling, Amerika 50 Cents per Vierteljahr. -Inserate nach Tarif. - Abonnements nimmt jede Voltanttalt entgegen. iv. Zabrgang. Ansbacb-Stralzburg, U. April 1913, 4. Milan 5673. M. 15. Inhalt. Leitartikel: Kleingläubigkeit. — Kncore les „Richtlinien1-. — Die bayerische Kirchengemeindeordnung. — Wahrhaftigkeit. — Jüdische Wirtschaften und Antisemitismus. — Aus aller Welt. — Korrespondenzen. .— Vermischtes. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Familiennachricbten. — Rätsel-Ecke. — Haß und Liebe. — Inserate. Kleingläubigkeit. Zu 'D Das Prophetenwort des dieswöchentlichen Sabbat erzählt uns da eine eigenartige Geschichte. Da hatte Elisa trotz der momentanen furchtbaren Hungersnot eine baldige ebenso namenlos abnorme Verbilligung der Lebensmittel vorausgesagt. Das hörte ein Hauptmann, der persönliche Adjutant des Königs. Dem kam das lächerlich, unmöglich vor. Und er kleidete seinen Unglauben in die höhnische Gegenrede: „Und wenn der Ewige Schleusen im Himmel erstehen ließe, wäre so etwas möglich?" Nun, die Tatsachen gaben dem Propheten recht. Dieser Hauptmann aber hat mehr Schule gemacht als der Prophet. Sagt doch eine Mischnah in Sota, daß mit der Zerstörung des Tempels die Starkglüubigen aufgehört haben. Eine zage Kleingläubigkeit hat Platz gegriffen. Wenn man überlegt, was der Talmud sagt: „Wer da Brot im Korb für heute hat und sich den Genuß desselben vergällt, indem er spricht, was werde ich morgen essen," wenn man das überlegt und das nervenzerfressende Sorgen unserer Zeit dagegen hält, dann möchte es einen kalt und heiß überlaufen. Und leider ist dies Sorgen bis tief in die religiösen Kreise hinein eingedrungen. Ja hat man denn vergessen, daß reines Gottvertrauen an der Schwelle jedes religiösen Aufschwunges steht? Da beten wir täglich, stündlich um eine „parnosoh" (Existenzmöglichkeit) zum Schöpfer unserer Tage und bekennen damit, daß die Bedingungen derselben von Gott gegeben sind. Und doch ist so namenlos viel Kleingläubigkeit, so namenlos wenig Vertrauen in der Welt. Denn wäre dies vorhanden, es würde wahrlich bei der Berufswahl für das Kind mehr auf Gottes Gesetz Rücksicht genommen. Die Kleingläubigkeit hat das enervierende Wort von dem Kampf ums Dasein geprägt und überschüttet den im Vertrauen Festen mit demselben Hohn, den einst der Hauptmann dem Propheten entgegenzusetzen wußte. Aber das Grausamste ist des Spieles Ende, die Unfähigkeit der Kleingläubigen zu einem heiteren Lebensgenuß. Sie suchen nach Freuden und töten die Freude und ersticken in der reichen Fülle. Denn also geschah es. Das Prophetenwort ward erfüllt, Lebensmittel gab es bald in Hülle und Fülle. Und in der Masse des hungernden Volkes, das dem ungeahnten Schatze entgegenstrebte, endete jäh der Hauptmann. — Und wir glauben, daß der Kampf gegen die Kleingläubigkeit das beste Mittel zur Gesundung der Menschen und Völker wäre, denn also lehrt es uns Gottes Wort. Das ist jüdische Weltanschauung. I'. IC. Encore les „Richtlinien“. (Fin). Le Culte. Aprös le vague des declarations dogmatiques, apres l'appel a Revolution historiipio et atix necessites des temps presents (art. I a VI), on ponvait s attendre a une snppression radicale de nos eeremonies. dosormais vides de sens et per!inoes. TI iven est rien. Les „Richtlinien“ conservent la circoncision; elles conservent anssi le repos du sabbat et des totes, avec de serienx accomniodements, il est vrai; elles maintiennent anx solennites „sacrosaint.es“ du Roche Hachanah et du Vom Kipponrlenr ciractere„traditionnel“(V). Le Hanoukah, le Pourini, le Tichah Beab lni-nienie, tron vent grace devant, les rabbins 1 iheranx (art. IX., 1 et Ra; art. XL, 1). La boucherie Racher, le croirait-on? ivest pas non plus formellement reponssec*), car on peut la tronver prevne dans cette phrase de l’art. XII.: „Gemeindeiiistitutlonen, welche auch nur eine Minderheit in der Gemeinde zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse braucht, sind unbedingt zu erhalten." C’est (jn'ici encore il a falln donner satisfaction a chacon des soixante-et-un signataires. Il a falln anssi, et snrtout, jnstifier ce titre de „Judaisme liberal“ «pi'oii *) Mais eile n'est guere exigee. (La Red.) AhaubtG