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Das jüdische Blatt · 1913-01-03 · 1 (3.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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12 Das Mische Klatt Nr. 1. „Wenn wir nur in keine Falle geraten", sagte der Offizier zu dem Grafen. „Man hat in einem aufrührerischen Lande genug Beispiele davon. Wenn Dir der Jude eine falsche Nachricht gebracht hat?" „Kannst ruhig sein, auf Feitel, den Hausierer, kann ich mich verlassen. Wenn der sagt, Lazarus hält mit den Proviantwägen gegen die zehnte Stunde am großen Kreuzwege, so kann ich es beschwören. Du mußt wissen, daß dieser Lazarus sein Todfeind ist und daß er ihn verderben will aus jeden Fall. Lazarus liefert den Aufrührern Waffen und Lebensmittel. Wir müssen seiner habhaft werden. Was ihn erwartet, kannst Du Dir denken." „Wenn er Dir aber falsch die Stunde angesagt hat?" „So mache ich kurzen Prozeß und lasse den: dummen Hausierer eine Ladung Pulver zukommen. Ein Judenleben wiegt doch nicht soviel, daß man sich den Kopf darüber zerbrechen sollte." Dem Doktor erstarrte das Blut in den Adern. Sein Bater hatte Lazarus denunziert, das ging aus dem Gespräche klar hervor und das war die Jagd, des Juden habhaft zu werden. Eine eisige Kälte schüttelte einen Moment die Glieder des jungen Arztes; doch bald brachte ihn die Gefahr, in der Lazarus schwebte, zu sich. Er mußte gewarnt werden, aber wie? und durch wen? Jetzt durfte er das Versteck nicht verlassen und wenn die Reiter einen großen Vorsprung gewannen, war Lazarus verloren. Der Graf sagte: am großen Kreuzweg, am Saume des Waldes. Er kannte den Weg sehr gut, doch wie früher hingelangen? Er suchte sich zu beruhigen, daß Lazarus vielleicht nicht -selber den Proviant begleiten werde, was war aber da gewonnen? Wenn Lazarus jetzt glücklich entkam, war Feitel verloren. Der Graf war fähig, so was auszuführen. „War es doch nur ein Jude", hatte er gesagt. Wo war da ein Ausweg aus diesem schrecklichen Dilemma? Wenn er nur das Gebüsch hätte verlassen können! Dem Doktor rann der Angstschweiß von der Stirne. Plötzlich ereignete sich ein Zufall, der ihn aus seiner peinlichen Lage riß. Die Reiter hatten kaum dreißig Schritte gemacht, als sich das Pferd des Obersten scheute, über einen am Boden liegenden Baumstamm hinüberzusetzen. Der Graf zwang es, indem er ihm die Sporen eindrückte. Das Pferd bäumte sich, warf den Reiter weit aus dem Sattel und jagte laut wiehernd und mit den Hinterfüßen um sich schlagend, auf den Weg zurück, den es gekommen. Diesen Augenblick der Verwirrung benutzte der Doktor. Er drückte seinem Pferde ebenfalls die Sporen in die Weichen und jagte wie der Sturmwind davon, erst einen weiten Kreis beschreibend, dann die Straße erreichend, die von Gebüsch und Bäumen begrenzt war und in der Dunkelheit verschwindend. Es wurden ihm zwar einige Kugeln nachgesandt, die jedoch in der Luft versausten. (Fortsetzung folgt.) Geschäftliche Mitteilungen. Erbitterte Feinde des Menschen sind die in ihrer verderblichen Wirksamkeit von der Wissenschaft immer mehr beleuchteten Bakterien, die in unermeßlichen Scharen jeden Augenblick unser Dasein umlauern. Ihnen gegenüber ist der Mensch fast nur auf die Abwehr dadurch angewiesen, daß er ihnen möglichst wenig Angriffspunkte bietet, und das sind vorzüglich offene Wunden usw. Oft bringt es jedoch der Beruf mit sich, daß man sich bei aller Vorsicht eine Verletzung zuzieht, und da ist es dann ein Gebot der Selbsterhaltung, für schleunige Beseitigung der Wunde zu sorgen. Hierbei ist es von Wert, sofort ein geeignetes Heilmittel an der Hand zu haben, und als solches ist wegen ihrer vorzüglichen Eigenschaften die allbewährte Rin o-Salbe sehr zu empfehlen. Rino-Salbe heilt Geschwüre und Abszesse mit derselben überraschenden Leichtigkeit und Schnelle wie Wunden und Hautverletzungen aller Art, und hat dabei, weil völlig frei von schädlichen Bestandteilen, keinerlei schädliche Nebenwirkungen. 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