Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- V (1868)
- Issue
- 16 (15.8.1868)
- Date
- 1868-08-15
- Page
- Seite 128 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 128 — diesen Artikel nicht aufmerksam gelesen zu haben, sonst würde er nicht das als Berichtigung hinstellen, was wir so deutlich gesagt haben. Wir sagten ja ebenfalls, daß Rabbiner Horwitz durch sein Wissen und seinen Charakter Geltung und Anerkennung zu erlangen wußte. R. * Am 2. d. Mts. wurde an der unter Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Placzek stehenden Religionsschule die öffentliche Prüfung abgehalten. Die Leistungen der Schüler und Schülerinen in allen vier Classen fielen zur vollen Zufriedenheit der zahlreich Anwesenden aus, und verdienen die Direction so wie die an dieser Anstalt verwendeten Lehrkräfte alle Anerkennung. Von der Schulsektion des Gemeindevorstandes, in deren Reffort die Anstalt gehört, waren der Obmann derselben, Herr Ignaz Wohlmuth und Herr Max Bum anwesend. Durch den neulich in unserem Blatte erwähnten hohen Statthalterei-Erlaß, nach welchem das Aussteigen der Schüler in eine höhere Classe der Volksschulen von einer guten Note aus der Religionslehre bedingt ist, wird hoffentlich die Anstalt an TheiUahme gewinnen. * Am 4. d. Mts. fand die öffentliche Prüfung am Institute des Herrn Mollerstepper statt, und können wir namentlich über die Leistungen in den deutschen Schulgegenständen, deren Prüfung wir anwohnten, unfern Beifall aussprechen. Als Lehrer wirken an diesem Institute außer dem Director, die Herren Freiberger, Schoßberger und Klima. Die ausgestellten weiblichen Handarbeiten zogen besonders die Aufmerksamkeit der zahlreich anwesenden Damen aus sich. * Von unserem geschätzten Mitarbeiter, Herrn Rabbiner Lichtschein in Austerlitz ist eine „Trauerrede für seinen unvergeßlichen Lehrer, Oberrabbiner Horowitz in Wien" erschienen. Die pietätsvolle Hochachtung des Schülers gibt der Rede einen Pathos der Wehmuth, der seinen Eindruck auf die Hörer nicht verfehlen konnte, und bei der allgemeinen Achtung und Sympathie, deren sich der tief betrauerte Verstorbene erfreute, auch auf die Leser dieser Trauerrede ergreifend wirken muß. Nach Art des frühern Hesped hat der Redner auch manche geistreiche Erklärung von Bibel- und Talmudstellen eingeflochten. Wien. Die Ovation, welche unserem allgemein geachteten Oberkantor, Herrn Prof. Sulzer, beim Schützenfeste von Seiten der Tiroler-Schützen zu Theil wurde, hat in hiesigen jüdischen Kreisen, abgesehen von dem Interesse, das an dem so geehrten verdienstvollen Manne genommen wird, wegen der bedeutungsvollen toleranten Kundgebung aus dem Lande der Glaubenseinheit, freudige Theilnahme erregt. Prag. Während allenthalben die Thätigkeit der Juden zur Hebung der Industrie und dadurch zur Blüthe des Landes rühmend hervorgehoben wird, gefallen sich die hiesigen nationalen Blätter darin, die Arbeiter gegen ihre jüdischen Fabriksherren zu Hetzen, und so zu ihren Zwecken die religiösen Vorurtheile der ungebildeten Massen auszubeuten. * Der Prediger der hiesigen Neu-Synagoge Dr. S. H. Sonneschein hat einen materiell sehr glänzenden Antrag nach New-Aork erhalten und denselben auch angenommen. Hr. Dr. Sonneschein wird schon demnächst Prag verlassen, weil er zu den bevorstehenden israel. Neujahrsfeiertagen, welche am 17. September beginnen, an seinem Bestimmungsorte eintreffen muß. —*l Von der von ihm redigirten und herausgegebenen „homiletischen Monatschrift" wird das Augustheft noch in Prag, die weiteren Hefte aber in New Jork erscheinen. Eger. Bei der am 5. d. M. stattgefundenen Wahl der Bezirksvertretung in Tauß aus der Gruppe der Höchstbesteuerten für Handel und Industrie wurde Herr Bernard Wetzler in dieselbe gewählt, was um so mehr der Beachtung würdig ist, als Herr Wetzler, der auch Mitglied der böhm.