Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 13 (28.3.1913)
- Date
- 1913-03-28
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13. 10 Das jüdische Stall. 2. 3rtljlcimitfd. Bon Jda Blum, Lixheim. 1 2 3 4 5 6 7 Fisch. — 2 3 8 9 2 0 Vogel. — 3 6 11 12 7 13 7 Gebirge in Palästina. — 4 2 7 6 7 12 Bibl. Frauenname. 5 2 11 11 2 3 Deutscher Dichter. — 6 8 12 0 Nebenfluß der Donau. — 7 12 11 12 3 „Niederträchtiger". — Oberste Reihe — Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter. RalsettösimKen ans |tv. 11. 1. K. Kl. ELI. SEIL. ELIAS, ISRAEL, IiELISAR, BIKRGLAS, KLIASIiEKG. 2. Salomo, Abraham, ifamm, Creb, Mazzo, Cbabja. Dichlige Rälsettösnttgen: Armand Salonion, Busendorf, z. Zt. Lüttingen. Esther Cahen, Liittingen. — Rena Levy, Untersekundaner am Gi)innasium Bitsch (nein, es heißt „Tammus"; das einaesandte Buchstabenrätsel enthält nichts Indisches). — Fernande u. Roland Levy, Zabern. — Suzanne, Germaine, Paul u. Louis Heimanu, Maursmimster. — Georg u. Hermine Wahl, Dörnach. — Sara Rabbi, Colmar. — Fritz ii. Siegfried Bergheimer, Breisach. — Robert Bloch, Sulzmatt. — Marcel Behr, Maurice Marx, Jeanne Weil! u. Marthe Behr, Stotzheim. Blanche u. Marcels?), Niederbronn. — Robert u. Suzanne Geismar (Höhere Töchterschule^, Romansweiler. — Georg, Pvonne u. Heinrich Bloch, Rosheim. — Renke u. Georges Weilt, Kürzel (Lothr.). — Paul Wolf, Realsekundancr, u. Alice Wolf, 5)öh. Töchtersch., Barr. — Jacques, Jenny u. Alice Braun, Ingweiler. - Frida u. Marlha Plaut, Nürnberg. — Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf. — Suzanne Grcilfammer, Neubreisach. — Jules, Gaston ii. Nene Gugenhelm, Bischweiler i. E. — Marguerite Levy, Hirsingen, z. Zt. Neubreisach. — Edgard, Alice u. Jean, Kinder von Fernand Levy. Oberschäffolsheim. - Niartha, Leo u. Simon Weilt, Winzenheim (O.-Els.>. — Denise Blum, Rosheim. — Selma Greilsamer u. Dvonne Benedikt, z. Zt. Westhofen — Andre u. Marcel Benedict, Wingersheim. — Max Gundelfinger, Michelbach a. d. Lücke (Württembergs — Rosa u. Mathilde Ducas, Ha'tftatt. — Fernand, Gaston ii. Emil Landauer, Winzenheim (U.-E.). — Blanche Lorch, Küttolsheim. — 2lrmand n. Lucie Roos, Romansmeiler. Briefkasten. Unser Mitredakteur Dr. Kohn in Ansbach legt großen Wert darüuß zu erklären, daß er der Purim-Beilage in voriger Nummer vollkommen fern steht. Tr. Weilt. N. N. X Brief nebst Inhalt erhalten und seiner Bestimmung zugeführt. Besten Dank. P. in H. M. IS. NvmnnSwcilcr: Ist für die Allgemeinheit wohl kaum von Interesse. Sprechsaat. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimint die Redaktion keine Verantwortung.) Der glömme kennt die Brotsorge nicht! Obige Worte seien der Einsendung in Nr. 8 der Gebmeiler „Freien Lehrer- und Kontoren-Zeitg." (Dos Materielle, die Grundlage des Ideellen, von Efem) eittgegengehalten. Da genaitnter Herr über die Abhängigkeit der Lehrer Klage führt und diese dem Umstande zuschreibt, daß der Lehrer in ewiger Angst ums Brot schwebe und fürchten müsse, rechts, links, oben oder unteit anzustoßen. Hat der Lehrer einen tiefgewnrzelten Standpunkt, so denkt er iticht materiell, soitdern nur ideell. Er bebauet seilten Acker getreulich und zweifelt nicht im Miitdesten daran, daß der Arbeitgeber zuverlässig genug sei, ihtn den Lohit zu zahlen. Nicht von des Menscheit Gnade ist der Lehrer abhängig; der Sachwalter, dessen Gerechtigkeit über allem Zweifel erhaben ist, sorgt, für ihn und für die Seilten. Kein deitkender Mensch wird dem Lehrer für