Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 3 (17.1.1913)
- Date
- 1913-01-17
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3. Das jüdische Statt. 13 laufen? So willkürlich durfte und konnte er doch nicht handeln! Er würde ihn gewiß ins Lager bringen und ihn dem Kriegsgerichte übergeben, wie es das Gesetz befahl. Unwillkürlich trat der Doktor zum Fenster, es war fest vergittert. Er ließ sich auf eine Bretterkiste nieder, die davor stand, verschränkte die Arme und blickte in die dunkle Nacht hinaus. Wenn seine Mutter wüßte, wo er sich befand, „arme, arme Mutter", dachte er, „ich habe schlecht gegen Dich gehandelt. Dir gelobte ich meine Jahre, hatte ich das Recht, mit Deinem Gute so leichtsinnig umzugehen?" Er drückte seine Hände auf die Schläfe, die furchtbar zu hämmern begannen. Das Licht einer Laterne schimmerte durch die Scheiben. Stimmen nahten sich der Türe. Der Doktor erkannte eine, und sein Herz schwoll auf in Zorn und Entsetzen. Er wendete der Türe den Rücken und verhüllte das Gesicht mit den Händen; die Stimme bereitete ihm unendlichen Schmerz. Ein Schlüssel wurde umgedreht, die Türe ging auf und Feitel mit einer Laterne in der Hand trat ein. Zwei Männer blieben draußen in dem Flur. Jonathan machte keine Bewegung; er schien zu Stein geworden. Lauernd wie eine Katze schlich der Hausierer näher. Sein Gesicht glich eher einer Hyäne als einem Menschen. Der Doktor vergrub so tief seinen Kopf, daß er fast in den Händen verschwand. (Fortsetzung folgt.) Nach Schluß der Redaktion eingetroffene Nachrichten. j Zürich. Vor einem zahlreichen Auditorium sprach letzten Sonntag im großen Saal des blauen Seidekhof Herr Jsak Rhein über Wege und Ziele der Agudas Jisroel. Es würde zu weit führen, hier den Inhalt des vorzüglich ausgearbeiteten Referats, welches auch seine Wirkung nicht verfehlte, wiederzugeben. > Hervorgehoben sei nur, daß der Referent diese neue Bewegung I ebenfalls als eine nationale betrachtet, die sich aber wesentlich vom Zionismus unterscheidet, da sie streng mit der alten Ueberlieferung ' verknüpft ist. und nur m i t und f ü r die Thora ihre Existenzberechtigung habe. Mit Recht bemerkte der Redner, daß die nationale i Idee allein noch lange nicht ausreiche, vom Abfall zurückzuhalten,; denn wem in der Welt würde es einfallen, beispielsweise einen! Deutschnationalen, der seine Nationalität aufgibt, um Schweizer-! biwger. zu werden, für charakterlos zu halten. Anders aber ist es,! wenn man eine religiöse Ueberzeugung und ein altüberliefertes j Erbgut aufgibt, um eine materielle oder soziale Besserstellung zu erreichen. Die Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft und be-! teiligten sich daran die Herren: Eh. D. Eiß, Rom, Messinger Krupernik, Berkowitz, H. Rom, Ucker und Rueff. Auch einige! Neuanmeldungen sind zu verzeichnen. I Geschäftliche Mitteilungen. Was uns not tut. Wie stählen wir unfern Körper, wie können wir uns jene Frohnatur erhalten, ohne die das Leben schal und leer ist. Wir wissen, daß zur Erhaltung kräftiger Nerven kräftige Nahrung vonnöten ist, aber wir wissen auch, daß unsere Lebensmittel vielfach nicht imstande sind, das Quantum von Energie so schnell zu ersetzen, wie es in unsrer raschlebigen Zeit verbraucht wird. Deshalb hat die Wissenschaft seit Jahren nach künstlichen Mitteln gesucht, die in relativ kleinen Mengen verhältnismäßig große Quantitäten blutbildender Substanz bergen, die fähig sind, den Körper frisch und gesund zu erhalten, ihn zu ertüchtigen. Den Vorzug verdienen immer solche Erzeugnisse, die ihren Extrakt pflanzlichen Stoffen entnehmen. Das ist der Fall bei Dr. R o o s' Krastnahrung „S a n o b a n", das die wirksamen Bestandteile des Malzes und der Banane in natürlich konzentrierter Form enthält, also frei ist von allen tierischen Zusätzen. Der altbewährte Malzextrakt in konzentrierter, wohlschmeckender, fester Form wirkt in dieser Verbindung belebend und kräftigt den Körper in bedeutendem Maße. Die Banane aber, der zweite Komponent des „Sanoban", enthält die natürlichen Salze der Muttermilch, Salze, die für den Aufbau des Körpers eine so gewichtige Rolle spielen. Das „Sanoban" vereinigt demnach blutbildende und nervenstärkende Energien; es ist dabei wohlschmeckend und leicht verdaulich, kurz, ein Nähr- und Kräftigungsmittel allerersten Ranges. „Sanoban" ist für jedermann erschwinglich; man erhält es in Qriginaldosen von 1,20 cM, 2,75 dl und 5 Ji in allen Apotheken und Drogerien usw., sowie direkt von Dr. I. Roos, Frankfurt a. M. 2. Nam o - Enthdarangspülver wirkt tadellos und riecht angenehm. Chem. Labor. 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