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Das jüdische Blatt · 1913-03-21 · 12 (21.3.1913) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
12 (21.3.1913)
Date
1913-03-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Das Mische glatt* Nr. 12. schließende Ball tat sein Uebriges, um den Abend zu einem schönen und genußreichen zu gestalten. Man wird in Ingweiler noch lange von diesem Feste sprechen. W. Die Fortsetzung der Gabenliste erscheint in der nächsten Nummer. Saarburg. In die engere Wahl für den vakanten Kantorenposten ist auch Herr Kantor Heimerdinger von Sulz. u. W. berufen worden und zwar auf den 29. März. Wörth a. S. Der geplante Synagogenbau soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. Doch stellen sich die Kosten höher als ursprünglich angenommen wurde. Bayern. Demmelsdorf. Gegenüber den wenig wohlwollenden Äußerungen, die in der jüdischen und nichtjüdischen Presse (Augsburger Abendzeitung) über das Verhältnis unserer Gemeinde zu unserem Herrn Lehrer Aufnahme fanden, sei vorläufig nur folgendes festgestellt. Das Einkommen ist nicht 1100 Jit wie dort behauptet wurde, sondern M 1750. Es widerstrebt uns, über die sonstigen Verhältnisse in der Oeffentlichkeit breite Diskussionen anzuzetteln, doch sind wir überzeugt, daß unser Herr Lehrer diesen Zeitungsnotizen ferne steht. Neckarbischofsheim. Aus Anlaß des 70. Geburtstages, den Herr Falk Sinn von hier in voller Gesundheit feiern durfte, gratulierte der hiesige Synagogenrat und dankte dem Jubilar für die selbstlosen Dienste, die er seit 30 Jahren der Kehillo als V o r b e t e r an Rosch Haschono und Jom Kippur leistete. Auch der Bezirksrabbiner, Herr Dr. Pincus in Heidelberg, anerkannte in einem herzlichen Schreiben die Verdienste des Jubilars um seine Gemeinde, die in heutiger Zeit, wo solches Können immer seltener wird, besonders geehrt zu werden verdienen. Nürnberg. Die Israelitische Kinderheilstätte in Bad Kissingen, iin Jahre 1905 gegründet, ist in der kurzen Zeit ihres Bestehens rasch in Schönheit erblüht. In reizender Lage, unweit des Ufers der Saale gelegen, durchflutet von Licht und Luft, auf das Modernste eingerichtet, umgeben von einem herrlichen Garten mit schattigen Spielplätzen, ist ihr Erstehen und ihr Unterhalt nur möglich geworden durch das Zusammenwirken vieler edler Menschen, die reine Nächsten- und Kinderliebe beseelt. — Im Jahre 1912 fanden 200 Kinder Aufnahme. Bis jetzt wurden in der Israelitischen Kinderheilstätte mehr als 1130 arme und kranke Kinder aus allen Teilen Deutschlands ausgenommen. In der letzten am 9. März stattgehabten Generalversammlung wurden zu dem bisherigen Vorstände neu hinzugewählt: Herr Leo Bergmann in Fürth, Herr Jakob Ullmann in Schweinfurt, Herr Bankdirektor Wolfsthal in Aschaffenburg, Herr Abraham Kohn in Bamberg. Zum Ehrenmitglied wurde Herr Adolph Salomon in Charlottenburg ernannt. Vorsitzender ist Herr Adolf Schwarz-Nürnberg. Die ärztliche Leitung versieht wie bisher im Ehrenamte Herr Dr. P. Münz, Badearzt in Bad Kissingen. Würzburg. Der Ausschuß des orthodoxen Vereins hat mit Stimmenmehrheit beschlossen, der nächsten Generalversammlung die Aufhebung des Schweinfurter Cherem vorzuschlagen. (Wenn wir auch den praktischen Wert dieses Beschlusses sehr bezweifeln, ist es immerhin nett, daß nun konstatiert werden soll, daß man auch orthodox sein kann, ohne für die Revision zu schwärmen.) Würzburg. Dumme Frage eines dummen Neugierigen. Ich habe die Erklärung der Herren, die in Nürnberg am 16. Februar versammelt waren, mit großem Interesse gelesen. Aber neugierig bin ich, furchtbar neugierig, ob denn