die Mühe, womit er das kostbarste Gut, die Religionslehre, der Jugend verinittelt, Anerkennung und Dank versagen. Diese Auffassung findet sich in den Worten bestätigt: Louis L e v i, Frankfurt a. M. Kaß und Liebe. Eine Erzählung aus der Zeit der ungarischen Frciheitsbewegung. Bon Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Du hattest aii 'l) das nicht, anch diese Hoffnung nicht, die vielleicht das «Sterben leicht macht. Niemand wußte, was du gelitten, wie du gerungen, wie jeder Schritt, den du zum Glück deiner Schwester machtest, nlit deiilem eigenen Herzblut erkpuft war. Schlafe wohl, stiller Märtyrer! Deine fromme, schlichte, aber große Seele steht vor Gott; dein Lohn wird vielleicht größer sein, als der Lohn all jener großen flammenden Geister, die auch Großes, Größeres als du für die Welt leisteten, die aber, wenn sie ein neues Licht entzündeten, immer andere dafür auslöschten, wenn sie Menschenwohl begründeten, auch dabei Menschenwohl zerstörten. — Lazarus hatte fast sein ganzes Vermögen eingebüht. Er fühlte in der ersten Zeit diesen Schlag gar nicht. Der Tod Samuel's drückte seine Seele zu Boden. Dann machte der Verlust, der ihm noch beoorstand, ihn unempfindlich gegen alles übrige Unglück. Darum fühlte er sich so reich, wie noch nie, als die Gefahr von der Tochter beseitigt war. Der Jubel, der fromm-innige Dank im Herzen des Vaters überwog alle Reichtümer der Welt. „Retten Sie mein Kind, und es soll Ihnen gehören", hatte er in der ersten Stunde der Verzweiflung zu Jonathan gesagt. Der Doktor hatte nichts geantwortet. Als aber am achten Tage die Gefahr vorüber war, nahm er Lazarus beiseite und sagte zu ihm: „Ich gebe Ihnen Ihr Wort zurück, obwohl es mein höchstes Glück ausmachen würde. Nicht Ihrer Verzweiflung will ich die Einwilligung abgepreßt haben, Ihr Herz soll mir sie geben." Am Nachmittage desselben Tages kam ein fremder Bauer und verlangte Dottor Stern zu sprechen. Diesem meldete er, er komme von seinem Vater, der sterbenskrank in seinem Hanse liege. Seit zwei Tagen ringe er mit dem Tode und könne nicht sterben. Er müsse sein Weib, seinen Sohn und Simon Lazarus noch sehen und sprechen, sonst könne er unmöglich hinübergehen. Ans das Befragen des Doktors, wie Feitel in sein Haus käme, erzählte der Bote: Neun Tage mögen es her sein, da sei er des nachts hinausgegangen, denn er habe ein Stöhnen vor seiner Türe gehört. Auf der Schwelle lag Feitel mit blutendem Kopfe. Er kannte den Hausierer seit langen Jahren her. Er war immer bei ihm im Quartier; wenn er nach dem Dörfchen B. kam, ah und schlief er bei ihm. Er nahm ihn also anch jetzt ins Haus, wusch ihm mit Hilfe seines Weibes die vielen Wunden am Kopfe nnd verband ihn. Noch m derselben Nacht fing Feitel zu phantasieren an und hatte seit dieser Zeit noch nicht ausgehört; aber so schrecklich, daß ihnen alle die Haare zu Berge standen. Er habe den Sohn, sein Weib umgebracht und solche schreckliche Dinge mehr. Vor drei Tagen wäre ein Igmanter Bauer bei ihnen vorbeigekommen und der hätte erzählt, aus welche Weise Doktor Stern befreit worden wäre. Seit dieser Stunde sei der Hausierer ruhiger geworden, trotzdem änderte sich sein Zustand in nichts. Heute mittag habe er ihn zu sich gerufen und ihn gebeten, nach Igmant zu gehen, sein Weib, seinen Sohn und Simon Lazarus zu holen, da er nicht sterben könne, bevor er sie nicht gesehen. So lautete der Bericht des Bauers. „Kommen Sie mit?" frug der junge Mann Lazarus, der alles mitangehört hatte.