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Das jüdische Blatt · 1913-03-07 · 10 (7.3.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
10 (7.3.1913)
Date
1913-03-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IRefcb und Ausland: Leltungsprelslttte. Ksyern: Lettungsnummer 546. Geschäftsstelle: —— M. DuMont Schauberg, Stratzburg i. Elf. - Vertretung für Bayern und Württemberg: Max Eichinger, Königl. Hofbuchhändler, Ansbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle; außerdem in Stratzburg durch die Elsässtsche Aktiengesellschaft vorm. A. Ammel. In Basel durch I. Nordmann, Schützenstraße 36. In Zürich durch A. Schneider, Badenerstraße 123. Bezugsbedingungen: Pro Quartal per Post 75 Pfg. (exkl. Zustellungsgebühren), per Stteifband M. 1.25. In Frankreich unter Streifband 2.50 Fr. das Vierteljahr, 10 Fr. das Jahr. In der Schweiz per Post 4 Fr. das Jahr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. das Jahr. In Oesterreich per Post 4 Kr., per Streifband 9 Kr. das Jahr. In England 2 Schilling, Amerika 50 Cents per Vierteljahr. -Inserate nach Tarif. - Abonnements nimmt jede pottanttalt entgegen. IV. Zabrgang. Ansbaeb-Stratzburg, 7. /Därz 1913, 28. Adar I 5673. I6r. 10. Inhalt. Leitartikel: Das heilige Gewicht. — „Die Juden in Frankreich." — Wandlungen. — Brief vom Lande. — Deutschland. — Aus aller Welt. — Hilfe für die infolge des Krieges in den Balkanländern notleidenden Juden. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Rätsel-Ecke. — Familiennachrickiten. — Bücherbesprechung. — Brief aus Canada. — Haß und Liebe. — Briefkasten. — Geschäftliche Mitteilungen. — Inserate. Zu Tipa b und n'^p» 's- Aas heilige Hewicht. In der Rätfelschrift, welche den König Belsazar schreckte, stand das Wort t’kel. Das hieß nach der Deutung Daniels: Du bist gewogen und zu leicht befunden worden. Und doch war der Babylonierkönig, dem jene Schrift an der Wand das Vernichtungsurteil kündete, ein mächtiger, reicher Fürst, dem Taufende das Knie beugten. Anders ist eben bei Gott, anders bei den Menschen Wage und Gewicht. Die halben Schekel, aus deren Summe, wie es im Beginn unserer Sidra heißt (v. 27), die Füße des Stiftszeltes gefertigt wurden, mußten lwsc-Imkvl hakandesch, nach heiligem Gewicht, gegeben werden (II. Bd. M. 30, 13). Die echte, heilige Begeisterung wurde so zum bleibenden Fundamente des Heiligtums. Nicht auf den äußern Glanz kommt's an bei jeder Art von Tempel, sondern darauf, ob die Grundlage als vollwertig angesehen werden kann, wenn sie geprüft wird nach heiligem Gewicht. Wie anders oft müßten unsere Wertungen ausfallen, wenn wir sie jeweils vornähmen mit heiligem Gewicht; es ginge uns bald wie Rab Josef, dem Sohne R. Josuas b. Levi, der glaubte, eine umgekehrte Welt zu sehen, als ihm ein Blick in die Welt des wahren Seins (~TH3 gegönnt wurde (Pesachim 50 a). Ob wohl so manches schlichte Minjan auf der göttlichen Wage nicht vollwertiger befunden wird, als so viele prunkvolle, allen ästhetisierenden Tendenzen entsprechende gottesdienstliche Veranstaltungen? Oder sehen wir uns einmal die geräuschvolle Art an, in der zuweilen in unserer Zeit Wohltätigkeit getrieben wird, mit großen Festen, großen Reden — und dagegen das einfache anspruchslose und dabei so allseitige (imuilim eliesiHl unserer Altvordern. Das ist keine Frage: wo es sich um die Abwägung nach heiligem Gewicht handelt, da kann nicht so sehr das Was als das Wie in Betracht kommen. Hier ist die 2b” OjIID, die Gesinnung alles, hier gilt: der Reiche kann nicht mehr, der Arme darf nicht weniger geben. Müßte nicht so manche Darstellung der jüdischen Geschichte revidiert werden, wenn Auswahl und Beurteilung des Stoffes einzig und allein besdiekel liakamlesch vorgenommen würden? Denn, das ist sicher, wer Geschichte schreibt, der kann aus der Unsumme des tatsächlich Geschehenen nur den geringen Teil dessen aufnehmen, was ihm bedeutsam scheint, und er muß zur Bewertung von Ereignissen und Persönlichkeiten einen Maßstab haben. Was aber sehen wir? Als Höhepunkte in der jüdischen Geschichte werden zumeist nur die Momente angesehen, in denen es Israel nicht am äußerlichen Glanze gebrach, und doch sollten nur die dafür gelten, in denen das Volk Gottes seiner Bestimmung möglichst nahe kam: ein Reich von Priestern und ein heilig Volk zu sein. Wie müßten die Götzen des Tages schwinden, wie würden bei Erziehung der Kinder die Erziehungsgüter nach ihrem wahren Werte abgeschätzt und abgestuft werden, wenn Bewunderung und Abweisung lediglich mit heiligem Gewicht abgewägt würden. Wir würden aufhören, nach buntem Schimmer zu greifen und unsere Ideale bei der großen Menge zu suchen, wir würden bald des Propheten Mahnung verstehen und beherzigen: „Ihr müßt nicht alles das eine Verursachung nennen, was dieses Volk Verursachung nennt." (Jes. 8, 12.) Gewiß, ein wahres Heiligtum ist unser Leben nur dann, wenn das ganze Fundament, auf dem es ruht, die Prüfung auf vollwertiges, heiliges Gewicht aushält. Schwarz- Sulz. „Die Juden in Krankreich." ii. Der Zerfall des religiösen Lebens unter den Juden in Frankreich wird in dem obengenannten Artikel Taverniers

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