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Das jüdische Blatt · 1913-01-03 · 1 (3.1.1913) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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TRefcb und Ausland: Lettungspretslllte. Kapern: Lettungsnummer 546. Geschäftsstelle: - M. DuMont Schauberg, Strahbnrg i. Elf. - Vertretung für Bayern und Württemberg: Max Eichinger, König!. Hofbuchhändler, Ansbach (Bayern). Zu beziehen: Durch die Geschäftsstelle; außerdein in Stratzburg durch die Elsässische AktiengeseNschaft vorm. A. Ammel. In Basel durch I. Nordmann. Schiitzenstratze 36. In Zürich durch A. Tchncidcr. Badenerstraße 123. Bezugsbedingungen: Pro Quartal per Post 75 Pfg. (exkl. Zustellungsgebühren), per Streifband M. 1.25. In Frankreich unter Streifband 2.50 Fr. das Vierteljahr, 10 Fr. das Jahr. In der Schweiz per Post 4 Fr. das Jahr ohne Bestellgeld, unter Streifband 10 Fr. das Jahr. In Qesterreich per Post 4 Kr., per Streifband 9 Kr. das Jahr. In England 2 Schilling, Amerika 50 Cents per Vierteljahr. -Inserate nach Tarif.- Abonnements nimmt jede Vottanaalt entgegen. IV. Zabrgang. Ansbacb-Ltrntzburg, 3. Zanuar 1913, 24. Tewes 5673. Nr. 1. Inhalt. Leitartikel: Das Alte. — Generalversammlung der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. — Delegiertentag des Verbandes der Sabbatfreunde in Berlin. — Von der Agudas Israel. - Deutschland. — Aus aller Welt. — Kleine Notizen. — Hilfe für die infolge des Krieges in den Balkanländern notleidenden Juden. — Wochenkalender. — Gebetszeiten. — Rätsel-Ecke. — Bd.cs kästen. — Familiennachrichten. — Haß und Liebe. Geschäftliche Mitteilungen. — Inserate. ■ Aas von Dr. D. Anselme. „Als des Volkes Heiligtum noch stand, da wandte man sich, wenn man Aufklärung brauchte, an die Alten; denn so r.nßt es in unserer heiligen Lehre: Frage deinen Vater, und er wird es dir künden, deine Alten, und sie werden es dir sagen." Hast du die neuen Heiligtümer gesehen? Dort herrscht umgekehrte Sitte: „Welcher Weg, glaubst du, führt zum Erfolg, mein Sohn? Bist du der Ansicht, daß man heutzutage auf Koscher und Trephe nicht mehr achten kann? Meinst du, ein Mensch, der auf kaufmännischen Geist Anspruch niacht, muß den Schabbos beiseite werfen? Wir wollen deinem Glück, mein liebes Kind, um alles in der Welt nicht im Wege stehen." „Du meinst, meine liebe Tochter, daß heute die Frau nicht mehr ins Haus gebannt werden darf? Daß Abrahams Antwort: „Sie (Sarah) ist im Zelt!" unmodern? Die Frau muß so gut wie der Mann am politischen und geistigen Leben teilnehmen, glaubst du? Du weißt zwar, daß sich wohl bald mehr wie ein Mann finden dürfte, der sich freuen würde, zusammen mit dir einen jüdischen Haushalt zu gründen. Aber du bist überzeugt, du würdest dein „Ideal" doch nicht finden? Du willst studieren? — Gut, meine liebe Tochter." Hörst du die zitternden Fragen, die ungeduldigen schneidigen Antworten? Du stehst vor neuen Heiligtümern, die die Aufschrift tragen: Geld, Einfluß, Macht. In diesen Heiligtümern, siehst du, da fragen die Alten die Jungen. Wende dein Auge vom Getümmel des Lebens zur Stätte, wo man Weisheit lehrt. Du weißt doch, an allen diesen Anstalten gibt es ein „Katzenbänkchen"? Darf ich dir die armen Platzinhaber desselben vorstellen? Raschi, Ramban, Raschbo! Bei. solchen Schülern scheint besondere Zartheit schlecht angebracht. Hast du gehört? „Alte Schmöker"! wirft man ihnen eben an den Kopf. Doch was entdeckst du da? Namen, die an die Lehrer des Talmud erinnern! „Rowo, was willst du?" Die ängstlich gehobene Hand sinkt. Der Schüler beginnt zu reden. Aber seine Summe erstick! mckcr dem Schelten des Lehrers. Wir hören nur ein undeutliches i'.murmel: „Suchet den Ewigen, da ihr ihn findet." Weithin aber küngt vom Katheder das Wort: „Wa^ wißt ihr Allen von wisse-ischastücher Kritik. Ja, wenn ihr von Gesetzen redet, dann seid ihr die berufenen Erklärer. Aber was ihr sonst zusammenphantasiert, ist im besten Fall — Symbol, Poesie. Verlassen wir diesen eigentümlichen Lehrsaal, wo zur Hälfte der Zeit die Schüler, Lehrer, und zur andern Hälfte die Lehrer Schüler sind. Ich hätte dich noch in andere Heiligtümer führen können. In jenes Gebäude dort z. B., wo vom hohen Portal das Wort „Richtlinien" weit hinaus ins Land blinkt. Aber jenen Heiligtümern geht das jüdische Gepräge gar zu sehr ab. Und sie haben mit den vorerwähnten nur das eine gemein, daß auch dort die Jungen Lehrer der Alten. Als des Volkes Heiligtum noch stand, da wandte man sich, wenn man Rat brauchte, an die Alten; denn es heißt in unserer heiligen Lehre: Frage deinen Vater, er wird es dir künden, deine Alten, und sie werden es dir sagen. Komm mit ins alte Heiligtum. Dort lauschen noch die Kinder den Worten der Eltern, hören Worte alter Weisheit, wenn es gilt, für den Lebensberuf sich zu entscheiden: „Die Fülle des Goldes" ist nicht allein das Erstrebenswerte. Wißt ihr, wie Gott einst Israel mit Gold überschüttete, bis sogar sie sagen mußten: Genug!, und wie dann anhob der Tanz ums goldene Kalb? Nein, es ist eine Lüge, daß Gold ruhig und glücklich macht. Nehmt das Vertrauen mit ins Leben, daß, der den Tag schuf, auch für seine Speise sorgt; daun wird nie die Stunde kommen, wo ihr sagt: Man kann heutzutage nicht mehr alles „halten". Dort legt der Vater seine Hand aufs Haupt der Tochter und erzählt ihr von Sarah, Rebekka, Rahel und Leah, wie dieses Mütter glaubten: Kol Kevoudoli bas Melecli Penimoli, Daß das Ideal der jüdischen Frau innerhalb ihres Hauses fUO brr'CK j INSTITUTE NEW YORK

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