nun wirklich die Rabbinerkonferenz in ihrer alten Verfassung bestehen bleibt. Da soll doch stehen, im Statut nämlich, daß die Herren allerhand religiöse Aufgaben gemeinsam haben. Wie gesagt, ich bin neugierig. Und dann habe ich etwas gelesen, was mir riesig imponiert hat. Es liegt mir natürlich absolut ferne, über Angelegenheiten einer anderen Kirche ein Urteil zu fällen, aber ich habe das protestantische Oberkonsistorium ob des Ernstes und des Mutes bewundern gelernt. Da waren einige liberale Herren, und das Oberkonsistorium hat sich sehr energisch gegen den Versuch gewandt, die Gleichberechtigung dieser Anschauung innerhalb der protestantischen Kirche anzuerkennen. Und da frage ich dummer Kerl, warum ist es im Judentum anders? Warum ist unsere arme Religion der Tummelplatz der Gleichberechtigungen? Warum? Ist es wirklich an dem, daß die Zufälligkeit des Stimmenverhältnisses entscheidet? Und wo bleibt da die Orthodoxie, die, durchdrungen von der Wahrheit, endlich einmal gegen dieses entwürdigende Spiel sich wehrt? Oder sollte es gar Orthodoxe geben, die so etwas machen? Ach, was bin ich so neugierig, und so dumm!!- Jlrntlte«. Berlin. Am 10. März hat im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde Berlin unter Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. Weiße die Generalversammlung der Berliner Mitglieder der Alliance Jsraälite Universelle stattgefunden. Der Bericht, den Herr Rabbiner Dr. Weiße erstattet hat, konstatiert mit Genugtuung, daß durch die Gründung der „Freien Organisation" der A. I. U. der Friede in der Alliance oollständig hergestellt und ein weiteres Aufblühen der Alliance in Deutschland zu erwarten ist. Auf die Frage der Juden im Orient eingehend, hob er das großzügige Wirken der Alliance hervor, wie sie gleich nach Empfang der ersten Nachricht der traurigen Ereignisse in Fez 100 000 Francs telegraphisch dorthin überwiesen hat. Ebenso hat sie den durch den Balkankrieg heimgesuchlen jüdischen Gemeinden bisher 100 000 Francs zur Verfügung gestellt und eine allgemeine Sammlung eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen ist, du die Mittel, die nach Abschluß des Friedens benötigt werden, um den Geschädigten neue Existenzen zu schaffen, nicht einmal annähernd bestimmt werden können. Auch hat die Alliance erst vor wenigen Wochen 10 000 Francs nach Jerusalem gesch'ckt, die zur Zahotng der Miete für die arme Bevölkerung verwendet werden sollen. Ter Bericht fand lebhafte Zustimmung, worauf dann die Wahlen zum Verstand vorgenommen wurden. Cöln. Die Entlassungsprüfung am jüdischen Lehrerseminar zu Cöln ging am 11. März unter Vorsitz des Kommissars des König!. Provinzial-Schulkollegiums, des Herrn Dr. Höres, unter Mitwirkung des Kommissars der König!. Regierung, des Herrn Dr. Schäfer, und in Anwesenheit des Delegierten des Kuratoriums, des Herrn Bankdirektors Simon, zu Ende. Alle acht Zöglinge des Oberkursus bestanden die Lehrerprüfung, zwei davon unter Befreiung vom mündlichen Teil der Prüfung. m Aus aller Welt. m Frankreich. Paris. Die Preise der Michel und Fanny Weill-Stiftung sind von der Association Zadoc Kahn folgenden Personen zugesprochen worden: Frau Eugene Manuel 4000 Frs., Frl. Charleville 2500 Frs. und Herrn Hoenigsberg 2500 Frs. Paris. Weitere Beförderungen in der Ehrenlegion: Zum Kommandeur wurde befördert Brigadegeneral Heymann; zu Offizieren: Bataillonschef Frank und Schriftsteller Pierre Wolf; zu Rittern: die Artilleriekapitäne Adam, Salomon und Hauser, Dr. Wertheimer, Professor der medizinischen Fakultät in Lille, Uri,

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