Mannheim
Compact Memory

Das Abendland · 1868-11-15 · 22 (15.11.1868) · p. Seite 176

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Abendland
Volume
V (1868)
Issue
22 (15.11.1868)
Date
1868-11-15
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9050333-9094778-9051303--0989-9051311
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 176 wollen anzuordnen geruht, daß die Feierlichkeit der lieber- | reichung der Ordensdekoration durch den kgl. Bezirksgerichts-! direktor heute, als am 70. Geburtstage des Gefeierten, statt-! finden solle.! Triest. Dr. Formiggini von hier hat Dante's „göttliche j Comödie" in's Hebräische übersetzt. i Hamburg. I. A. v. Halle'sche Miethe-Unterstützungs-! Stiftung nennt sich ein Institut, das Frau Friederike v. j Halle Hierselbst zum Andenken an ihren vor einigen Jahren j verstorbenen Gatten, Joel Aron v. Halle, in's Leben gerufen! hat. Das dazu angewiesene Capital beträgt Beo. M. 50.000 | und von den Zinsen desselben sollen hiesige Einwohner ohne Unterschied des Geschlechts, die durch unverschuldetes Unglück in die Lage gekommen sind, ihre Miethe nicht bezahlen zu können, zur Zahlung derselben unterstützt werden. Diese Unterstützung soll in der Regel nur vorschußweise erfolgen, doch kann die Verwaltung auch einen einmaligen Betrag als Schenkung bewilligen. Damit die Stiftung nicht allzusehr in Anspruch genommen werde, so ist festgesetzt, daß nur Pei> sonen zu unterstützen sind, welche jährlich mindestens 300 M. zahlen, dagegen sind Alle ausgeschlossen, welche von irgend einer öffentlichen oder privaten Wohlthütigkeits-Anstalt Unterstützung erhalten. Die Verkeilung erfolgt zweimal jährlich, nKnlich zum l. Mai und zum 1. November. Schon zum diesmaligen bevorstehenden Miethtermin wird damit der Anfang gemacht. Zur Verwaltung der Stiftung hat Frau v. Halle die Herren Dr. med. D. R. Marburg, Dr. jur. I. H- Lührs und Dr. jur. John Israel ernannt. * Das Testament der verstorbenen Frau Fanni, geb. Hess, des bekannten Collecteurs Lazarus Samson Cohn nachgelassene Wittwe, wurde gestern im Rathhause publicirt. Die Verstorbene erklärt in ihrem Testament, daß nach dem Willen ihres verstorbenen Mannes der ans dem Steinweg belegene sogenannte „Hütcherhof" zu Freiwohnungen umgebaut werden solle. Von dem Mietheertrage der vorn belegenen Häuser soll die Stiftung erhalten werden, jedoch sollen nur ganz fromme jüdische Familien Nutznießer der Freiwohnungen sein. Außerdem werden der alten und neuen jüdischen Klause jeder Crt. M. 4000 vermacht. Ein seltenes Kunstwerk, eine kleine Thora-Rolle, erhält Herr Hirsch Berend Cohn, während die > werthvolle goldene Uhr des Lazarus Samson Cohn, seij nem Neffen, Herrn Jakob Cohn vermacht ist. Dem Testa- , mente zufolge darf das Lotterie- und Geldwechsler-Geschäft > von Lazarus Samson Cohn, so lange es unter dieser Firma I besteht, niemals Sonnabends geöffnet werden. , Metz. Unsere geehrten Leser haben gewiß von der fürchj terlichen Katastrophe, die vor zwei Monaten in einer Car- 1 tätschensabrik zu Metz sich ereignet, gelesen. In Bezug aus diese wird dem „(Courier de In Noselle" über zwei Glaubensgenoffinuen Folgendes geschrieben: Ich bitte Sie durch die Spalten Ihrer Zeitung das bewunderungswürdige Bej nehmen der Fräulein Adele und Regina Beer, Jsraj elitinnen, wohnhaft in der Straße Arsenal, zur allge- , meinen Kenntniß zu bringen. Sie waren die Ersten auf dem Platze der Verwüstung und blieben auch bis zuletzt. Aus Alles und Alle richteten sie ihre Aufmerksam'eit, die einen mit Oel begießend und die Wunden Anderer mit ihren eigenen Kleidern bedeckend. Mehr als 30 Vwwundete haben nur ihre Hilfe gehabt und sagten von ihren, „daß ihnen Gott Seinen Engel geschickt hat." Diese Zhatsache beweist, daß die Aufopferung bei allen Culten zu flirden ist." Bei eben dieser Gelegenheit hat die Administrative des jüdischen Hospitals sofort dem Commandanten der Stadt, General von Paladines, das jüdische Hospital urd dessen Personal zur Verfügung gestellt, was auch