Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 21 (1.11.1868)
- Date
- 1868-11-01
- Page
- Seite 168 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 168 — lung eines öffentlichen Gottesdienstes nicht erlangen konnten. Für diese sind nun ebenfalls die Schranken gefallen, sie werden nun gleichfalls ein Vaterland haben, und sich als Spanier fühlen. Wie die Zeitungen berichten wird bereits in Gerona zum Baue eines jüdischen Gotteshauses geschritten. Eibenschitz. Unser geehrter Herr Rabbiner, Dr. Oppenheim, ist zum Rabbiner zu Thorn in Preußen ernannt worden und wird nächster Tage seinen neuen Posten antreten. Prag. Der Mitarbeiter des „Tagesboten aus Böhmen", Herr Dr. I. Rosenauer, hat sich in einem Ansall von Trübsinn entleibt. Der Unglückliche, der 39 Jahre alt war, führte eine tüchtige journalistische Feder und besaß ein vielseitiges Wissen. Linz. Am 28. September fand im israelitischen Bethause der k. k. Haftanstalt für gebildete Sträflinge zu Süden in Oberösterreich eine religiöse Feierlichkeit seltener Art statt. Der gewesene Herausgeber der „allgemeinen österreichischen Handels-Zeitung", Herr Moriz Alois Goldschmidt, bekannt unter dem Schriftstellernamen Louis Sternau, trat daselbst zum Judenthume über. Von jüdischen Eltern geboren, wurde er im Jahre 1846 als kleiner Knabe mit seinen Eltern und seiner Schwester im Christeuthume ausgenommen, und nun kehrte er zu seiner angestammten Religion zurück. Mehrere hundert Gefangene unter Leitung des Verwalters der Anstalt wohnten der Feierlichkeit bei. Nach dem Morgengebete sprach Goldschmidt zum ersten Male den Segen über die Torah. Der hiesige Prediger Dr. Stern, der die Feierlichkeit leitete, hielt hierauf eine ergreifende Rede. Sodann betrat Goldschmidt selbst die Kanzel, hielt eine Abschiedsrede an seine christlichen Glaubensgenossen, in welcher er die Motive seines Uebertrittes darlegte. Die rührende Feier schloß mit eine^» von Goldschmidt gesprochenen Gebete für ^"TCl Und die Der Ks^-^rtth hat die bisher bestandene ^Krotoschin. (Preußen.) Die hiesige Jsraelitengemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr B. I. Levisohn, ein Mann von Bildung und Einfluß, hat in seinem 37. Lebensjahre das Zeitliche gesegnet. Der Verstorbene bekleidete außerdem mehrere Ehrenämter, er war Stadtverordneter, Mitglied der Schulcommission rc. Seiner Bemühung ist es zu verdanken, daß an der hiesigen höhern Töchterschule ein jüdischer aus städtischen Mitteln besoldeter Religionslehrer angestellt wurde. Die allgemeine schmerzliche Theilnahme gab sich bei seinem Leichenbegängniße kund. Die Honoratioren wie die sämmtlichen Einwohner der Stadt ohne Unterschied der Confession gaben ihm das letzte Geleite. Rabbiner Dr. Joel hielt die Leichenrede, die kein Auge thränenleer ließ. (Hamagid.) von 800 Francs den Zöglingen Kost, Wohnung, Wäsche undden Unterricht in allen Fächern bietet. Im Programm figu-, rirt merkwürdiger Weise (der Brüsseler Gemeinderath ist &e* kanntlich sehr liberal) ein Paragraph, worin es heißt: daß die nöthigen Vorkehrungen getroffen sind, daß am Freitag allwöchentlich den Zöglingen nur Fastenspeisen verabreicht werden sollen. Sobald der Rabbiner Dr. Aristide Astruc das Programm zu Gesichte bekommen, begab er sich zu dem mit der öffentlichen Unterrichtsfrage betrauten Schöffen und verlangte, daß man ebenfalls, sobald man der katholischen Religion Rechnung trüge, dies auch der israelitischen gegenüber thue um den etwaigen