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Das jüdische Blatt · 1913-03-21 · 12 (21.3.1913) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
12 (21.3.1913)
Date
1913-03-21
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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I 10 Purimlreilage des ,.Das jüdische Klatl^ Nr. 12. der Einigkeit unserer religiösen Führer, und wird überall, wo inan seine Klarheit zu würdigen weiß, freudig begrüßt werden. ^lliance-Israelile-Onl verseile. Nach mehr als zweijährigem Kampfe zwischen der deutschen Konferenzgemeinschaft und dein Pariser Zentralbureau der A. I. U. ist gestern ein Ausgleich zustande gekommen, der eineiii volkständigeii Sieg der K. G. gleichkommt, ohne die Interessen der Zentralleitung zu schädigen. Anstatt, wie von deutscher Seite verlangt worden war, einige deutsche Herren ins Pariser Bureau zu nehmen, die dort doch in der Minderheit geblieben wären, hat sich Herr Weinach bereit erklärt, einige Pariser Herren ins deutsche Bureau zu schicken. Die betreffenden Herren sind von Paris aus angewiesen worden, dem deutschen Bureau die ganze Arbeit abzunehmen, wofür die K. G. nur dankbar sein kann. Herr Bigare hat sich bereit erklärt, im Interesse des Friedens sein Domizil nach Berlin zu verlegen. Todesanzeige. Nach längerem qualvollen Leiden ist unsere treue Gefährtin, die Staatsbürgerzeitung zur ewigen Ruhe eingegangen. Nur wer unsere innige Ideengemeinschaft und die geistigen und geschäftlichen Beziehungen kannte, die uns mit ihr verknüpften, wird unseren Schmerz zu würdigen wissen. Ihr Heimgang bedeutet eine empfindliche Lücke, die wir kaum auszufüllen vermögen. Um stille Teilnahme bittet Im Namen aller trauernden Gesinnungsgenossen! Fr. Tritfch» Hammerwerk. Berlin, 15. Febr. 1913. Techijas tzamestm. (Reb Chajim wird vor den Rebbe geladen,) Rebbe: Der Oilom sagt, Ihr seid mechallel schabbos? Hot Ihr kei Angst vor Euer Neschomoh nach T'chias Ha—meisim? Chajim: Seid ich hob geseh'n, in was e Form Jonathan ben Usiel Hot gehat sei T'schiashameisim, hob ich schoi nix mehr kei Lust danach. Herr Stern, ich lese in letzter Zeit so viel über „Schisma". Was ist das eigentlich? Sehr einfach, das ist eine Trennung der Juden nach Bekenntnis, wenn die Breuerianer ins Börsencafü, die Seligmann's Getreuen aber ins.caf6 gehen. Frankfurt. (Gr. Eschenheimerlandstraße.) Folgendes ergötzliche Geschichtchen soll sich hier ereignet haben: Ein angesehener Einwohner unserer Straße, der gleichzeitig die Vorstandswürden zahlreicher jüdischer Organisationen bekleidet, des öfteren aber geschäftlich verreisen muß, verlegte seine sämtlichen Vorstandssitzungen auf eine ihm gelegene Woche im Mürz (Adar). So oft er aber abends mit seiner Mappe antrat, mußte er entdecken, daß — es die verkehrte war. In der Agudohmappe staken Richtlinien, in der „freien Vereinigung" wohnten die „Sabbatfreunde", die „Stellenvermittlung" war okkupiert von der „Israelitischen Realschule", der „Haderech" verdrängte den „Israelit". Der „vielseitige" Vorstand soll, wie wir hören, sich zu helfen gewußt haben. Die Versammlungen haben auf die Akten verzichtet, der Herr Vorstand wird die Geschäfte in üblicher Weise weiter führen, das Publikum wird in üblicher Weise weiter nichts drein reden, das „schuldige" Dienstmädchen wird in üblicher Weise weiter gehen müssen. Berlin. In Sachen der Beschränkung der Zulassung der russischen Studenten an unsere Universitäten wird ein beachtenswerter Vorschlag in der Tagespresse erörtert. Deutschland läßt in Zukunft alle russischen Studierenden zum Studium zu, sofern dieselben den Nachweis erbringen, daß sie in Rußland ihr Staatsexamen gemacht haben. Eine Prozentnorm für ihre Zulassung soll nicht eingeführt werden. Politisch unzuverlässige Elemente sollen zum Zweck der Zwangserziehung den deutschen Burschenschaften übergeben werden. Ein Kaiserhoch. Königsberg i. Pr. Die Kaiserhoch-Affäre des V. I. St. hat einen befriedigenden Abschluß gefunden. Die beiden Erstchargierten des V. I. St. und des V. D. St. begaben sich nach Schluß der Sitzung, die zur Beilegung der Angelegenheit unter dem Vorsitz des Universitäts-Sekretariats abgehalten worden war, in Begleitung eines unparteiischen Schutzmanns nochmals auf den Schloßplatz. Der V. I. St. er brachte dort ein begeistertes Hoch auf den Kaiser aus, während der V. D. St.er schweigen muhte. Nach vollzogener Handlung nahm der Schutzmann ein Protokoll über den Vorfall auf, dessen Abschrift allen beteiligten Parteien und dem Oberhofmarschallamt nach Berlin zugehen wird. London. (Chief-Rabbi.) Der Sessel des Chief-Rabbinates soll in Reparatur gegeben werden, da er für den neuen Inhaber jedenfalls zu groß sein dürfte. Damit es dem neuen Inhaber möglich wird, seinen Platz auf demselben ganz auszufüllen, wird der Stuhl, den veränderten Verhältnissen entsprechend, verkleinert. Lord Rotschild hat die Kosten der Reparatur übernommen. 200 Mk. Belohnung. demjenigen, der mir den Verfasser der Landlehrer-Briefe lebend oder lot ausliefert. Dr. Rofenbach, Steinwald. Sachdienliche Nachrichten erbeten an die Wach- und Spur- Gesellschaft Gebweiler. / 923595

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