dankbarstchst angenommen wurde. Turin. Baron Jonas, früher ionischer Consul in Altona, spendete zum hiesigen Armenchhl eine bedeutende Summe. Der König zeichnete ihn in Anerkennu»q dieses wohlthätigen Aktes mit dem Kronenorder aus. Vom Herrn Guistalle aus Modena wurden dem hiesigen Rabbiner 5000 Livres zur Vertheilnng an jüdische Arme übermittelt, eine gleiche Summe wurde den christlichen Mohlthätigkeitsinstituten dieser Stadt zugewendet. Pari-'. Unser Glaubensgenosse Eugen Manuel ist zum Professor der Rhetorik am Collegium Rolliu etnannt worden * Wie man hört, soll Herr Cremieux von der lieberalen Bevölkerung des Distriktes „La Drome" als Vertreter in den gesetzgebenden Körper gewählt werden. Amsterdam. Herr Martin Coster wurde zum niederländischen General-Consul in Paris ernannt. * Herr Dr. Ottenburg hat vom Könige von Preußen den Orden der königl. Krone Preußens als Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Colonie in Paris erhalten. London. In London wird eine neue große Synagoge gebaut, die den Namen „central branche Synagoge" erhalten soll. Dieselbe wird 23.973 L. (28.7676 fl.) kosten, in welcher Summe die Baukosten für zwei Häuser für Angestellte enthalten sind. * Sir Moses Montesiore begibt sich nach Italien, um daselbst ineinem milderen Clima die Wintermonate zu verbringen. Derselbe ist nunmehr 84 Jahre alt; möge er noch recht lange der Welt erhalten bleiben. * Herr L. M. v. Rothschild hat der „All. Jsr." 400 L. (4800 fl.) zur Errichtung einer jüdischen National-Bibliothek übergeben. Außerdem hat derselbe versprochen, jährlich 10 L. (120 fl.) für diesen Zweck zu geben. Aus Warschau wird dem Pariser „Figaro" Folgendes mitgetheilt: „Vor Kurzem ist in Warschau der Bau des israelitischen Theaters vollendet worden, nachdem das früher erbaute wegen schwacher Construktion noch von seiner Eröffnung auf Befehl der Behörden abgetragen werden mußte. Das Theater, welches ungefähr 800 Personen faßt, ist sehr bequem eingerichtet und im Innern geschmackvoll decorirt. Im Theater werden die wichtigsten Episoden aus dem alten ^estnnrcnto t»-rptr» deutscher Sprache scenisch zur Darstel luna kommen. Das Schauspiel - Personal besteht aus über 30 Personen jüdischer Confession; die weiblichen Rollen werden von den jüngeren Mitgliedern des Personals gespielt werden." Crefeld. Die durch den Tod des sel. Bodenheimer erledigte Stelle eines Consistorial-Rabbiners, soll, wie man hört, durch Herrn Rabbiner Dr. Feilchenfeld in Düsseldorf besetzt werden. Damaskus. Wie wir bereits schon früher mitgetheilt, haben die Missionäre eine Mädchenschule in Damascus errichtet, die auch von circa 50 jüd. Mädchen besucht wurde, ohne daß diesem Mißbrauch von Seite der dortigen Rabbiner gesteuert wurde. In der That fanden die Missionäre, erzählt der „Libanon", ihre Bemühungen durch die schönsten Erfolge gekrönt, denn schon nach drei Monaten hatten die jüdischen Mädchen die christlichen Gebete erlernt. Erst nachdem ein Chacham aus Chalf, der sich vor Kurzem daselbst aufhielt, den Rabbinern und den Vorständen der Gemeinde harte Vorwürfe gemacht, wurde der Besuch dieser Schulen von Seiten jüdischer Mädchen strengstens verboten, welchem Verbote auch sofort von den Betreffenden Folge geleistet wurde. Das betrübende Factum hatte auch sein Gutes, indem nunmehr die Juden daselbst eingesehen, wie nothwendig es ist, daß sie ihre Mädchen unterrichten lassen. New-Aork. Gegenwärtig herrscht in New-Iork die Viehseuche. Eine große Anzahl Christen kauft nur Koscher-Fleisch und will nur solches essen. Die jüdischen Metzger haben dadurch sehr viel zu thun. — (Jew. Record.) Persien. Der bekannte asiatische Reisende Tscherni be richtet nach ihm zugekommenen authentischen Briefen . von neuen, durch den Schach von Perlen veranlaßten gräßlichen Judenverfolgung in Hamadan. Die europäische Vermittlung thäte sehr noth. (Hamagid.) Edinburgh. Hier wird eine neue Sonagoge erbaut. Druck von Rudo, M. Rohrer in Brünn.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.