Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 10 (7.3.1913)
- Date
- 1913-03-07
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10. Das jüdische Matt Libmann u. Gabrielle Hirtz.— Moste Pinkensohn u. Eugönie Schllovitz. — Jacques Nobinovici u. Rachel Feuer. — Nissim Chetovy u. Rebecca Cohen. — Edouard Glashendler u. Marthe Gestoedeae: Wwe. Meyer Meyer, geb. Judith Wurmser, 80 I., Straßburg. — Wwe. Wilhelm Weil, geb. Karoline Kahn, 70 I., Straßburg. — Leo Lippmann, 67 I., Horburg. — Emanuel Dreyfuß, 89 I., Basel. — Aron Grollmann, 15 I., Baden (Schweiz). — Fr. Chaja Bozian, 67 I., Zürich. - Fr. Dreyfus, 83 I., Fenningen. In Paris: Fr. Pikowsky Abraham, geb. Nadelmann Rosa, 35 I. Fr. Hemmerdinger Felix, geb. Picard Rose, 6l I., aus Rice. —,Cordora Joseph, 2 I. — Dorn Fernand, 59 I. — Alexandre Paul, 50 I. — Levy Georges, 36 I. — Fr. Humbert, geb. Lecerf Alexandrine, 83 I., Lille. — Fr. Bloch Henri, geb. Didisheim Emma, 62 I. — Rosenbaum Jda, 3 I. — Kahn Leon, 1 I. — Eskenazi Acher, 52 I. — Fr. Hermann Robert, geb. Zanke Charlotte, 74 I., aus London. — Savelski Jacob, 9 I. — Woloch Abbe, 25 I. — Dreyfus Lucien, 65 I. — Hopfenblum Louis, 70 I. — Fr. Leon A>m, geb. Petit Sarah, 78 I., aus Colombes. — Revel Charles, 55 I., aus Reuilly. — Fr. Levy Paul, geb. Stern Amölie, 56 I. — Lehmann Joseph, 42 I. — Fr. Saborovski Samuel, geb. Stam Dora, 52 I. — Frl. Mayer Emilie, 74 I. — Fr. Roubine Israel, geb. Rechamen Sara, 66 I. — Fr. Zay Salvador, geb. Jsaac Sara, 70 I. — Fr. Levy Judith, 66 I. Wücheröesprechung. Ein Jude, Roman von Meier Aaron Goldschmidt, Verlag von Axel Juncker, Berlin. Preis 4 -ll, geb. 5 di. Ein interessantes Buch ist da aus der Vergessenheit wieder ausgegraben worden. Verfaßt von einem dänischen Schriftsteller, ist der Roman zuerst (im Jahrer 1845) in Dänisch erschienen und wurde im Jahre 1852 von E. Z o l l er ins Deutsche übertragen. Die neue uns vorliegende Uebersetzung ist von Ernst Guggenheim hergestellt. Um es gleich zu sagen, es lohnte sich, das Werk wieder einem weiteren Leserkreis zuzuführen. Das Problem der Stellung des emanzipierten Juden zur Umwelt, wie wir es ja seither schon so oft dargestellt gesehen, wird hier schon im Anfangsstadium der Emanzipation in äußerst fesselnder Weise behandelt. Und sonderbar: die Fragestellungen sind damals — vor jetzt bald 70 Jahren — beinahe die gleichen, wie sie uns heute noch entgegentreten: Stimmungen und Situationen scheinen uns oft für unsere Zeit gezeichnet. Ohne uns mit der Lösung, wie sie hier versucht wird, uns einverstanden zu erklären, müssen wir doch gestehen: Eine jüdische Gefühlswelt und jüdischer Idealismus, geschöpft aus Religion und Vergangenheit, hebt sich in diesem Buche in wohltuender Weise ab von so manchen materialistischen und nationalistischen Schöpfungen unserer Tage. Auch die Fabel des Romans ist eine interessante und farbenreiche Erzählung, die uns bis zum Schluß festzuhalten weiß. Schade ist es nur, daß, wenn wir auch dem Dichter weitgehendste „Lizenz" zubilligen wollen, dem Kommentator (d. i. dem Verfasser der zahlreichen Fußnoten) so mannigfache Unrichtigkeiten unterlaufen sind. Vielleicht wird das bei einer etwaigen Neuauflage ausgemerzt. Der Verlag, dem man für diese Gabe nur dankbar sein kann, hat dem inneren Gehalt des Werkes entsprechend auch die Buchform gestalten lassen: Druck und Ausstattung sind dem Biedermeierstil der Darstellung angepaht, so daß uns ein abgerundetes Kunstwerk geschenkt wird. J. B. „A u s fernen Tagen" von Jda Oppenheim ist der Titel des 12. Bändchens der Jüdischen Volksbücherei (Jüdischer Volks-- schriftenoerlag Frankfurt a. M.). Es enthält an erster Stelle eine spannende Erzählung „Der Narr", die im 17. oder 18. Jahrhundert sich