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Das jüdische Blatt · 1913-02-07 · 6 (7.2.1913) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
6 (7.2.1913)
Date
1913-02-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Das jüdische Matt Nr. 6. Schließlich waren wir beim Ministerpräsidenten (und Minister des Aeußern) Geschow. Am Donnerstag abend um 7 Uhr hatten wir zusammen mit Dr. Ehrenpreis eine Privataudienz bei der Königin. Sie empfing uns außerordentlich wohlwollend und liebenswürdig und gab uns in einer halbstündigen Audienz für unsere Arbeit, die sie in jeder Weise zu unterstützen versprach, schätzenswerte Anregungen und Winke. Es sei auch erwähnt, daß sie sich sehr lobend über den Patriotismus und den Opfersinn der bulgarischen Juden ausgesprochen hat und Herrn und Frau Rabbiner Dr. Ehrenpreis mehrmals besonders lobend erwähnte. Am Schluß der Audienz kam auch seitens der Königin die rumänische Judenfrage zur Sprache. Sie sprach freimütig und human über die Verhältnisse. Am Freitag wurden wir (wiederum Dr. Ehrenpreis, Dr. Nathan, Elkan Adler und Dr. Kahn) vom König in Audienz empfangen. Auch beim König war der Empfang überaus freundlich und wohlwollend. Der Monarch unterhielt sich mit uns über eine Stunde in sehr angeregtem Gespräch. Wir setzten auch ihm wie der Königin die Aufgaben auseinander, die die vereinigten jüdischen Organisationen gegenüber den Opfern des Krieges erfüllen wollen. Er dankte und versprach seine volle Unterstützung. Besonders interessierte den König das Schicksal Adrianopels. Er legte der Tatsache, daß fast ein Viertel der Bevölkerung Adrianopels aus Juden bestehe, große Bedeutung bei. Die Angaben über die Einwanderung der seiner Zeit vertriebenen Juden aus Spanien und Portugal nach der Türkei, die Beibehaltung ihrer Sprache usw. schienen ihm von großem Interesse zu sein. Der König versicherte wiederholt, daß alle Juden in seinem Reiche auf sein Wohlwollen rechnen könnten und völlig gleichberechtigt behandelt werden und behandelt werden sollen. Unsere Aufgabe in Sofia ist erledigt. Wir kommen zum zweiten Teil unserer Aufgabe, die uns auf das Gebiet des Kriegsschauplatzes selbst führt, wo wir mehr als bisher die Verheerungen und Ausschreitungen während des Krieges mit eigenen Augen sehen werden und unsere Eindrücke und Informationen in Sofia persönlich nachprüfen können. Saloniki und Nachbargebiete. (Zweiter Bericht, datiert vom 27. Januar 1913.) Die Delegierten besuchten persönlich den Kriegsschauplatz; sie begaben sich nach Uesküb, Monastir, Karaferia und Serres. Durch ortsansässige Vertrauensleute wurden ferner die einschlägigen Verhältnisse in Castoria, Strumitza, Jstip, Drama und in anderen kleineren Plätzen untersucht. Die allgemeine Sicherheit war zur Zeit des Berichts der Kommission, der vom 27. Januar datiert ist, zufriedenstellend; die Schädigungen durch den Krieg und seine Folgen waren aber groß. Die Delegation setzte, um die rationelle Durchführung des Hilfswerks zu sichern, soweit erforderlich, Komitees ein. Für Saloniki wurden außer den bisher gesammelten Geldern noch Fr. 18 000 bewilligt und ferner Fr. 10 000 für eine Darlehenskasse zur Verfügung gestellt, falls am Ort ebenfalls 10 000 Fr. für diesen Zweck aufgebracht werden. Es wurden alsdann noch bewilligt für Monastir Fr. 3500, Strumitza Fr. 1000, Serres Fr. 1500 und Caraferia Fr. 500. Die Festung Janina, die zurzeit noch von Belagerungstruppen eingeschlossen ist und wo großer Mangel an Lebensmitteln herrscht, erfordert besondere Vorsorge, die auch, wie entsprechend für Adrianopel, seitens der Delegation für den Augenblick getroffen worden ist, in dem die Belagerung ihr Ende erreicht hat. Es werden zunächst 1000 Fr. für Janina bereitgestellt. Wie die Delegierten in Sofia Unterredungen mit dem König und der Königin von Bulgarien gehabt hatten, durch die ihnen die Durchführung ihrer humanitären Aufgaben erleichtert wurde, so wurden sie auch vom König Georg von Griechenland in Saloniki in Audienz empfangen. Der König nahm eine freundliche Haltung an und stellte Berücksichtigung der vorgebrachten Wünsche in Aussicht. Die Kommission reiste von Saloniki über Kawalla und Dedeagatsch weiter nach Konstantinopel, wo sie Ende Januar eintraf. Hilfe für die infolge des Krieges in den Knllronlnndeen notleidenden Inden. Weitere Spenden sind eingelaufen: I. R. in L. 15 M. — Gemeinde Hüttenbach durch Dr. Mannes M. 23,30. Sammlung in der Gemeinde Imlingen, gesandt durch H. Kantor S. Moyse 18,50 M. — Bei Rabbiner Bloch in Mülhausen eingelaufen: Anonyme aus Brüssel 20 Frs. Von Herrn u. Frau Borach-Neubreisach bei Gelegenheit der Verlobung ihrer Tochter Cecile mit Herrn Salomon Woog, Markolsheim, für einen wohltätigen Zweck 20 M. Sa Wochenkalender. 1913 5673 Sabbat 8. Febr. 1. Adar m 'ff ♦norm Sonntag 9. „ 2. „ ■wdd eröffn 'odo Montag 10. „ 3. „ Dienstag 11. „ 4. „ Mittwoch 12. „ 5. „ Donnerst. 13. .. 6. „ Freitag 14. „ 7. „ Gebelszeilen. (Freitagabend) Ansbach. . 5 U. o.) 6 U. 02 Basel . - -. . 5 U. M 6 U. 23 Für«;. . 5 U. 15 6 U. 05 Metz. . 5 U. M 6 U. 20 Mülhausen. . 5 U. 30 6 U. 20 München: Synagoge Herzog-Maxstr. . . 5 U. oo 6 U. 02 „ Herzog-Rudolfstr. . 5 U. io- 6 U. 05 „ Müllerstraße. . . 5 U. io 6 U. 05 Nürirberg: Synagoge Essenweinstraße . . 5 U. io 6 U. 04 Stratzburg: Synagoge Kleberstaden . . . 5 U. 30 6 U. 20 „ Kageneckerstraße . 5 U. 30 6 U. 20 Stuttgart. . 5 U. oo 6 U. 11 (Amtswoche: Bezirksrabb. Dr. Stößel.) M Aamitiennachrichlen. I __, 11 dh (Mitteilungen für diese Rubrik werden -- kostenlos ausgenommen.) . Geborene: Eine Tochter, Karl Kahn, Saarburg. — Eine Tochter, H. Wolodarsky, Zürich. — Andre, S. v. Rene Vormus, Dieuze. — Eine Tochter, Sydney Landau (Hannover)—London. — Ein Sohn, Rudolph Wittelshöfer (Steinberger)—Colmberg. Verlobte: Paul Schwab, Diemeringen, u. Rosalie Leoy, Winterthur (Schweiz). — Fanny Falk, Diemeringen, u. Lucien Levy, Saarburg. Made-

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