israelitischen Zöglingen den Vorschriften, ihrer Religion gemäß, ihre Speisen zubereiten lassen sollte. Alle Einwendungen, welche diesem rationellen Verlangen gegenüber von dem Anfangs sehr befremdeten Schöffen gemacht wurden, wies der jüdische Geistliche mit der Frage zurück: ob denn Brüssel, etwa ein specifisch katholisches Pensionat begründet haben wollte? Und zu guterletzt erhielt er denn auch die förmliche Zusage, daß, sollten die Eltern jüdischer Zöglinge es verlangen, dafür gesorgt werden würde, daß eine jüdische Köchin in vorgeschriebener Weise die Speisen bereiten würde. (Fr. I.) Rochester Montag den 6. October legte Herr Simon Magnus aus Chatam den Grundstein zu einer großen Synagoge für die hiesige Gemeinde, welche derselbe aus eigenen Kosten erbauen läßt. Die Baukosten werden sich im Ganzen auf 8500 L./(102,000 fl.) belaufen. (Israelit.) Bir«llngham. Hier verstarb der fromme wohlthätige Herr K. Marks. Sein Hintritt wir allgemein betrauert. D».' Armen verlieren an ihm eine kräftige Stütze. Er hin- .rsrließ mehrere fromme Legate, unter andern vermachte er 200 Pfund Sterling für die hie ige Synagoge und 100 Pfd. für die jüdischen Armen in Palästina. Bukarest. Dießmal scheint es der rumänischen Regie- »»«„3 fi, Q^tkoJtwavfoCgitrtgcvt et*t gU fk^eN. UCbCV Reklamation der k. k. österreichischen Regierung wurde eine strenge Untersuchung wegen der letzten Excesse in Galacz angeordnet, mehrere höhere Beamten, die sich bei dieser Gelegenheit fahrlässig zeigten, wurden abgesetzt, den beschädigten österreich. Unterthanen Ersatz zugesagt und Herstellung der zerstörten Synagogen versprochen. Briefkasten der Redaktion^ Löbl. Vorstand zu Brandeis: Richtig erhalten. Inserate. Frankfurt a. M. Ich erlaube mir einen historischen Fehler in der jüngsten Nummer des „Abendland" zu berichtigen. Der aus einer Handschrift mitgetheilte Prager Judenaufzug war nicht am 13. März 1741 sondern am 13. Mai 1716 bei der Geburt des Prinzen Leopold. Von diesem Aufzuge wurde eine Relation hier gedruckt und eine ausführlichere von 5',2 Bogen in Prag mit 3 Abbildungen. Schud- 4 Theil S. 240 ff. hat aus beiden das Interessanteste mit getheilt. Auch hier fand am 17. Mai wegen der glücklichen Geburt des Prinzen ein Aufzug statt, den Schudt ebenfalls nach der gedruckten Beschreibung und mit einer Abbildung mitgetheilt. — lieber den voltairischen Proceß hat Gräz in der Frankel'schen Monatschrift, Mai und Juni, ausführlich geschrieben und auch die Komödie „Tantale en proces“ auszüglich mitgetheilt. K. Brüssel, 8. October. Die Brüsseler Gemeindebehörden haben jetzt hier, dem Wunsche vieler Bürger entsprechend, ein communales Pensionat begründet, das dem Athenäum (Gymnasium) als Annex dient und zu dem billigen Jahrespreis Sara Kuh, geh. PJohn Ornamentenstickerei f. d. Synagoge in Prag. Kleiner Ring Nr. 457 — 3. Stock. Diese Firma, welche sich seit 40 Jahren wegen ihrer soliden und schönen Arbeiten des besten Rufes erfreut, wird nun nach Dahinscheiden meiner seligen Mutter Salomon Plohns Wittwe von mir fortgeführt und empfiehlt sich dem geehrten jüdischen Publikum insbesondere den löblichen Synagogenvorständen zur Anfertigung aller Arten von Ornamcutenstickererei für die Synagoge als: ÜD2Ö D1SS2 rons rmS2 und Thoramäntel nnd verspricht die schnellste und solideste Ausführung zur vollen Zufriedenheit der Besteller. Thoramäntel und Thoradecken ÜDDÖ sind zu jeder Zeit vorräthig. Druck von Rudolf M. llohrrr in Brünn.