abspielen mag. Uns will es nur scheinen, daß die Gestalt des „Narr" doch nicht ganz konsequent durchgeführt ist; er ist stellenweise doch zu blöde gezeichnet, um dann wieder so gefühlvoll zu sein. — Hübsch ist auch die zweite Erzählung „Königin 9 Esther". Der populäre Ton ist wie in den früheren Erscheinungen desselben Verlags auch hier glücklich getroffen. — Einige stilistische Unebenheiten und verschiedene Druckfehler können bei einer Neuauflage ausgemerzt werden. Prof. D. Dr. Hermann L. Strack läßt 31t gleicher Zeit in der C. H. Beckschen Verlagsbuchhandlung (München) zwei seiner bewährten Lehrbücher in neuen Auflagen erscheinen; es sind dies: 1. Grammatik des Biblisch-Aramäischen mit Text und Wörterbuch und 2. Hebräische Grammatik mit Uebungsbuch. Der Name des Verfassers, dessen Gelehrsamkeit und pädagogisches Geschick bieten die beste Garantie für die Vorzüglichkeit seiner Werke. Für das Biblisch-Aramäische sind jetzt auch die in Elephantine gefundenen jüdisch-aramäischen Papyri benutzt worden. Zu begrüßen ist auch die Aufnahme von Texten mit snpralinearer Punktation. J. B. Von der Homiletischen Zeitschrift (hermisgegeben von Rabb. Jsr. Nobel, Filehne) ist soeben Nr. 10 erschienen und enthält u. a. auch eine französische Schewuothpredigt von Oberrabb. Dr. N. N e t t e r - M e tz „Be z>eui>1e ein". Durch die Aufnahme auch französischer Arbeiten wird sich das gut redigierte Fachblatt weitere Freunde gewinnen. Mitteilungen, herausgegeben vom Präsidium des „Bundes Jüdischer Akademiker", November 1912, Nr. 3. Der erste Aufsatz (von Dr. W. Halberstadt-Berlin) behandelt „das jüdische Erziehungsproblem in Deutschland" recht anregend, ohne es natürlich in dem begrenzten Rahmen zu erschöpfen. Gewünscht hätten wir eine stärkere Betonung der Wichtigkeit und Unerläßlichkeit eingehenden Talmudstudiums, das, wenn schon für den Juden überhaupt, ganz besonders für den akademisch gebildeten, den festen Boden für die Weltanschauung und die Gesamtheit der Lebensbetätigungen bilden müßte. Wohl ließe sich durch Zurücksteilen mancher entbehrlicher Ansprüche hierfür mehr Zeit erübrigen. Der Gewinn, der sich für die Allgemeinheit aus den profanen Wissensgebieten für das Leben im jüdischen Geiste ergibt, wird leicht überschätzt. Weniger direkt für das praktische Leben will der zweite Aufsatz „Das Judentum im Kampf der Ueberzeugung" (von Munk-Barmen) den bleibenden Wert des altüberlieferten Judentums inmitten der modernen Kulturideale gegenüber der einseitigen, von anderen Seiten geäußerten Auffassungen betonen. Am bemerkenswertesten erscheinen die folgenden Ausführungen über die Bedingungen zur Heranbildung für das Judentum in „Deutschland und Palästina" (von Dr. Auerbach-Pethach Tikwah). Kurz und treffend schildern sie die Schwierigkeiten, die sich bei uns der Vertiefung in den Talmud und der Aneignung der echt jüdischen Lebensideale entgegenstellen, während das heilige Land hierfür die günstigsten Vorbedingungen gewäre. In ernstliche Erwägung zu ziehen ist sein Vorschlag, es möchten ernste, strebsame Jünglinge sich auf dem heiligen Boden ein oder mehrere Jahre dem Thorastudium widmen, um dann, erfüllt von echt jüdischer Kultur, in der deutschen Heimat den heiligen Geist gottgegründeten Judentums wieder zu erwecken. . . . Das letzte Drittel der „Mitteilungen" bilden Verbandsnachrichten, die das erfreuliche Anwachsen der Mitgliederzahl des B. I. A. dartun. PI rQT' p. S. M. Brief am Canada. (Schluß.) Ich machte Kehrt und bald klopfte ich an die Türe des Reb Mottele, der mich aber gar zu lang auf das „Herein" oder „come 011" warten ließ, und wäre mir nicht mein Gedächtnis rechtzeitig zu Hilfe gekommen und hätte mich erinnert, daß in den slavischen Länderit, woher Reb Mottele