- jüdischen Landesrepräsentanz ist, die Stimmen der ultracechischen Wähler erhielt, während er als getreuer Anhänger der Verfassungspartei aus seinem politischen Glaubensbekenntnisse gegenüber seinen Landsleuten kein Hehl machte. Paris. Herr Josef Halevy, von der „Alliance israelite universelle" nach Abyssinien geschickt, hat seine Mission glücklich vollendet und ist bereits nach Frankreich zurückgekehrt. Herr Halevy hat in Abyssinien geschichtliche Dokumente ge* sammelt, und Verbindungen mit den dortigen Glaubensbrüdern angeknüpft. Ein junger Falascha begleitet ihn nach Europa. Neu-Orleans. Die israel. Wohlthätigkeits - Gesellschaft hielt am 31. Mai ihre Jahresversammlung. Aus dem Protokoll derselben erfahren wir, daß die Gesellschaft während des letzten Jahres nicht weniger als 18000 Dollars als Unterstützung an Arme und Kranke verausgabte, und daß sich gegenwärtig nicht eine einzige arme oder leidende jüdische Familie in New-Orleans befindet. Rio-de-Janeiro. Aus dem Sitzungsberichte des Central- Comite der Alliance israel. universelle in Paris vom 2. Jänner d. I. erfahren wir, daß in der Hauptstadt Brasiliens 3000 Juden wohnen. Da der Artikel 5 der Verfassung die katholische Religion als Staatsreligion erklärt und den übrigen Religionsgesellschasten nicht gestattet, daß sie sich durch öffentliches äußeres Zeichen kund geben, so ist es Israeliten verboten eine Synagoge zu erbauen und einen besondern Kirchhof zu haben, was die israel. Familien hindert, sich definitiv im Lande niederzulassen. Der Zweigverein der „Alliance" in Riode-Janeiro will nun der Kammer die Bitte vorlegen, ein Gesetz zu erlassen, welches die öffentliche Uebung des israel. Gottesdienstes gestattet. Eine ähnliche Reclamation der dortigen englischen Protestanten fand bei der Kammer günstige Aufnahme. Das Central-Comite beschloß, sich mit dem Local- Ausschuß hierüber ins Einvernehmen zu setzen. New-Dork. Die Gemeinde „Ahawath Chesed" hat auf Vorschlag ihres Rabbiners, vr. Hübsch, in der am letzten Sonntag stattgefundenen General-Versammlung die Nichtfeier der zweiten Festtage und den dreijährigen Vorlesungs-Cyklus, so wie die Einführung eines neuen Gebetbuches beschlossen. (Hebrew Leader.) Inserate. Vom Rabb. Dr. K o b a k in Bamberg ist erschienen: TFQPinTRTTIVF Zeitschrift f. die Wissensch. des JudenüIjullll(JAUli, thums. VI. Jahrg. Preis 2 Thlr. Zu beziehen durch die Antiquariats-Buchhandlung Seligsberg in Bayreuth, wo auch Jahrg. IV. und V. zu haben ist. Prakt. Lehrgang der hehr. Sprache für Schulen u. zum Selbstunterrichte. Heft I. Preis 12 Sgr. (42 kr.) Zu beziehen durch die Otto Reindl'sche Buchhandlung in Bamberg. Ginse .(nnnpj 'ni) Handschriftliche Editionen aus der jüdischen Literatur. Unter Mitwirkung mehrerer Gelehrten herausgegeben. Heft 1—2. Preis 12 Sgr. Concurs. In der israelitischen Gemeinde Hermanmestec, bei Pardubitz in Böhmen ist bis 15. August l. I. die Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors, der zugleich iHD p*TDl sein soll, zu besetzen. Jahresgehalt 400 fl. nebst Naturalwohnung und üblichen Emolumenten. Reisekosten-Bergütung erhält nur der Acceptirte. Competenzgesuche sind ehebaldigst einzubringen beim gefertigten „ „ t israelitischen Cultusvorstand: Hermann Traub. Druck von Rudolf M. Rohrrr in Brünn.