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Das jüdische Blatt · 1913-01-24 · 4 (24.1.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
4 (24.1.1913)
Date
1913-01-24
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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f Nr. 4. Das füdtfche Statt. 11 Richtige Ratseliosimgen: Leopold Lehmann von Dauendorf in Lausanne. — Julien Lemmel, Straßburg. — Marguerite u. Robert Levy, Hirsingen. — Albert Weil, Mittelschüler, u. Ferdinand Marx, Gymnasiast, Zabern. — Renee u Georges Weill, Kürzel (Lothr) (allerdings fehlte die Silbe „äun"; so wird's wohl stimmen!). — Martin Lazarus, Rothbach: an sich mögliche Lösung, stimmt aber nicht in unserem Fall. 7S7 rmsn n-nynn npn ^7 rapn rmn 71&7 üjb *030 o^n nt nv □Dnn n rinnn rann w"pn Kb 77 r\i)n pp nnp :v,nr> ro mns . “ipn "7 .i'P; rmn ^27 □pron zwvh mn bj DD^n snnsn npn dk nwb wm wüü/n dji 7 nnr Aücheröesprechung. Vom Herbst zum Frühling. Erzählungen von Heinrich Einstädter. Verlag A. I. Hofmann, Frankfurt a. M. Dieses prächtige Merkchen bringt uns verschiedene Erzählungen, an welchen die Kinder ihre Freude haben werden. In anschaulicher und fesselnder Meise werden uns Geschichtchen vorgetragen, die mit den jüdischen Feiertagen in Beziehung stehen. Mahre Gemütstiefe und echt religiöses Gefühl sprechen aus den Darstellungen. Es ist dem Verfasser auch hier wieder trefflich gelungen, die Personen nach ihrem Denken und Fühlen so lebendig zu schildern, die Verhältnisse so anmutig und treu darzustellen, daß die Lektüre des Buches nicht nur für das Kind, sondern auch für den Erwachsenen ein Genuß ist. Ganz besonderen Reiz bieten die Erzählungen auch noch deshalb, da die ganze Darstellungsweise und die Auswahl des Stoffes dem Wesen und dem Gedankenkreis der Kinder entsprechen, so daß diese mitfühlend in die Geschichtchen sich vertiefen werden und mitunter die Schilderung eigner Erlebnisse vorzufinden glauben. Der schlichte Ton des Erzählens und die liebevolle Kleinmalerei verraten das pädagogische Geschick des Verfassers, der es versteht, das Kind in angenehmer Weise zu belehren und das Gemüt seiner Schutzbefohlenen ganz diskret zu beeinflussen. So kann das Buch aufs beste empfohlen werden, und sein Erscheinen wird überall mit Beifall begrüßt werden. B. Der Kolbstnder. Zu Paraschat Zilro. Unsere Weisen sagen, daß nur die zwei ersten Gebote von Haschem jisborach gesprochen worden sind. Denn nachdem die Kinder Israels diese gehört hatten, entfloh ihre Seele und erst auf das Gebet Mofchehs hin, kehrten ihre Seelen wieder in ihre Körper zurück. Hierauf mußte Mofcheh ihnen die anderen Gebote mitteilen. Jedem Denkenden wirft sich hier die Frage auf: Mofcheh hat doch auch alle Gebote, ja die ganze schriftliche und mündliche Lehre auf dem Sinai vernommen, wieso konnte er dies ertragen? Ein Gleichnis soll uns die Antwort darauf geben. Ein Mann pflegte alltäglich mit einem Kärrnchen weißen und gelben Sand in die Stadt zu fahren, auf den Straßen rief er aus, daß er Sand abzugeben habe; die Leute kamen und kauften und so ernährte er sich kümmerlich. Den Sand beschaffte er sich in herrenlosen Sandbrüchen, die unweit der Stadt sich befanden. Eines Tages grub der Mann wie stets in den Brüchen nach Sand, plötzlich kam er mit der Schaufel auf einen harten Gegenstand und siehe da, mehrere große Klumpen Gold zeigten sich dem erstaunten Auge des Sandmannes. Je mehr er grub, desto mehr fand er. Aber große Sorge bereitete ihm das Unterbringen dieses kostbaren Schatzes. Zunächst nahm er den Sack, in dem er das Stroh für fein Pferd mitzuführen pflegte, und füllte diesen mit Gold. Dann zog er seine grobleinene Schürze aus und wickelte auch hierin feine Klumpen ein, auch in den Wagen unter den Sand brachte er verschiedene Stücke. Auch wurde alles Papier, das er bei sich hatte, zum Einwickeln des gleißenden Metalles verwendet. Nun wartete er bis spät in der Nacht. Denn bei Tag fürchtete er, man könnte das viele Gold durchblinken sehen und ihm entreißen, bei Nacht aber, so meinte er, vermute niemand bei dem armen Sandmann so kostbare Dinge. Er kam deshalb viel später nach Hause als gewöhnlich und die Frau schimpfte gar sehr mit ihm wegen seiner Verzögerung und wollte ihn nicht hereinlassen. Da nahm er den Sack mit Gold, warf ihn durch das Fenster, daß der Sack auf den Fußboden fiel und platzte und all das Gold zum Vorschein kam. Als die Frau das viele Gold sah, erschrak sie vor Freude so heftig, daß sie starb. Einige Leute, die dazu kamen, sagten: Merkwürdig, daß der Mann nicht vor Freude gestorben ist, als er das Gold fand. Ein kluger Mann antwortete ihnen darauf: Der Mann hatte nicht die reine volle Freude wie die Frau, denn die Sorge, die er hatte, sich die nötige Verpackung für das Gold zu verschaffen, trübte ihm die Freude und erhielt ihn so am Leben. Die Frau sah aber nur das Gold, das konnte sie nicht ertragen und so fiel sie der großen reinen Freude zum Opfer. Aehnlich war es mit Mofcheh und den Kindern Israel. Mofcheh sah auf dem Berge Sinai die ganze schriftliche und mündliche Lehre, und die Sorge erfüllte ihn, wie wird mein Volk all das halten und ausüben können. Seine Freude war nicht vollkommen und er blieb am Leben. Die Kinder Israel aber sahen nur die ersten beiden herrlichen Gebote, das lautere Gold, und ihre Seele entfloh vor der großen Freude. 0. L. Kaß und Lieöe. Eine Erzählung aus der Zeit der ungarischen Freiheitsbewegung. Von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) „Ach, Lazarusleben, sitzest Du endlich in der Klemme, hat man Dich gepackt, reicher, angesehener Mann?" begann Feitel mit heiserer Stimme. Er war noch zu weit entfernt und zu aufgeregt, die zusammengesunkene Gestalt zu erkennen. „Der Tag der Rache ist da, die Stunde der Vergeltung gekommen, wo ich Dir tausendfach das bittere Herzleid vergelten kann, das ich durch Dich gelitten. Ich habe auf diesen Augenblick gelauert, wie man auf seine Seligkeit, auf die Stunde der Erlösung hofft. Du hast mich ins Elend gebracht, Du hast mich zum Bettler gemacht. Deinetwegen hat sich seit fünfundzwanzig Jahren das Unglück, die Armut an meine Fersen geheftet. Das war Dir noch nicht genug. Du hast Dir durch Tücke und Schmeichelei auch meinen Sohn zum Freunde gemacht und ihm den Vater in einen Feind verwandelt; Du hast mir ihn abtrünnig gemacht, indem Du ihn mit Deinem Gelde, Deiner Tochter, locktest. Das war Dein letzter Streich. Du hast keinen Tag mehr zu leben, und Dein schönes Töchter-

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