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Das jüdische Blatt · 1911-09-22 · 38 (22.9.1911) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
II (1911)
Issue
38 (22.9.1911)
Date
1911-09-22
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Das jüdische Matt. Nr. 38. veröffentlicht in einer amerikanischen Revue einige Reminiszenzen aus seiner Botschafterkarriere. Straus war bekanntlich zweimal Botschafter in der Türkei; das erstemal unter der Präsidentschaft Clevelands. Aus dieser Zeit datiert die folgende Episode, welche das in Lawrence (Massachusetts) erscheinende „Journal" jetzt auffrischt. Mr. Straus machte damals in Begleitung seiner Frau eine Reise durch Palästina. Der damalige Gouverneur von Jaffa, ein bekannter Judenfresser, bot dem Botschafter und seiner Frau seine Karosse an. „Gerne würde ich die Ehre genießen, in ihrer Karosse zu fahren, und in ihrem Palais empfangen zu werden", antwortete Mr. Straus, „aber vor einer Stunde erfuhr ich, daß in ihren Gefängnissen Hunderte von Juden unschuldig schmachten, ich würde mich schämen, mit Ihnen, Gouverneur, durch die Straßen zu fahren, so lange diese nicht befreit sind". Die Gefangenen wurden befreit, erst dann machte Mr. Straus seine Visite beim Gouverneur. -i- ->- Jn Samarien wurden eine Anzahl Tontafeln ausgegraben, die Inschriften tragen, welche, nach einer Mitteilung der in Kairo erscheinenden Zeitschrift „Jlollntlnm", Korrespondenzen zwischen dem Propheten Elischa einerseits und dem König Achab und der Königin Jsebel andererseits enthalten sollen. Verbrennung des konstantinopler Judenviertels. Das Konstantinopler Judenviertel soll gemäß einer Zuschrift der türkischen Regierung an den OImclinm Oünim Xnlluin verbrannt werden. Da dieses Viertel aus alten morschen Häusern besteht, die wahre Seuchenherde bilden, und besonders die Cholera in diesen Häusern wahre Verwüstungen anrichtet, soll die Ausbreitung dieser epidemischen Krankheit dadurch verhindert werden, daß die Häuser des Judenviertels-geleert und dann verbrannt werden. Die Grundsteinlegung eines Vlinden-Jnstituts in Wolfhezen wurde durch die Königin von Holland vollzogen. In dieser Anstalt wird für Israeliten eine rituelle Küche eingerichtet werden. In Budapest verschied vorige Woche der Parnes der orthodoxen Gemeinde, Moses Freudinger, der erst vor einigen Monaten vom Könige geadelt worden war. Von tiefem talmudischen Wissen getragen, hat er auf die Fundierung seiner Gemeinde die nachhaltigste Wirkung ausgeübt. Die im Bau begriffene Synagoge und die Schule sind sein Werk. Obgleich er eine ausgedehnte, von Erfolgen reich gesegnete kaufmännische Tätigkeit entwickelte, fand er immer Zeit, sein Thorawissen zu vertiefen und sich den öffentlichen jüdischen Angelegenheiten mit viel Wärme und Glück hinzugeben. Sein lauterer Charakter verschaffte ihm weit über den Kreis seiner Gesinnungsgenossen hinaus Anerkennung und Achtung. Seine 79 Jahre trug er mit jugendlicher Frische, und die innige Zufriedenheit seines Wesens erfrischte jeden, der ihm nahe trat. Mit ihm scheidet eine hervorragende Persönlichkeit aus dem Leben des ungarischen gesetzestreuen Judentums. -!- * Die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden soll am Sonntag, 5. November, in Berlin und zwar im Neuen Königlichen Operettentheater (Kroll) abgehalten werden. Die jüdische Gemeinde in Berlin gibt für Kultus- und Ritualangelegenheiten 912 505 also fast eine Million, pro 1912 aus, ferner für soziale Zwecke 1 060 090 oK. Mtcheröesprechmrg. ^nnnrüro äes 1ieiiiv68 I8rrü4!te8 5672 pur H. Prague, üeäaetsur so ebek ckk8 ^rebiv68 I8ra.ölit68. Das ^nnuairs ist außer einem Kalender ein übersichtlich geordnetes Nachschlagebuch für alle die Kultusverhältnisse in Frankreich betreffenden Institutionen. Auch enthält es wertvolle Beigaben wie labieau ck'üonneur cku 1uäai8M6 kranya.i8, eine flott geschriebene Skizze: 1^6 Oluulelwn par Io Oranä Uabbin Hagenauer, ein schönes Gedicht: un 4ulk Honteux, pur A. Lipmann und als Einleitung eine Uevue de l'^nnöe, eine Übersicht über die die Judenheit interessierenden Ereignisse in den verschiedenen Ländern während des Jahres 5671. 0i»1en<lrier-4munrüre illuickro 5672 publis ck'ap>?68 1s8 inckieation8 äs8 ^88oeia.tion8 eullu6lle8 st äe8 0euvr68 pur E. Schneeberg. Dieser Kalender enthält eine erschöpfende Zusammenstellung aller jüdischen Gemeinden und Institutionen und deren Verwaltung in Frankreich, aber auch Belgien, Elsaß-Lothringen und die Schweiz sind vertreten. Die beigegebenen Abbildungen machen das Merkchen anschaulich. Eine für viele angenehme Beigabe werden die kurzen Vorschriften bei Sterbefällen und die Gelcgeuheitsgebete (lodiiiroch sein, die darin enthalten sind. Historischer Wochenkakender. 1. Erschaffung des Menschen. 3. Statthalter Gedalja getötet. Der letzte Rest der Selbständigkeit erlischt. 3. Starb R. Jsr. Lipschütz, Vers. d. Mischnahkommentars Tifereth Jisroöl. 3. Starb R. Seckel Löb Wormser (Baalschem) in Michelstadt 5608 (- 1847). 4. Starb R. Abr. Danzig, Vers, des Chaje Odom 5581 (^ 1820). 5. R. Akiba gefangen gesetzt (freiw. Fasttag). 7. R. Mosche Sofer in Frankfurt a. M. geboren. I)r. N. -i- * Eintritt des Neumondes NDA früh, kurz vor 9 Uhr. Taschlich erst am zweiten Tag. Montag O12 Fasttag. Wenn Minjan ausfastet, früh und zu NlDO; desgl. 1^^) als besondere Brochoh vom Vorbeter. (Der einzelne sagt es nur zu in Zu Maftir. und Von Freitag zu ab wird vor OH nicht mehr gesagt. cheöetszeiten 1. u. 2. Tischri 5672 23. u. 24. September 1911 Fefteingang Festausgang (Freitagabend) (Sonntagabend) Ansbach 6 U. 6 U. 55 Basel 6 U. — 7 U. 04 Fürth 5 U. 15 6 U. 45 Mülhausen 6 U. - 7 U. — München: Synagoge Herzog-Maxstr. 5 U. 45 6 kl. 44 „ Herzog-Rndolfstr. 5 U.. 45 6 U. 40 „ Müllerstraße 5 U. 45 6 U. 40 Nürnberg: Synagoge Insel Schütt „ Essenweinstraße 6 U. - 6 U. 45 6 U. - 6 U. so Strahl, urg: Synagoge Kleberstaden 5 U. 30 7 U. - „ Kageneckerstraße 6 U. — 7 U. 05 Stuttgart — U. — — U. -

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